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Wie Hortensien die Trockenheit überleben

Hobbygärtner haben dieses Jahr Sorgen mit den Stauden, die feuchte Luft lieben. Die besten Tipps – und eine Einladung nach Zuschendorf.

© Marko Förster

Von Christian Eissner

Pirna. Gelbe Blätter, hängende Triebe, Blütenstände, die vertrocknen, bevor sie sich öffnen. Viele Hobbygärtner haben diesen Sommer Sorgen mit den Hortensien. Die Stauden mögen feuchtes Wetter, und davon gab es in den letzten Wochen wenig. Was kann man tun, um den Pflanzen zu helfen?

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„Eigentlich ist es kein Zauber“, sagt Matthias Riedel, Leiter der Botanischen Sammlungen der TU Dresden am Landschloss Pirna-Zuschendorf. Er ist Experte für Kamelien, Azaleen und Hortensien. „Die Hortensien wachsen ursprünglich an den Küstenstreifen Japans, ihre Blüte fällt in die Regenzeit. Das sagt eigentlich schon alles aus. Sie haben bei uns weder von der Temperatur her noch von der Luftfeuchte das optimale Klima. Und dieses Jahr verschärft sich das natürlich.“

Hobbygärtnern gibt er ein paar einfache Tipps, um auch in trockenen Sommern die Blütenpracht ihrer Hortensien genießen zu können: Ein halbschattiger Standort hilft den Pflanzen, besser mit der Trockenheit zurechtzukommen. Sie tragen dort allerdings weniger Blüten. Beachten muss man auch, dass die Hortensien im Halbschatten nicht so gedrungen wachsen, wie von vielen Gärtnern gewünscht. „Am Ende“, sagt der Fachmann, „hilft nur gießen – morgens und abends.“ Die Gärtner in den Zuschendorfer Sammlungen gehen noch weiter. „Wir übersprühen unsere Hortensien täglich etwa fünfmal“, verrät Matthias Riedel. Dies könne man auch bei Sonne tun, ohne dass die Blätter verbrennen. Letztlich, so Riedel, sei es auch eine Sortenfrage, wie gut eine Hortensie Hitze und Trockenheit aushält.

Egal, ob die Hortensien im eigenen Garten dieses Jahr gut gedeihen oder nicht: Pflanzenliebhaber sollten sich ab Sonnabend auf den Weg nach Pirna-Zuschendorf machen, um in einem Hortensien-Blütentraum zu schwelgen. Die Botanischen Sammlungen laden vom 21. Juli bis 5. August zu ihrer jährlichen Hortensienschau, die thematisch diesmal zu den Ursprüngen der Züchtung in Japan führt.

Wann genau die Japaner die Kultivierung dieser Wildpflanze für ihre Gärten begannen, das wisse heute keiner mehr so genau, sagt Sammlungsleiter Matthias Riedel. „Als die ersten Europäer im 17. Jahrhundert das Land der aufgehenden Sonne betraten, waren die Hortensien, die sie dort zu sehen bekamen, schon Gartenformen, also von Menschenhand gezüchtet.“

Was erwartet die Besucher in den Festräumen des Schlosses? Zunächst etwa 1 000 Hortensienpflanzen, die den züchterischen Werdegang von sehr ursprünglichen bis zu modernen Sorten zeigen. Ein interessanter neuer Trend sind gefüllt blühende Hortensien. Wie alle Zuschendorfer Blüten-Ausstellungen erzählt die Hortensienschau aber auch Geschichten von Menschen rund um die Pflanzen. Susanne und Volker Berthold obliegt wieder die Gestaltung der Ausstellung. Mit ihren Szenen werden sie die Gäste ins Land der aufgehenden Sonne entführen. Da wird der Pflanzenjäger Ernest Henry Wilson auf gefährlicher Klettertour im felsigen Gebirge der Insel Oshima unterwegs sein; im Festsaal betrachten vornehme japanische Damen aus ihrem traditionellen Haus ihren Hortensiengarten.

XIII. Hortensienschau im Landschloss Pirna-Zuschendorf vom 21. Juli bis 5. August; geöffnet täglich ab 10 Uhr, montags bis 16, sonst bis 17 Uhr; Eintritt: 5 €, erm. 4 €