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Was wird aus dem Sächsischen Wolf?

© Frank Baldauf

Die Pläne der Investoren sind ab jetzt öffentlich zu sehen. Nun sind die Bürger der Stadt Freital an der Reihe.

Von Carina Brestrich

Freital. Der Oberbürgermeister der Stadt Uwe Rumberg (CDU) gibt sich diplomatisch. Natürlich habe er noch keinen Favoriten, antwortet er auf die Frage, welches Konzept ihm am besten gefällt. Die Nachfrage bezieht sich auf die fünf Schautafeln hinter ihm. Jede von ihnen präsentiert einen anderen Vorschlag, wie das Areal am ehemaligen Sächsischen Wolf einmal aussehen könnte. Die Brachfläche an der Ecke Dresdner Straße/Poisentalstraße soll mithilfe eines Investors zu Freitals neuem Stadtzentrum werden. Bisher fehlt ein solch zentraler Treffpunkt. Das soll sich bis zum 100. Stadtjubiläum im Jahr 2021 ändern.

Das sind die Vorschläge für das Areal

Konzept 1 Der Investor plant zwei große Gebäude. Das erste liegt direkt an der Ecke zur Poisentalstraße und beherbergt Handel, Fitnessstudio, Restaurant, Wohnungen und Büros. Für das zweite sieht der Investor ein Hotel und eine Erlebnisgastronomie mit Außenterrasse vor. Zwischen beiden Gebäude liegt ein großzügiger Stadtplatz.
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Nach einer bundesweiten Ausschreibung im Spätsommer 2016 waren 21 Interessenbekundungen bei der Stadt eingegangen. Fünf Investoren untermauerten ihre Bewerbung mit einem konkreten Konzept. Ihre Ideen sind nun in der Stadtbibliothek im City Center ausgestellt. „Wir freuen uns über die Resonanz der Investoren“, sagte Oberbürgermeister Rumberg zum Start der Entwürfe-Schau. An der sollen sich die Freitaler nun ausdrücklich beteiligen. Bis zum 7. April sind sie aufgerufen, sich in der Stadtbibliothek zu informieren und ihre Meinung zu den Vorschlägen äußern. Per Fragezettel dürfen sie ihren Favoriten nennen und auch aufschreiben, welche Wünsche sie überhaupt an ein Stadtzentrum haben. Die Antworten werden später den Stadträten ausgehändigt, um ihnen bei der Entscheidung zu helfen. Welcher Investor den Zuschlag erhält, das entscheidet der Stadtrat voraussichtlich im Spätsommer. Danach werden alle Formalien auf den Weg gebracht, um bis 2018 Baurecht zu haben. Anschließend könnten die Bauarbeiten losgehen.

Was sie sich auf dem knapp 22 000 Quadratmeter großen Areal wünscht, dazu hatte die Stadt bei der Ausschreibung schon einige Vorgaben gemacht. So sollen sich auf der Fläche Geschäfte, Gastronomie und Büros ansiedeln. Großflächiger Einzelhandel sei denkbar, heißt es in den Unterlagen, ein Vollsortimenter – also etwa ein Edeka oder Rewe – erwünscht. Auch Wohnraum und Platz für Kultur, Gesundheit und Soziales sollen auf der Brachfläche entstehen. Außerdem sind genügend Parkplätze und Grünflächen zu schaffen. Weitere Herausforderung für die Investoren: Quer über das Areal verläuft ein Mischwasserkanal, der nicht überbaut werden darf. Außerdem befindet sich das Grundstück im Überschwemmungsgebiet der an die Fläche angrenzenden Weißeritz.

Das Rathaus ist vor Ort

Dienstag, 28. März, 10–12 Uhr: Baubürgermeister J.-P. Schautz, Leiterin Stadtplanungsamt J. Schattanek, OB Rumberg (11–12 Uhr)

Donnerstag, 30. März, 16.30–18.30 Uhr: Baubürgermeister J.-P. Schautz,
J. Schattanek, Stadtplanungsamt

Dienstag, 4. April, 16.30–18.30 Uhr Baubürgermeister J.-P. Schautz, Sabine Güttel, Sachgebietsleiterin Bauleitplanung/Stadtentwicklung

Donnerstag, 6. April, 10–12 Uhr: Baubürgermeister J.-P. Schautz und Leiterin Stadtplanungsamt J. Schattanek, OB Rumberg (11–12 Uhr)

Quelle: Stadtverwaltung

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Wer die Investoren sind, das will die Stadt zunächst nicht sagen. Die Schautafeln sind deshalb anonymisiert: „Wir möchten die Entscheidung der Bürger nicht beeinflussen“, erklärt Rathaussprecher Matthias Weigel. Die Stadträte dagegen wissen, wer hinter den Vorschlägen steckt: Ihnen haben sich die Investoren mit ihren Vorschlägen bereits in nicht-öffentlicher Sitzung vorgestellt. Bei der Bewerbung waren außerdem Bonitätsnachweise und Referenzen über andere Bauprojekte zu bringen. Derzeit geht die Stadt davon aus, dass eine Entwicklung des Areals mindestens 30 Millionen Euro kosten wird. Für das Grundstück werden nicht weniger als 790 000 Euro fällig. „Außerdem muss das Konzept für den Investor wirtschaftlich tragfähig sein“, erklärt Baubürgermeister Jörg-Peter Schautz (parteilos).

Für Fragen zu den Plänen steht die Verwaltung in den nächsten beiden Wochen an mehreren Terminen in der Stadtbibliothek zur Verfügung. Im Juni sollen die Bürger über den Ausgang ihrer Abstimmung informiert werden. Einst war der Sächsische Wolf ein renommiertes Lokal mit zwei Sälen, Kegelbahn und Stadtcafé. Sein Namensgeber Johann Gottfried August Wolf erbaute es im Jahr 1850, vor sieben Jahren rollten schließlich die Abrissbagger an. Doch vielleicht kommt ja bald ein neuer Sächsischer Wolf?

Welches Konzept ist Ihr Favorit? Diskutieren Sie mit und stimmen Sie ab auf der Facebook-Seite von SZ Freital.

Meinungen, Fragen und Anliegen können der Stadt auch per Mail zugesandt werden: [email protected]