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Wie die Bundeswehr erneut gegen Corona hilft

Nach einigen Wochen Unterbrechung sind die Soldaten wieder im Kreis Görlitz. Der Einsatz sorgte schon 2020 für viele emotionale Momente.

Die emotionalsten Momente des Corona-Einsatzes der Bundeswehr 2020 in Sachsen sind in einem Buch festgehalten. Oberst Klaus Finck, Kommandeur des Landeskommandos Sachsen, und Ministerpräsident von Sachsen Michael Kretschmer sind sich einig, dass die Bund
Die emotionalsten Momente des Corona-Einsatzes der Bundeswehr 2020 in Sachsen sind in einem Buch festgehalten. Oberst Klaus Finck, Kommandeur des Landeskommandos Sachsen, und Ministerpräsident von Sachsen Michael Kretschmer sind sich einig, dass die Bund © Gernot Menzel

Landkreis Görlitz. Nach Wochen, in denen der Corona-Einsatz der Bundeswehr in Ostsachsen nicht mehr nötig war, sind Soldaten wieder hier, um im Gesundheitsamt des Landkreises Görlitz auszuhelfen. Bei den aktuellen Neuinfektionen spielt die britische Mutation eine dominierende Rolle. „Die Pandemie bekommt eine neue Dynamik“, erklärte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) bei seinem Treffen mit Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU). Die war vor Ostern nach Boxberg gekommen, um im Besucherzentrum des Kraftwerks eine gemeinsame Erklärung über die Zusammenarbeit der Bundeswehr und des Freistaats im Strukturwandel in der sächsischen Lausitz zu unterzeichnen.

Annegret Kramp-Karrenbauer betonte dabei „die Erfolgsgeschichte Sachsen und Bundeswehr“ und sprach von einer „gelebten Partnerschaft“. Diese offenbarte sich nicht zuletzt im Einsatz gegen Corona. „Die Bundeswehr hilft, wo sie gebraucht wird“, erklärte die Verteidigungsministerin. Der erste Amtshilfeantrag sei aus Sachsen gekommen. Ihm folgten bundesweit 450 weitere. „In der Spitze waren über 1.000 Soldatinnen und Soldaten im Einsatz“, so die Bundesministerin.

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Michael Kretschmer erinnerte an den über 60 Kilometer langen Stau, der sich im Lockdown 2020 an der Grenze zu Polen gebildet hatte. Seinerzeit versorgten Soldaten die gestrandeten Trucker mit Decken und Lebensmitteln. In der zweiten Corona-Welle, als im Landkreis Görlitz die Zahlen geradezu explodierten, bat die Kreisverwaltung die Bundeswehr um Hilfe. Drei Monate lang halfen Uniformierte, wo sie gemäß ihrer obersten Dienstherrin „gebraucht wurden“, etwa im Gesundheitsamt bei der Ermittlung von Kontaktpersonen. An die 100 Soldaten waren in fünf Krankenhäusern, darunter auch in Weißwasser, tätig. Dabei erlebten sie emotionale Momente, wie sie sie so schnell gewiss nicht vergessen werden. Die berührendsten Bilder dieser Einsätze sind in einem Buch festgehalten.

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Das Motto „Wir dienen Deutschland“ sei in jener Zeit auf besondere Weise greifbar gewesen, hieß es aus Kreisen der Bundeswehr. Oder wie es Ministerpräsident Michael Kretschmer jetzt in Boxberg formulieret: „Unter dem Motto «Wir dienen Deutschland» haben wir in den zwölf Monaten erlebt, was wir zuvor noch nie erfahren haben.“ Prozentual sei die Unterstützung der Bundeswehr für Sachsen am größten gewesen. „Die Soldaten wurden überall geschätzt und haben eine unglaubliche Sympathie erfahren“, fügte er seinen Dankesworten hinzu – aber auch den „Appell an alle Bürger, dass das Infektionsgeschehen nicht weiter angetrieben wird.“

Weil die dritte Infektionswelle rollt, bat der Kreis erneut um Hilfe. Zwölf Soldaten ermitteln bis 16. April Kontaktpersonen.

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