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Wasserkraft für den grünen Strom

Das Wasserkraftwerk Sörmitz könnte 200 Haushalte mit Strom versorgen. Zurzeit geht das aber nicht.

© André Braun

Von Sylvia Jentzsch

Döbeln. Das Areal am Mühlgraben, auf dem die Sörmitzer Mühle stand, liegt sehr idyllisch am Mulderadweg. Nur das Rauschen des Wasser verrät, dass hier etwas Besonderes sein muss. Peter Möller betreibt am Standort ein Wasserkraftwerk, das über eine Leistung verfügt, um 200 Haushalte zu versorgen. Das sind, wenn alle beiden Maschinen im Einsatz sind, bis zu 80 Kilowattstunden. Die werden in das Netz der Stadtwerke eingespeist. Die nehmen die Leistung gern ab, denn ökologisch hergestellter Strom ist gefragt. „Wir bieten als Stadtwerke auch grünen Strom an. Die Kunden erhalten dafür ein Zertifikat und die Information, aus welchen alternativen Energien sich der Strom zusammensetzt“, so Stadtwerke-Chef Gunnar Fehnle. Der grüne Strom kostet 0,3 Cent pro Kilomattstunde mehr. Das sind bei einem Haushalt etwa 7,50 Euro im Jahr. Bisher sei die Nachfrage noch gering. Nur 13 Haushalte im eigenen Stromnetz und vier im externen werden zurzeit mit dem grünen Strom beliefert. Peter Möller leistet dafür seinen Beitrag.

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Doch es ist nicht einfach so, dass das Wasser vom Mühlgraben mal so in die Anlage fließt und Energie umgewandelt wird. Es gibt viel für Peter Müller zu tun, damit das alles reibungslos funktioniert. „Nach dem letzten starken Regen hatte sich im Stauwerk jede Menge Dreck angesammelt. Wir mussten etwa drei bis vier Tonnen Schlamm und Geröll entsorgen, und das alles mit der Hand“, sagte Peter Möller. Auch sonst schwemmt es viel Geröll an. Das wird von einem Rechen aufgefangen und von Peter Möller aus dem Wasser geholt.

Die Wehranlagen mit Mühle wurden erstmals 1548 erwähnt, mehrfach umgebaut und sind einige Male abgebrannt. Im Jahr 2000 hat Peter Möller das Areal erworben und begann 2001 mit der Umwandlung von Energie in Strom. Das Werk war zu dieser Zeit still gelegt, aber das Wasserrecht war noch gültig. Es gab auch das alte Maschinenhaus und die Transmissionswellen, die die damals vorhandene Mühle hätten antreiben können. Doch die Mühle war nur bis 1991 in Betrieb und wurde zuletzt als Mischfutterwerk betrieben. Auch das Familienunternehmen Marder-Speisesenf stellte ab Mai 1886 in einem Nebengebäude den bekannten Döbelner Mardersenf her.

Bevor Peter Möller das Kraftwerk in Gang setzen konnte, hat er den Mühlgraben instand setzen müssen. „110 Kubikmeter Beton kamen dabei zum Einsatz. Auch neue Technik zur Stromerzeugung musste angeschafft werden“, so der Wasserkraftwerksbesitzer.

Das Hochwasser im August 2002 zerstörte fast alles. Der Mühlgraben war völlig verschlammt, die Technik stand unter Wasser und die Mühle war so kaputt, dass sie im Jahr 2004 abgerissen wurde. Es kostet viel Aufwand und Geld, um alles wieder zum Laufen zu bringen. Der Mühlgraben hat nur eine geringe Fallhöhe von 1,80 Meter. Wie viel Strom entstehen kann, hängt zum einen von der Wassermenge und zum anderen von der Fallhöhe ab. „Seit das Klappenwehr der Landestalsperrenverwaltung neu ist, funktioniert hier alles perfekter, da wir einen gleichmäßigen Wasserstand bei kleinen und mittleren Hochwassern haben“, so Möller. Doch mehr Wasser bringt auch das Klappwehr nicht, sodass zurzeit der große Generator aufgrund des Niedrigwassers nicht in Betrieb genommen werden kann.