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Weg mit der Unfallstelle

Immer wieder kracht es am Abzweig nach Liebenau. Nun gibt es eine Lösung für das Problem.

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© René Plaul

Von Nicole Preuß

Liebenau. Es steht kein Unkraut im Weg, Bäume behindern nicht die Sicht und trotzdem haben Autofahrer mit der Verkehrsführung am Vogelberg große Bauchschmerzen. Die Ursache: Die Auffahrt aus Liebenau führt im spitzen Winkel auf die Hauptstraße. Das bedeutet, dass die Autofahrer, die aus Liebenau kommen und die Vorfahrt beachten müssen, den Verkehr auf der Hauptstraße kaum überblicken können. Dazu kommt, dass nur wenige Meter entfernt auch noch eine langgezogene Kurve beginnt. Die Folge: Immer wieder kracht es an der Stelle.

Lösung nicht leicht

Die Polizei stuft den Abzweig inzwischen als Unfallschwerpunkt ein. Drei Unfälle haben die Beamten allein in diesem Jahr gezählt. 2012 bis 2015 zählte die Polizei gleich neun Unfälle mit Verletzten. Zwei Zusammenstöße ereigneten sich kurz hintereinander im Oktober und im November 2014. Drei Menschen wurden allein bei diesen beiden Unfällen schwer und sieben leicht verletzt. „Stets wollte ein Verkehrsteilnehmer aus Richtung Liebenau nach links auf die Staatsstraße 100 abbiegen und kollidierte mit einem aus Richtung Kamenz kommenden Fahrzeug“, sagt Polizeisprecher Tobias Sprunk.

Die Stadt Kamenz, das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) und nicht zuletzt die Autofahrer und die Polizei haben deshalb ein großes Interesse daran, dass sich endlich an der Situation etwas ändert. Die Lösung ist allerdings nicht so leicht zu finden. Die Polizei hat 2014, kurz nach der Einstufung als Unfallschwerpunkt, einige kleine Dinge sofort umgesetzt. Sie ließen ein zusätzliches Vorfahrt-Gewähren-Schild aufstellen und ein entsprechendes Zeichen auf die Straße malen. Das schon vorhandene Schild bekam eine Zusatztafel, die auf die besondere Situation aufmerksam macht. Außerdem führte die Polizei Geschwindigkeitskontrollen auf der Staatsstraße durch. Das Ergebnis war jedoch deutlich. „Überhöhte Geschwindigkeit konnte als möglicher beeinflussender Faktor ausgeschlossen werden“, sagt der Polizeisprecher Tobias Sprunk.

Kreisverkehr verworfen

Die große Bau-Lösung war daher bisher noch nicht in Sicht. Es gab mehrere Varianten, die diskutiert wurden. Eine davon war, einen Kreisverkehr zu bauen. Das zuständige Lasuv hat diese Variante aber inzwischen verworfen und favorisiert nun eine andere Maßnahme. Die Straße aus Liebenau soll verlegt werden und künftig in einem rechten Winkel auf die Hauptstraße stoßen. Das würde auch den Abstand zwischen Kurve und Knotenpunkt verlängern. „Die Umsetzung der geplanten Lösung ist realistisch“, schätzt die Sprecherin des Landesamtes Isabel Siebert ein. Das Landesamt kann allerdings noch nicht sagen, wann das neue Straßen-Teilstück denn gebaut wird. Die Planungen sind noch nicht ausgereift. „Eine Terminkette ist noch nicht seriös benennbar, da noch nicht feststeht, ob ein Planfeststellungsverfahren nötig ist“, sagt Isabel Siebert. „In der Regel lässt sich so etwas immer erst terminieren, wenn wir vollziehbares, rechtskräftiges Baurecht haben.“ Die Stadt Kamenz und die Gemeinde Schönteichen drängen allerdings auf eine schnelle, gute Lösung. Der stellvertretende Bürgermeister von Schönteichen Frank Friede (Kinderfreundliches Schönteichen) sprach das Thema erst wieder in der vergangenen Gemeinderatssitzung an. „Da muss sich etwas ändern“, sagte er.

Die Zeit drängt aber auch aus einem anderen Grund. Das Aussitzen des Themas wäre theoretisch auch möglich. Die Stelle verliert ihren Status als Unfallschwerpunkt Ende 2017, wenn nicht wieder so viele schwere Unfälle geschehen, was man nicht hofft. Das Lasuv hat aber scheinbar auch ein Interesse daran, dass die Pläne nicht einfach in einer Schublade verschwinden. „Die Knotenpunktform ist völlig unbefriedigend und soll auch unabhängig vom Unfallgeschehen beseitigt werden“, sagt die Landesamtssprecherin Isabel Siebert.