merken

Landgasthof wird zum Weißen Rössl

Die Landesbühnen gastieren am 10. März in Reichenbach. Und dabei serviert Rositas Küche unter anderem Kaiserschmarrn.

© Foto: Hagen König

Von Frank Oehl

Wie geht's Brüder

Eine Reportagereise durch Osteuropa 30 Jahre nach dem Umbruch auf Sächsische.de

Reichenbach. Guiso Müller war im November zu Gast der Landesbühnen in Radebeul gewesen. Gegeben wurde das Singspiel „Im weißen Rössl“ von Ralph Benatzky – in der Landesbühnen-Fassung „Bar jeder Vernunft“. Der 40-jährige Architekt und Hobby-Triathlet war begeistert vom Gebotenen. Und hatte die Idee, die Bühne mal einfach so in die Provinz einzuladen. „Ich habe Kontakt mit dem Intendanten aufgenommen und ihn gefragt, ob er sich auch ein Gastspiel in einen Landgasthof im Haselbachtal vorstellen könnte.“

Die Bühne ist ja auf solche Touren durchaus ausgerichtet – zwar mit reduzierten, mobilen Bühnen, ansonsten aber mit voller Kapelle, wie man so sagt. Und nun ist es ganz schnell gegangen, denn bereits am 10. März wird das Gastspiel im Saal des Gasthofes Reichenbach steigen. Und nun haben Giso Müller als Organisator und seine Mutter Rosita als Wirtin ganz schön viel Arbeit auf dem Tisch, wie man sich denken kann. „Wir haben die Verträge klar gemacht und sind in Vorkasse gegangen.“

Und nun hofft man auf möglichst große Resonanz, aber wenn die Rössl-Wirtin Josepha (gespielt entweder von Silke Richter oder Antje Kahn) und ihr Zahlkellner Leopold (Andreas Petzoldt) ins berühmte „Weiße Rössl“ am Wolfgangsee einladen, kann man ihnen kaum widerstehen. Dort ist schließlich immer Ohrwurm- Hochsaison. Die Berliner Urlauberin Ottilie singt vor sich hin „die ganze Welt ist himmelblau“, während ihr Vater Hemdhosenfabrikant Giesecke, der nur auf ihr Drängen am Wolfgangsee Urlaub macht, sich weder für die Gegend, noch für den Rechtsanwalt und langjährigen Stammgast Siedler begeistern kann. Dieser gefällt jedoch seiner Tochter. Doch nicht nur sie wirft Siedler Blicke zu, auch Wirtin Josepha hat ein Auge auf den Rechtsanwalt geworfen. Und so nimmt das berühmte Verwirrspiel seinen Lauf. Die Landesbühnen transportieren in der Inszenierung von Manuela Schöbel die Evergreens nun also ins Haselbachtal und lassen sogar aus den Westlausitzer Hügeln die Alpen und aus hiesigen Dorfteichen den Wolfgangsee erwachsen. Man kann gespannt sein.

Aber, das ist noch nicht alles, was geboten wird. Natürlich hat sich Rosita Müller, die im Gasthof – der heute vor allem für Familienfeierlichkeiten genutzt wird – ihren Catering-Service betreibt, für den Sonnabend noch etwas Besonderes einfallen lassen. Einen Abendimbiss mit alpenländischer Note. Guiso Müller: „Der Saal wird in Rot-Weiß getaucht, und auf der kleinen Karte wird österreichisches Essen angeboten.“ Gewissermaßen von Wiener Würstchen bis Kaiserschmarrn. Wer etwas zu sich nehmen will, müsste allerdings eher da sein, weil es eine gastronomische Betreuung während der Aufführung selbst natürlich nicht geben kann. „Am besten, man ist spätestens eine Stunde vor Aufführungsbeginn im Saal.“

Das Singspiel unter der musikalischen Leitung von Hans-Peter Preu beginnt 20 Uhr. Eine Pause ist selbstverständlich vorgesehen, und auch da wird bedient. Die 170 Zuschauerplätze werden an Tischen eingerichtet, damit das Wirtshaus-Flair des Stückes bis auf die Zuschauer ausstrahlt. Man darf also in mehrfacher Hinsicht gespannt sein.

„Im weißen Rössl“ – Gastspiel der Landesbühnen am 10. März, 20 Uhr auf dem Saal im Gasthof Reichenbach/Karten über „Rositas Küche“, Pulsnitztalstraße 20, 01920 Haselbachtal, Telefon 0151 12176464; Kartenpreis: 21 Euro.