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Wellness auf Russisch

Der erste russische Abend in der Sauna des Stadtbades war ein voller Erfolg. Aber das Personal kam ganz schön ins Schwitzen.

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© Dietmar Thomas

Von Maria Fricke

Döbeln. Schaschlik, Wodka, Borschtsch – typisch russisch ging es am Sonnabend in der Sauna des Döbelner Stadtbades zu. Zum ersten Mal hatte das Team des Bades zu einem russischen Saunaabend eingeladen. Beim Publikum kam das an. „Innerhalb von einer Woche war die Veranstaltung ausgebucht“, sagte Silvia Schlegel, Schwimmmeisterin des Bades. Fast alle 70 Gäste sind am Sonnabend auch gekommen. Nur zwei Karten wurden aufgrund von Krankheit zurückgegeben. Verfallen sind sie jedoch nicht. Schließlich gab es sogar eine Warteliste für die Veranstaltung.

Mit gleich zwei Besonderheiten hat das Stadtbad seine Gäste angelockt. Während des Saunagangs verwöhnte das Personal die Besucher mit Birkenzweigen. Dieses Ritual, bei dem mit den Zweigen leicht auf die Haut geschlagen wird, soll die Blutzirkulation anregen. Bis zu 14 Frauen und Männer wurden pro Ritual gleichzeitig behandelt. Fünf Durchgänge habe es gegeben. „Das war ganz schön anstrengend“, so Silvia Schlegel.

Besonders an dem Abend war auch das kulinarische Angebot. Erstmals hatte sich das Stadtbad in Sachen Essen und Trinken Unterstützung von außen geholt. Dafür zuständig waren Irina Disendorf und Igor Dolgikh vom Matrëshka in Döbeln. Die Inhaber des Geschäftes für osteuropäische Spezialitäten brachten ihren Grill mit, um im Saunagarten Schaschlik zuzubereiten. Serviert wurden außerdem die Gemüsesuppe Borschtsch sowie eine sibirische Lachssuppe. Zu Bier aus St. Petersburg reichten die Gastronomen, die seit 2010 in Döbeln leben, Wildschweinwürstchen und getrockneten Fisch. „Das kennen die meisten hier nicht“, so Irina Disendorf. Für das Paar war es der zweite größere Cateringauftrag.

Bei den Besuchern kam beides gut an, sowohl die Bewirtung als auch die Saunagänge. „Es war super. Die Stimmung war richtig gut und das Essen auch“, lobte Ria Peege. Obwohl die Sauna ausgebucht gewesen war, sei es nicht zu voll gewesen. „Alles hat genau gepasst“, so Ria Peege, die die Arbeit des Stadtbad-Teams lobt. Gefreut hat die Mitarbeiter vor allem, dass viele neue Gesichter in der Sauna zu sehen waren. „Mehr als die Hälfte war kein Stammpublikum“, sagte Silvia Schlegel. Umso erstaunlicher war es für sie, dass die Karten so schnell weg waren. Zwischen Mitte 20 und 70 seien die Gäste gewesen, darunter auch einige Familien mit Kindern.

Dass der Saunaabend so gut angekommen ist, hatte selbst die Mitarbeiter überrascht. Vergangene Veranstaltungen wie ein sächsischer oder ein bayrischer Abend seien zwar auch angenommen worden, aber ausgebucht war die Sauna dabei nie. Die Idee zu dem russischen Abend sei aus dem Sauna-Fasching heraus entstanden. „Da haben wir auch schon mit Birkenzweigen gewedelt“, sagte Silvia Schlegel. Der Sauna-Fasching fällt in diesem Jahr aus. Ob es noch einmal einen russischen Abend im Stadtbad gibt, steht noch nicht fest. Aber ausgeschlossen ist es nicht.