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Bewahrer der Krauschwitzer Ortsgeschichte

Ortschronisten können sich jetzt endlich ausweisen – seit Donnerstag mit Urkunde und Legitimationsschreiben.

Fünf von sechs aktuellen Ortschronisten der Gemeinde Krauschwitz und ihrer Ortsteile wurden jetzt durch Bürgermeister Tristan Mühl (in Dunkelblau und Schwarz) offiziell berufen.
Fünf von sechs aktuellen Ortschronisten der Gemeinde Krauschwitz und ihrer Ortsteile wurden jetzt durch Bürgermeister Tristan Mühl (in Dunkelblau und Schwarz) offiziell berufen. © Sabine Larbig

Krauschwitz. Die Chronik von Krauschwitz ist groß, schwer und tausende Seiten dick. Dass es das Zeugnis der Geschichte, des Werdens und Wachsens des Ortes, seiner Ortsteile und Menschen gibt, ist seit Generationen der Neugier sowie Sammelleidenschaft von an geschichtlichen Ereignissen interessierten Einwohnern zu verdanken. Bewahrt wird dieser Schatz von Krauschwitz im Archiv der Gemeinde. Am Donnerstag war er Mittelpunkt einer besonderen Veranstaltung. Da wurden aktuelle Chronisten offiziell von Bürgermeister Tristan Mühl in ihre Ehrenämter berufen.

Dem formellen Akt ging eine lange Vorbereitung voraus. Nicht, weil es momentan an Interessierten mangelt. Ortschronisten gibt es, bis auf die Ortsteile Podrosche und Werdeck, in allen Gemeindeteilen. Ihr Problem war aber, dass sie sich bei ihren Recherchen – für die sie auch in Museen, Archiven, öffentliche Einrichtungen, Schulen oder bei Bürgern nachforschen müssen – nicht ausweisen konnten. Dieses Hindernis ist nun, auf Drängen der Betroffenen und des Ortschaftsrates, beseitigt. Die Gemeinde erstellte und beschloss eine Richtlinie zur Berufung von Ortschronisten. In der Ratssitzung am Dienstag wurde zudem die offizielle Berufung der sechs aktuell Tätigen beschlossen. Außerdem wurde Bettina Toth bereits vor einiger Zeit über den Bundesfreiwilligendienst von der Gemeinde mit der Betreuung des Gemeindearchivs und der Geschichtsbewahrer beauftragt.

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Berufungsurkunden und Blumen

„Wir als Gemeinde sind stolz und froh, so viele geschichtlich engagierte Bürger zu haben, die im Ehrenamt einstige und aktuelle Geschichte für die Nachwelt bewahren. Und wir hoffen, dass dies für die Jugend auch mal eine Rolle spielt“, erklärte Bürgermeister Tristan Mühl in einer kleinen Feierstunde. Bei der wurden auch die offiziellen Berufungsurkunden samt Legitimationsschreiben und Blumen übergeben.Dass die Berufung erfolgte, freute auch Detlef Roitsch, Vorsitzender Ortschaftsrat. „Es ist wichtig, dass es Menschen gibt, die die Geschichte der Orte erhalten. Wenn sich keiner findet, der sie erforscht, sammelt, bewahrt, weiterführt, geht sie und damit Kulturgut verloren“, unterstrich er die Notwendigkeit der erfolgten Legitimation. Und er versprach, sich für Lösungen bei fehlenden Chronisten einzusetzen.

Die nun umgesetzte „Rechtsbasis“ bringt zwar keine finanzielle Entschädigung. Das wollten die Chronisten nicht, da sie, wie bisher praktiziert, ihre Urheberrechte an den Ergebnissen ihrer Forschungen an die Gemeinde abtreten müssten. Im Gegenzug gibt es aber auch keine konkreten Anforderungen seitens der Gemeinde an ihre Arbeit. „Wir sind einfach nur froh, dass es Ihre Tätigkeit gibt, die auch individuelle Projekte zulässt“, begründete Mühl.

Dennoch gibt es zu klärende Fragen. So bat Jürgen Großmann, die Internetseite „mein-skerbersdorf.de“ mit der Gemeindeseite zu verlinken. Alfred Junge verwies darauf, dass die Schulchronik Sagar in das Gemeindearchiv gehöre, nicht ins Museum. Erbeten wurde auch, dass planbare und offizielle Gemeindetermine, die für die Chronik relevant sind, den Chronisten bekannt gegeben werden. Im Gemeindeboten wünschen sie sich zudem künftig mehr Platz für geschichtliche Beiträge.

Berufene Ortschronisten

Bernd Huschto (Klein Priebus), Norbert Lehmann (Pechern), Jürgen Großmann (Skerbersdorf), Alfred Junge (Sagar), Andreas Rothe (Krauschwitz-Keula) und Bettina Toth (Krauschwitz).

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