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PLUS Weißwasser

In Schleife wird’s für Eltern bald teurer

Die Gemeinde hat sich den Vorgaben des Freistaats für die Kosten der Kinderbetreuung anzupassen. Das soll aber auch weiterhin moderat passieren.

© picture alliance / dpa

Schleife. Mit Beginn des neuen Jahres müssen Eltern für die Betreuung ihrer Sprösslinge in den beiden Kitas wie auch im Hort der Gemeinde Schleife mehr bezahlen. Das hat der Gemeinderat am Dienstagabend mit einer Gegenstimme beschlossen. Dem vorausgegangen war allerdings eine intensive Diskussion im Verwaltungsausschuss. Die Räte sehen sich gewissermaßen in einer Zwickmühle. Einerseits stellt sich die Frage, um wieviel mehr man Eltern finanziell belasten kann, die Kinderbetreuung von den Familien, auch Zuzüglern, aber dennoch als ein Plus angesehen wird. Andererseits erfordert der kommunale Haushalt zusätzliche Einnahmen.

Für die Betreuung ihrer Sprösslinge in der Kita „Pfiffikus“ in Schleife, in der Kita „Milenka“ in Rohne oder im Hort zahlten Eltern 2019 insgesamt 174.700 Euro. Das bedeutete im Einzelnen: 190 Euro pro Monat für einen Krippenplatz, 85 Euro im Kindergarten und 55 Euro im Hort. Damit bewegte sich Schleife an der untersten Grenze dessen, was laut Sächsischem Kitagesetz den Eltern abzuverlangen ist, so Hauptamtsleiterin Marion Mudra. Die Gemeinde war deshalb aufgefordert, die Elternbeiträge anzupassen. Laut Gesetz soll sich der Anteil der Eltern an den Kosten der Betreuung in der Krippe zwischen 15 und 23 Prozent bewegen, in Kindergarten und Hort zwischen 15 und 30 Prozent.

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Wie die Hauptamtsleiterin weiter ausführte, habe man zu Vergleichszwecken in Nachbargemeinden geschaut. Demnach liegen die Elternbeiträge in Boxberg, Krauschwitz und Weißwasser „deutlich höher“. Im Verwaltungsausschuss einigte man sich letztlich auf eine moderate Erhöhung, damit der Kostenanteil der Eltern wenigstens 20 Prozent beträgt. Allerdings nicht in der Krippe. Dort würde ein Anstieg auf 20 Prozent die Familien zu sehr belasten.

Damit haben ab dem neuen Jahr Eltern für Kinder bis 3 Jahre bei einer Betreuungszeit von täglich neun Stunden 220 Euro im Monat zu zahlen, im Kindergarten werden bei neun Stunden täglich 105 Euro pro Monat fällig. Die Betreuung im Hort kostet 2021 für fünf Stunden täglich dann 50 Euro monatlich, für sechs Stunden 60 Euro und für sieben Stunden 70 Euro. Während der Ferien wird eine Hortbetreuung in der Zeit von 7 bis 15 Uhr angeboten. Wird die vereinbarte Betreuungszeit in Kita oder Hort überschritten, werden je angefangene weitere Stunde zwei Euro berechnet. Auch das sei moderat, hieß es. „Nur so zum Vergleich“ verwies Marion Mudra auf die Stadt Weißwasser, wo für jede weitere angefangene Stunde zehn Euro fällig werden.

Im vergangenen Jahr hat die Gemeinde Schleife rund 1,2 Millionen Euro für die Kinderbetreuung ausgegeben. Sie erhält dafür Zuschüsse vom Land, nimmt Elternbeiträge ein, bekommt Geld von anderen Gemeinden, deren Kinder in den Kitas in Schleife oder Rohne betreut werden, muss aber selbst auch an andere Kommunen zahlen, wenn Kinder aus Schleife, Rohne oder Mulkwitz dort eine Kita besuchen. Etwa, weil diese auf dem Arbeitsweg der Eltern liegt. Alles in allem bleibt der Großteil der Kosten aber an der Gemeinde hängen.

Nach der intensiven Diskussion im Verwaltungsausschuss folgte der Gemeinderat den Empfehlungen ohne weitere Debatte.

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