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Neuer Schleifer Bürgermeister vereidigt

Vor Jörg Funda stehen spannende Aufgaben. Die Bürger dabei einzubeziehen, ist eine seiner wichtigsten Devisen.

Der dienstälteste Schleifer Gemeinderat Wolfgang Goldstein (links) nahm dem neuen Bürgermeister Jörg Funda den Amtseid ab.
Der dienstälteste Schleifer Gemeinderat Wolfgang Goldstein (links) nahm dem neuen Bürgermeister Jörg Funda den Amtseid ab. © Constanze Knappe

Schleifes neuer Bürgermeister Jörg Funda (CDU) wurde am Dienstag vereidigt. Auf einstimmigen Beschluss des Gemeinderats hatte ihm Wolfgang Goldstein (WV SV Lok Schleife) den Eid abgenommen, dieses Amt nach bestem Wissen und Gewissen zu führen und das Wohl der Gemeinde Schleife, ihrer Bürger und der drei Ortsteile nach Kräften zu mehren.

Amtseid-Zettel von 1990 ist noch da

Wolfgang Goldstein wurde die Ehre der Vereidigung des neuen Bürgermeisters als ältestem und zugleich dienstältestem Gemeinderat zuteil. Er erinnerte daran, dass er schon 1990 die Aufgabe hatte, Helmut Hantscho als freigewählten Bürgermeister von Schleife zu vereidigen. „Den Zettel mit dem damals noch handgeschriebenen Amtseid habe ich heute noch“, sagte er. Eigentlich habe er ihn mitbringen wollen. Das ging jedoch nicht, „da der Weihnachtsbaum vor dem Regal steht“.

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Dass er nun 2021 nochmals einen Bürgermeister vereidigen dürfe, bedeute ihm sehr viel, so Goldstein. Damit schließe sich für ihn der Kreis – nach 30 Jahren engagierten Wirkens in der Kommunalpolitik. „Der Neustart in der Gemeinde war wichtig. Der empfundene Aufbruch ist dem Handlungskonzept von Jörg Funda und dem engagierten Mitziehen der Verwaltung zu verdanken“, sagte er.

Von zwei Dritteln gewählt

Jörg Funda, seit 2009 im Gemeinderat und etliche Jahre auch ehrenamtlicher stellvertretender Bürgermeister von Schleife, führte seit 1. August 2020 als Amtsverweser die Geschicke der Gemeinde. Am 1. November war der Rohner bei einer Wahlbeteiligung von 70,24 Prozent zum Bürgermeister gewählt worden. 970 und damit gut zwei Drittel aller Wähler in den drei Ortsteilen Schleife, Rohne und Mulkwitz hatten ihm ihre Stimme gegeben. 447 Wahlberechtigte hätten lieber den mit AfD-Mandat angetretenen Gemeinderat Mathias Lampe als neuen Gemeindechef gesehen. Jörg Funda dankte seinem Mitbewerber für seinen Einsatz im Wahlkampf. Er habe den Finger in die Wunde gelegt und wichtige Dinge aufgezeigt, die noch nicht in Ordnung sind. „Darum müssen wir uns kümmern, und zwar so, dass es von den Bürgern mitgetragen wird“, erklärte der Bürgermeister.

Der 55-Jährige erhielt in den ersten Wochen viele Hinweise und Kritiken von Bürgern und Räten. Nun freue er sich auf die Zusammenarbeit mit allen, sagte er am Dienstag. Formell gesehen darf Jörg Funda als vereidigter (hauptamtlicher) Bürgermeister nun auch wieder mit abstimmen, was ihm als Amtsverweser zwischenzeitlich nicht erlaubt war. Den Schlüssel zum Erfolg bei der weiteren Entwicklung der Gemeinde sieht er darin, entstandene Gräben gemeinsam zu schließen. „Wir haben vielfältige und spannende Aufgaben vor uns, die uns einiges abverlangen werden. Die Transformation im Strukturwandel wird nicht spurlos an uns vorübergehen, aber wir haben viel Potenzial, dies positiv zu gestalten“, erklärte er.

Zum ersten (ehrenamtlichen) Stellvertreter wurde Daniel Struck (CDU) mit einer Enthaltung und einer Gegenstimme gewählt. Einen weiteren Vorschlag dafür gab es nicht. Außerdem waren in mehreren Beschlüssen Stellvertreter für die Besetzung der Ausschüsse festzulegen. Abgesetzt wurde der Beschluss über die Bestellung von drei Gemeinderäten für die AG Immissionsschutz. Bei den Vorschlägen hätte es bedeutet, dass der Ortsteil Mulkwitz nicht in dem Gremium vertreten ist, obwohl das nötig wäre, wie es hieß. Deshalb wurde die Entscheidung zur weiteren Klärung noch einmal zurückgestellt.

Bürgerfragestunde abgesetzt

Angesichts der Pandemie-Bedingungen habe man gründlich abgewogen, ob die Sitzung des Gemeinderats am Dienstag überhaupt stattfinden sollte – und sich dafür entschieden. Zum einen war die Beratung im Saal des Sorbischen Kulturzentrums Schleife unter Einhaltung der strengen Hygiene-Vorgaben möglich. Und zum anderen auch geboten. Gerade in dieser Zeit sei es „wichtig, dass kommunale Parlamente arbeiten und nicht bloß die Verwaltung hinter verschlossenen Türen oder der Bürgermeister im Rahmen seines Ermessensspielsraums etwas entscheiden“, begründete Jörg Funda. Eine Bürgerfragestunde gab es wegen der Beschränkungen hinsichtlich Teilnehmerzahl und Dauer der Sitzung jedoch nicht. Der Bürgermeister ermunterte die Einwohner ausdrücklich, sich mit ihren Fragen telefonisch oder per Mail an die Verwaltung zu wenden. Die Kontaktmöglichkeiten seien zwar „noch nicht perfekt, aber schon besser geworden“.

Seit Mitte Dezember ist die Verwaltung für den Besucherverkehr geschlossen, um sie trotz diverser Krankschreibungen und angeordneter Quarantäne arbeitsfähig zu halten. Dass derzeit alle drei Amtsleiter (Hauptamt, Bau und Bergbau sowie Kämmerei) zwar nicht an Corona erkrankt, aber wegen typischer Wintererkrankungen ausgefallen sind, gab es laut Funda noch nie. Das sei eine zusätzliche Herausforderung. Daher sei aus der jetzigen Situation heraus die Digitalisierung wichtiger denn je – zum Beispiel, wenn Mitarbeiter in Quarantäne von zu Hause arbeiten wollen. Die IT-Technik der Verwaltung zu modernisieren, um Abläufe effizienter zu gestalten und so mehr Zeit für andere Aufgaben zu gewinnen, war eines der ersten Vorhaben, das Jörg Funda nach seiner Wahl angegangen ist. Vorbereitet werde die Einführung eines Datenmanagementsystems.

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