Weißwasser
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Ein Bauerntrick verdirbt den Abend

Die Lausitzer Füchse unterliegen den Krefeld Pinguins und nehmen aus dem Wochenende nichts mit. Vor allem, weil die Effizienz fehlt.

Von Marcel Pochanke
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Samuel Dove-McFalls (rechts) gehörte gegen Krefeld zu den auffälligsten Füchse-Spielern.
 Foto: Thomas Heide
Samuel Dove-McFalls (rechts) gehörte gegen Krefeld zu den auffälligsten Füchse-Spielern. Foto: Thomas Heide © Thomas Heide

Ein Bauerntrick knapp zwei Minuten vor Spielende besiegelte am Sonntagabend die Niederlage der Lausitzer Füchse gegen die Krefeld Pinguine und damit ein Null-Punkte-Wochenende für die Weißwasserner, die bereits am Freitag in Kaufbeuren mit 2:1 unterlagen. Damit gelang den Pinguinen im vierten Anlauf der erste Sieg gegen die Füchse, ausgerechnet in der entscheidenden Phase der Saison. Letztlich war es die fehlende Effizienz im Angriff mit nur drei erzielten Toren und einmal mehr keinem Treffer in Überzahl am gesamten Wochenende, die für die ernüchternde Bilanz aus ostsächsischer Sicht sorgten.

Nikitia Quapp, der im Heimspiel am Sonntag wieder das Füchse-Tor hütete, bekam gleich ordentlich zu tun und war sofort drin im Spiel. Krefeld, das vor dem Match die Marschroute ausgegeben hatte, „um jeden Punkt“ zu kämpfen, zeigte sich als der erwartet lauf- und einsatzstarke Gegner. Klar war vor dem Spiel auch, dass es besonders auf die Special Teams ankommen würde. Und auch hier hatten die Gäste im ersten Durchgang die Nase vorn. Im Gegensatz zu den Füchsen nutzten sie sogleich ihre Überzahlchance, obwohl sie sich während der zwei Minuten kaum echte Gelegenheiten erspielen konnten. Aber mit dem Ablaufen der Strafzeit brachten sie die Scheibe auf Quapp, der ließ prallen und Christian Kretschmann brachte den Nachschuss mit etwas Glück im Tor unter.

Obwohl die Lausitzer in ihren zwei Powerplay-Situationen gut kombinierten und das Positionsspiel funktionierte, konnten sie Felix Bick im Krefelder Tor, einen der besten Goalies der Liga, nicht überwinden. Sollte sich die notorisch schlechte Überzahl-Ausbeute der Füchse fortsetzen? Leider ja.

Zunächst galt es, einen weiteren Rückschlag zu verarbeiten. Und nach Matt Marcinews abgezocktem Treffer, der die Scheibe parallel zur Torlinie aus eigentlich überhaupt keinem Winkel reinhieb, um - erfolgreich - auf einen Abpraller zu hoffen, brauchten die Füchse eine Weile, um sich aufzurichten. Ein Großteil des Mitteldrittels gehörte den Gästen, die klareres Eishockey spielten und offenbar besser wussten, was der Mitspieler gerade vorhatte.

Zwei schnelle Tore machen Mut

Dann kam die Minute, die das bisher Gesehene vergessen machte. Erst spielte Samuel Dove-McFalls nach einer Puckeroberung den perfekten steilen Pass auf Jake Coughler, der nervenstark Bick verlud und auf 1:2 verkürzte. Damit war der Knoten vorerst geplatzt. Kurz darauf nahm Clarke Breitkreuz von der rechten Seite Maß und überwand Bick unter dessen Stockhand - den hat er normalerweise. Das Publikum im Fuchsbau war begeistert und wollte mehr.

Nach einem kurzen Schreckmoment durch Mike Fischers Großchance für die Pinguine übernahm Weißwasser im Schlussdrittel weitgehend das Kommando und drängte auf das dritte Tor. Ville Järveläinen war erst im regulären Spiel und dann in Überzahl mehrmals nah dran, zielte aber ebenso wie Clarke Breitkreuz fünf Minuten vor dem Ende nicht genau genug. Die stark verteidigenden Krefelder machten es ihnen aber auch nicht leicht, immer wieder war ein Stock oder ein Körper entschlossen im Weg. So machte Eishockey aber Spaß, und es konnte durchaus in die Verlängerung gehen. Doch dann hatten Pinguin-Kapitän Alexander Weiß und Philipp Kunekath eine Idee. Den Schuss von Weiß wehrte Quapp eigentlich gut hinter das eigene Tor ab, dort aber lauerte Kunekath und kurvte gedankenschnell auf die andere Seite, wo er die Scheibe mit dem genannten Bauerntrick zwischen Quapps Stock und dem Schlittschuh eines verzweifelten Füchse-Verteidigers ins Tor mogelte.

Die Lausitzer Füchse konnten noch ein paar Schüsse der Hoffnung abgeben, aber Bick und seine Vorderleute nicht mehr überwinden.

Noch sechs Hauptrundenspiele bleiben den Füchsen im Kampf im die Playoff-Teilnahme. Dabei ist das nächste ein außergewöhnliches: Am kommenden Sonntag um 14 Uhr kommt es zum Freiluftspiel gegen Regensburg in Klingenthal am Fuß der Skisprungschanze. Für das Hockey Outdoor Triple gibt es noch Karten.