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Wettiner übernimmt Augustus Rex

Nils, der jüngste Sohn Rüdiger von Sachsens, will mit seiner Familie nach Moritzburg ziehen. Der Grund dafür ist die Erste Dresdner Spezialitäten Brennerei.

© Sven Görner

Von Sven Görner

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Moritzburg/Dresden/Leipzig. Wenn sich die Moritzburger Wettiner zu Familienfeiern im Ort treffen, wird das künftig noch schneller möglich sein. Denn während Vater Rüdiger von Sachsen und sein ältester Sohn Daniel mit Familie bereits in Moritzburg wohnen, plant nun auch Nils, der jüngste der drei Brüder, mit seiner Frau Jedida, einer gebürtigen Sächsin, und den Kindern Moritz, Aurelie und Felicita den Umzug dorthin. Derzeit lebt der 39-Jährige mit seiner Familie noch in der Nähe von Leipzig. Der Betriebswirtschaftler berät Firmen in Datenschutz-Angelegenheiten und ist in Sachen erneuerbarer Energien unterwegs.

Doch das soll sich zum Jahresende ändern. Dann, so wurde gestern bekannt, wird er die Geschicke der Ersten Dresdner Spezialitätenbrennerei GmbH „Augustus Rex“ übernehmen.

Vor vier Jahren hatte deren Inhaber Georg W. Schenk damit begonnen, einen Nachfolger für sein Unternehmen zu finden. „Die Suche hat sich nicht einfach gestaltet, denn nicht die Gewinnmaximierung und einfache Abwicklung standen für mich im Vordergrund, sondern die Fortführung einer Idee“, so der Firmengründer. Zu dieser gehören Werte wie höchste Qualitätsansprüche oder das Regionalitätsprinzip zur Verarbeitung der alten Obstsorten, um damit auch deren Erhalt zu sichern. „Mein Ziel ist die Fortführung meiner Firmenphilosophie ,Nil Nisi Optimorum – Nur vom Besten!‘.“ Dafür sollte nun eine Person gefunden werden, die diesen Anspruch mitträgt. „Nils Prinz von Sachsen Herzog zu Sachsen wird die Geschicke meiner Idee ab Jahresende 2018 fortführen.“

Durch einen glücklichen Zufall – ihren gemeinsamen Anwalt aus Moritzburg – haben sich die Geschäftspartner kennen- und auch schätzen gelernt, wie Georg W. Schenk betont. „Zuerst menschlich und dann, was ebenso wichtig ist, auch fachlich.“

Seit Anfang 2017 arbeiten die beiden bereits im Hintergrund zusammen und haben es behutsam und nachhaltig angehen lassen. „Mir war es wichtig, bei null anzufangen und alles von der Basis an kennenzulernen“, sagt Nils von Sachsen. „Das ist kein Business-Job, das muss man leben.“ Folgerichtig habe er selbst das Flaschenspülen und andere Arbeiten nicht ausgelassen. Georg W. Schenk ergänzt: „Das Qualitätsbewusstsein für die Produkte und die sensorische Schulung stehen dennoch im Vordergrund. Dies haben wir gemeinsam an diversen Produktentwicklungen geübt und vertiefen das Wissen stetig weiter.“

Zur künftigen Entwicklung der Brennerei sagt Nils von Sachsen: „Ich baue auf den sächsischen Patriotismus und unseren Namen.“ Die Marke und die Produkte von „Augustus Rex“ werden daher unverändert weitergeführt und ergänzt durch neue Produkte der Marke „Prinz von Sachsen“.

Wie der Wettiner und Hobby-Koch der SZ verrät, sollen die Produkte der Brennerei in Dresden-Klotzsche nicht die einzigen Spezialitäten sein, die er künftig vermarkten will. „Es sollen noch eine kleine Brauerei und Wurstspezialitäten dazu kommen.“