merken

Wenig Hoffnung für die Zollstraße 1

Die Stadt Seifhennersdorf will das verfallene Haus abreißen, die Eigentümer es ihr überlassen. Trotzdem klappt es nicht. 

Das Haus an der Zollstraße in Seifhennersdorf verfällt. © Matthias Weber

Mit Hurra und Helau ist hier schon lange nichts mehr. Die Faschingsplakate, die dazu dienen sollten, die hässliche, graue Ansicht ein bisschen aufzubessern, sind längst verblasst. Es geht um ein großes, prägendes Gebäude in Seifhennersdorf: das Haus an der Zollstraße 1. Es begrüßt sozusagen Besucher, die aus Richtung Varnsdorf in den Ort hineinfahren. Doch diese Begrüßung ist nicht grade einladend, das Haus ist eine Ruine. "Was soll damit werden? Gibt es neue Entwicklungen?", wollten Stadträte jetzt von Bürgermeisterin Karin Berndt (UBS) wissen. Frau Berndt hat darauf leider keine guten Nachrichten zu verkünden. Am Zustand werde sich so bald wohl nichts ändern - obwohl die Stadt durchaus die Absicht habe, das Haus zu übernehmen und abreißen zu lassen. Das ist aber bisher nicht geglückt. Die Stadt sei in Kontakt mit der Erbengemeinschaft, der das Gebäude gehört. "Wir bemühen uns seit zwei Jahren darum", so Frau Berndt. Die Erbengemeinschaft sei auch aufgeschlossen und möchte der Stadt das Areal überlassen. Lieber heute als morgen, wie die Bürgermeisterin sagt. 

Das verzögert nun aber ein Sterbefall innerhalb der Erbengemeinschaft, erklärt Frau Berndt die neuesten Entwicklungen. Die Stadt könne derzeit keinen Notarvertrag mit der Erbengemeinschaft abschließen, weil ein Erbe verstorben ist. Nun müssen erst dessen Nachkommen ausfindig gemacht, alle Formalitäten geklärt und deren Einverständnis eingeholt werden. Das kann dauern. 

Anzeige
Symbolbild Anzeige

Zutritt nicht verboten, sondern erwünscht

Den Politikern über die Schultern schauen und die Zeitungsproduktion live erleben – das geht auch zusammen.

Ist jedoch Gefahr im Verzug, so die Bürgermeisterin, könne die Stadt natürlich eingreifen und zumindest Teile abbrechen oder sichern. "Wir bleiben dann aber vermutlich auf den Kosten sitzen." Für einen geordneten Abriss könnte die Stadt Fördermittel beantragen, Zuschuss in Höhe von 90 Prozent der Kosten steht in Aussicht. Einen entsprechenden Antrag kann die Stadt aber nicht stellen, solange sie nicht Eigentümer ist. 

Mehr Lokales unter:

www.sächsische.de/loebau

www.sächsische.de/zittau