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Warten auf Wärme

Peter Weißenberg über die stark gestiegene Arbeitslosenzahl.

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Zyniker würden wohl die Zahlen vom Arbeitsmarkt mit den Worten kommentieren: „Auch so kann man in der Marktwirtschaft ankommen.“ Wer aber die boshafte Lust am Destruktiven einmal weglässt, der wird diesen Kommentatoren rein faktisch einen Wahrheitskern abgewinnen können. Viele, die sich im Januar arbeitslos meldeten, haben das marktwirtschaftliche Grundprinzip verstanden – und für sich so gut wie gerade noch möglich umgesetzt.

Seit heute verschlechtern sich gerade für ältere Menschen, die arbeitslos werden, die Bedingungen für das Arbeitslosengeld drastisch. Deshalb haben sich viele bereits im Januar erwerbssuchend gemeldet – und das kann ihnen niemand verübeln. Ähnliches gilt übrigens auch für einige andere Arbeitnehmer-Gruppen. Das erklärt einen Teil des Anstiegs der Erwerbslosenzahlen.

Die arktischen Temperaturen nehmen zusätzlich Einfluss auf die negative Entwicklung – und belegen die Achillesferse der Arbeits-vermittler: Es gibt einfach zu wenig Jobs für schlecht oder gar nicht Qualifizierte, die ein Großteil der Arbeitslosen stellen.

Wichtig bleibt indes, dass in Ostdeutschland im ersten echten Vergleichsmonat nach den Hartz-Reformen die Arbeitslosigkeit im Verhältnis zum vergangenen Januar zurückgeht. Offenbar wirkt Hartz bei allen Unzulänglichkeiten eben doch. Und die Konjunktur hilft zusätzlich. Jetzt kann der Frühling kommen.