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Krauschwitzer Wehren sind gut gerüstet

Der Gemeinde Krauschwitz liegt eine Expertenanalyse vor. Die besagt gute Gebietsabdeckung, aber auch punktuellen Nachholebedarf.

Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr von Krauschwitz Ost bei einem Waldbrandeinsatz in Richtung der Großen Kaoline bei Gablenz.
Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr von Krauschwitz Ost bei einem Waldbrandeinsatz in Richtung der Großen Kaoline bei Gablenz. ©  Archiv

Gemeindewehrleiter Holger Liermann hat Grund zum Lachen. Die Krauschwitzer Wehren sind nämlich jetzt und künftig gut gerüstet. Das ist das Fazit einer „Analyse zur Ermittlung des Zielerreichungsgrades und der Gebietsabdeckung der Freiwilligen Feuerwehren“ in der Kommune. Doch ganz so einfach ist es nicht, wie der Brandschutzbedarfsplan, ein regelmäßig fortzuschreibendes Pflichtdokument der Gemeinde und Basis für die Planung, zeigt. Was der Plan künftig enthalten muss, analysierte Martin Meier, Ingenieur für Sicherheitstechnik und Brandschutz der Firma Zirkonia, in den letzten Wochen. Unterstützt wurde er von Gemeinde und Wehren. 

Am Dienstag stellte er das Ergebnis seiner Untersuchungen öffentlich in der Krauschwitzer Ratssitzung vor. Trotz der allgemein guten Einschätzung stellte er klar, dass es durchaus Nachholebedarf gibt. Nicht sofort und überall, aber mittelfristig und punktuell, was finanzielle Investitionen der Kommune erfordere.„Wichtig ist, dass wir Marschrichtung und Aufgaben kennen und wissen, wo Technik anzuschaffen ist, Anlagen gepflegt oder angelegt werden müssen, wie Einsatzbereitschaft absicherbar ist und wo Risiken bestehen“, so Bürgermeister Tristan Mühl zum Hintergrund des Analyseauftrags.

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Brandschutzbedarfsplan: Gesetzlich ist festgelegt, dass alle 3 bis 5 Jahre der Plan zu überarbeiten und vom Gemeinderat zu beschließen ist. In Krauschwitz ist dies spätestens im Dezember 2020 wieder der Fall. Mit dem beschlossenen Bedarfsplan wird abgeleitet, was bis 2025 zu tun ist, damit die Freiwilligen Feuerwehren bei Mindeststärke, Grundschutz-Szenario „kritischer Wohnungsbrand“, Ausrückezeit, regionalen Besonderheiten entsprechend ausgestattet, ausgebildet, einsatzbereit sind. Zudem gibt er Kameraden und Gemeinde Planungssicherheit für die Anschaffung von Technik und Ausrüstung, zeigt Handlungsrichtlinien und Potenzial auf. „Sie haben eine nahezu idealtypische Verteilung der Standorte, die sich kaum überschneiden und entlang der Straßen liegen. Mit der Standardstruktur schaffen Sie die Ausrückezeiten. Aber es gibt Optimierungsmöglichkeiten und Nachholebedarf“, so der Experte.

Einsatzkräfte/Personal: Laut Meier haben die Wehren in Krauschwitz 90 einsatzbereite Mitglieder, müssten aber 106 haben. Die Sollstärke sei von Ortswehr zu Ortswehr unterschiedlich und auch nur eine Momentaufnahme, die sich jederzeit ändern könne. In Pechern und Klein Priebus seien beispielsweise nur sechs Einsatzkräfte. „Dennoch ist es kein dringliches Problem. Wichtig ist, sich planungstechnisch auf den derzeit großen Altersbereich über 50 Jahre zu konzentrieren, um rechtzeitig Nachrücker bei Atemschutzgeräteträgern, Führungskräften oder Maschinisten zu haben“, so Martin Meier. Überhaupt sei die Frage der Nachwuchsgewinnung wichtig, aber auch schwierig, wie er als Ortswehrleiter wisse. „Plakate helfen nicht, nur persönliche Ansprache. Die Zielgruppe sollte 35+ mit Familie und Haus im Ort sein“, so sein Rat. „Und reden Sie mit örtlichen Unternehmen über die Freistellung von Kameraden, um Tagesbereitschaft abzusichern.“ Das werde, laut Bürgermeister, bereits als „Shakehands“-Absprache praktiziert. Aktuell seien schriftlich fixierte Regelungen in der Diskussion, für die sich die Betriebe aber schon offen gezeigt hätten.

Technik/baulicher Bestand: Da alle sechs Ortswehren in Krauschwitz über Fahrzeuge und Gerätehäuser verfügen, analysierte Meier jede einzelne Wehr. Was die Fahrzeuge betreffe, so seien Ersatzbeschaffungen in Krauschwitz-West (Einsatzleitwagen), Sagar (Schlauchwagen), Krauschwitz-Ost (Tanklöschfahrzeug) und Skerbersdorf (Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug) nötig.. „Aber das ist aus meiner Sicht mittelfristig verkraftbar, da nicht für alle die Gemeinde zuständig ist.“ Bezüglich der Gerätehäuser bestätigte Meier die Notwendigkeit des geplanten Neubaus in Skerbersdorf. Für Pechern empfahl er, bis 2025 Varianten zu prüfen, ob und wie das Gerätehaus saniert, genutzt, finanziert werden kann. „Möglicherweise bietet sich ein Dorfgemeinschaftshaus an.“Einsparpotenzial sieht er mittelfristig in Krauschwitz mit den Wehren Ost und West, deren Ausrückebereiche sich zu großen Teilen überlappen sowie die anderer Gemeindewehren – wie Gablenz – umfassen. „Das bedeutet nicht zwangsläufig, einen Standort zu schließen. Aber bei künftigen gravierenden Investitionen sollte durchaus eine Fusion überdacht werden.“

Risikoobjekte/Risikoanalyse: Prinzipiell seien die Wehren selbst oder durch Kooperationen mit Umlandwehren so ausgerüstet, dass sie für Rettungen aus hohen Gebäuden, Wald- und Flächenbrände, ABC-Unfälle, technische Hilfeleistung, Hochwasser und sonstige Szenarien einsatzbereit sind. Auch Risiken, die von Objekten wie Kitas, Pflegeheimen, Industriebetrieben und Schulen ausgehen können, seien durch vorbeugenden Brandschutz und objektbezogene Einsatzpläne kompensierbar. „Technische Aufrüstungen sind nicht erforderlich“, erklärte Martin Meier. Lediglich bei der Löschwasserversorgung empfahl er vereinzelt Ertüchtigungen oder Neuerrichtungen von Entnahmestellen.

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