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„Wir haben Angst!“

Anwohner vom Gehalm Bad Muskau haben im Stadtrat „die unhaltbare Situation“ mit bulgarischen Nachbarn kritisiert.

Rund um den Gehalm Bad Muskau sind Wohnhäuser. Dort ziehen immer mehr Bulgaren ein.
Rund um den Gehalm Bad Muskau sind Wohnhäuser. Dort ziehen immer mehr Bulgaren ein. © Sabine Larbig

Bad Muskau. Es brodelt schon lange. Seit Monaten wird die Polizei zu Einsätzen am Gehalm gerufen. Es geht um Ruhestörung, Vermüllung, mutwillige Zerstörung, Anfeindungen. Seit am Gehalm immer mehr Bulgaren einziehen, ist die Ruhe im einst beliebten Wohngebiet gestört. In der Hoffnung auf Veränderung schrieben deutsche Anwohner kürzlich einen offenen Brief an die städtische Wohnungsbaugesellschaft (Wobau), Bürgermeister, Stadträte. Am Mittwoch machte zudem eine Anwohnerabordnung in der Stadtratssitzung öffentlich auf die Problematik aufmerksam.

„Wir haben Sie gewählt, damit sie sich um die Sorgen und Nöte der Bürger kümmern. Wir wollen vernünftig in unserer Stadt leben und haben es satt, ständig die Polizei zu holen“, so eine Anwohnersprecherin. Sie betonte, dass man nicht ausländerfeindlich sei. Doch wenn nächtelang Autos liefen, um Batterien zu laden; benutzte Windeln, Kondome, Sperrmüll und Klopapier überall herum lägen; viele Nächte durchgefeiert werde und in späten Abendstunden Kinder allein auf dem Spielplatz toben und mit Steinen und Fußbällen Dächer der historischen Scheunen oder geparkte Auto beschädigen, sei dies nicht hinnehmbar.

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Da helfe auch ein von der Wobau, zwischen ihren und privaten Mietgebäuden, gezogener Zaun nicht. „Müssen wir uns das alles, und Drohungen, gefallen lassen? Viele von uns sind Schichtarbeiter oder haben Kinder. Niemand findet mehr Schlaf. Dabei gibt es Haus-, Stadt-, Jugendschutz- und Polizeiverordnungen. Doch niemand kümmert sich drum.“ Andere Mieter erklärten, dass nicht alles mit der Mentalität der bulgarischen Nachbarn – sie sind zum Großteil Roma, kamen über Polen nach Deutschland und verdienen sich meist den Lebensunterhalt auf dem Markt in Leknica – verzeihbar sei. „Auch sie müssen sich anpassen“, so die Forderung.

Wie die Anwohner weiter sagten, seien zahlreiche Versuche, in Gesprächen mit den ausländischen Nachbarn die Probleme zu klären, auch erfolglos. Stattdessen bekomme man Antworten wie : Wir können machen, was wir wollen! Rufe man die Polizei, so sei nur kurz Ruhe. „Ich habe schon oft bei der Polizei angerufen, manchmal zwei oder drei Mal an einem Tag oder in einer Nacht. Da sagte man mir sogar, es bringe nichts, ständig anzurufen. Ich solle doch einfach wegziehen“, äußerte eine frustrierte Anwohnerin. „Wir haben die Nase voll und Angst vor tätlichen Angriffen, Steinen in Fenstern oder kaputten Autos, weil wir was sagen“, sagte sie unter lautem Beifall und merkte an: „Es sind derzeit drei Wobau-Wohnungen frei. Doch wir wollen nicht noch mehr Bulgaren!“. Ein anderer Muskauer bemerkte: „Wenn die Stadt jetzt Scheunen und Platz wie geplant saniert, ist das nur rausgeschmissenes Geld.“

Die Schilderungen schockierten die Stadträte, die den offenen Brief von der Stadt nicht weitergeleitet bekamen. Mirko Bartell: „Ihre Kritik ist berechtigt, die Polizei holen richtig und wichtig.“ Nur so könnten Druck gemacht, Fristen gesetzt, Bußgelder verhängt, private und kommunale Vermieter im Bereich in die Lage versetzt werden, Zwangskündigungen auszusprechen. Bürgerpolizist Reiko Bader sagte, dass die Polizei 2020 schon 19 Mal vor Ort im Einsatz gewesen sei, 14 mal wegen Ruhestörung. Daher gäbe es nun einen Streifenauftrag beim Polizeirevier Weißwasser für den Gehalm. Einwohner Frank Budszuhn erklärte dennoch sein Unverständnis dafür, dass es, trotz „genügend Möglichkeiten, regulierend einzugreifen“, am Gehalm nicht gelinge, Ordnung und Sicherheit wieder herzustellen.

Eine Problemlösung brachte die Ratssitzung nicht. Zwar erklärte Bürgermeister Thomas Krahl, dass die Wobau nun Haus- und Stadtordnung auch in türkisch, der vorherrschenden Sprache der ausländischen Anwohner, aushängt. Und er schlug ein gemeinsames Gespräch von Mietern, Wobau, Privatvermietern und Stadt vor. Inwiefern dies Änderungen bringt, bleibt abzuwarten. Auch in anderen Stadtteilen gibt es nämlich schon lange ähnliche Probleme mit Bulgaren. In der Bautzener Straße überlegen Mieter und Eigentümer bereits , freie Immobilien nur an Deutsche aus dem Umfeld abzugeben und notfalls die für die Erwerbe erforderlichen Gelder untereinander aufzubringen.

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