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Weißwasser

Ein neuer Wald für Bienen und Insekten

Der Aufruf von Maskottchen Erdi zu einer Planzaktion in Weißwasser sind viele gefolgt.

Freiwillige Helfer aus mehreren Altersgruppen beteiligten sich am Sonnabendvormittag an der Baumpflanzaktion am Brentanoweg in Weißwasser.
Freiwillige Helfer aus mehreren Altersgruppen beteiligten sich am Sonnabendvormittag an der Baumpflanzaktion am Brentanoweg in Weißwasser. © Rolf Ullmann

Knirschend fahren drei Spaten in das Erdreich. Leicht macht es ihnen der steinige Untergrund nicht. Denn bis vor drei Jahren befand sich hier auf der Wiesenfläche am Kiefernweg Ecke Brentanoweg ein Garagenkomplex, der abgerissen wurde. Am Sonnabendvormittag ist dieses sonst so ruhige Fleckchen nahe des Farmerhauses von emsiger Betriebsamkeit erfüllt. Rund 50 freiwillige Helfer sind hier angetreten, um auf der Wiese in mehreren abgesteckten Bereichen 200 Bäumchen und Sträucher in die Erde zu bringen.

Umweltminister packt auch mit an

Neben Oberbürgermeister Torsten Pötzsch greift auch Wolfram Günther, Staatsminister für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft, an diesem Vormittag zum Spaten. In seiner Begrüßung der Anwesenden würdigt er die Aktion, die durch die Initiative von Lukas Czaja ins Leben gerufen wurde. Der 13-jährige Weißwasseraner ist inzwischen vielen als Maskottchen Erdi bekannt. „Der heutige Tag ist mit einem der schönsten Termine für mich verbunden. Diese Idee, einen Bienenwald zu schaffen, sollte sich unbedingt weiter verbreiten“, sagt der Minister. Gerade die Welt der Insekten ist bedroht. Etwa Dreiviertel von ihnen ist in den letzten Jahren aus verschiedenen Gründen bereits verschwunden. Ihnen fehlt es vor allem an geeigneten Lebensorten, an denen sie Nahrung, aber auch Unterschlupf finden. Diese Entwicklung zu stoppen, ist eine Aufgabe, die nur durch die gesamte Gesellschaft zu stemmen ist. „Weißwasser ist ein Ort, wo dies getan wird“, bekräftigt der Minister.

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Das Maskottchen Erdi steht schon bereit. In wenigen Minuten wird es mit Oberbürgermeister Torsten Pötzsch und Umweltminister Wolfram Günther die ersten Bäume pflanzen.
Das Maskottchen Erdi steht schon bereit. In wenigen Minuten wird es mit Oberbürgermeister Torsten Pötzsch und Umweltminister Wolfram Günther die ersten Bäume pflanzen. © Rolf Ullmann

Den Plan, einen Bienenwald in Weißwasser zu schaffen, hat Erdi seit einem Besuch in Liebstadt. Seit der wegen der Corona-Pandemie Ende März abgesagten Baumpflanzaktion am Ziegelteich bildet die Aktion am Sonnabendvormittag nicht nur das seither erste, sondern zugleich auch das bisher größte Vorhaben. „Die Idee für den Bienenwald stammt von mir. Um sie zu verwirklichen, werde ich von vielen Seiten unterstützt,“ erklärt Lukas Czaja. Dabei dankt er vor allem Antonia Mertsching, Abgeordnete für Die Linke im Sächsischen Landtag. Sie steht von Anbeginn fest hinter ihm und unterstützt sein Projekt auch finanziell. Leider kann sie an diesem Tag aus gesundheitlichen Gründen nicht vor Ort sein.

Im November folgt ein zweiter Einsatz

Ebenso dankt der Initiator der Stadtverwaltung Weißwasser für ihre tätige Mithilfe und Unterstützung. So stellt die Stadt das Gelände zur Verfügung, und die eine oder andere Pflegemaßnahme wird künftig auch durch sie verwirklicht werden. Dass der Oberbürgermeister Torsten Pötzsch mit zum Spaten greift, ist mehr als ein symbolischer Akt. „Es ist eine super Idee, und wir werden einiges bewegen um hier etwas Nachhaltiges zu schaffen, das wir auch an die Nachwelt weitergeben können“, sagt er zum Auftakt der Aktion.

Die freiwilligen Helfer aus verschiedenen Altersgruppen setzen mehrere Stunden die Spaten ein, um sowohl die Hundsrose, als auch die Gemeine Heckenkirsche sowie die Schlehe Schwarzdorn, die Winterlinde und den Roten Hartriegel dem Erdreich anzuvertrauen. Die Freiwillige Feuerwehr Weißwasser rückt mit einem Einsatzfahrzeug an, um für die notwendige Feuchtigkeit zu sorgen. Im November soll noch ein zweiter Einsatz für noch mehr Bäumchen in diesem Bereich sorgen.

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