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Zittau

Wie Künstler das Dreiländereck sehen

Unter dem Titel "Grenzraum knüpft Verbindungen" eröffnet am Sonnabend eine neue Ausstellung im Zittauer Museum. Aber nicht jeden Besucher werden die Werke begeistern.

Das Stollsche Haus am Zittauer Markt hatte es Katarina Spacal besonders angetan. Im linken Flügel ihres Triptychons erkennt man das Hinterteil und den Schwanz des verdeckten Löwen, © Rolf Hill

"Grenzraum knüpft Verbindungen" lautet das Motto einer Sonderausstellung, die am Sonnabend, dem 13. April, im Heffterbau der Städtischen Museen Zittau eröffnet wird. Präsentiert werden Werke von 16 Künstlern aus Deutschland, Österreich, Polen, Slowenien, Italien und Polen, die im Oktober vergangenen Jahres während eines einwöchigen Pleinairs mit eigenen Augen das Dreiländereck erkundeten. 

So vielfältig die Eindrücke waren, die sie dabei gewannen, so unterschiedlich in Gestaltung und Aussagekraft sind auch ihre Ergebnisse, die nun vier Monate lang von den Zittauern und ihren Gästen bestaunt werden können. Nicht jeder Besucher wird von allen Arbeiten angetan sein, aber das sei ja schließlich auch ein tieferer Sinn solcher Expositionen, sagt Gisela Hafer, die als Kuratorin bereits das Herbst-Pleinair geleitet hatte. "Wichtig ist, dass der Betrachter den Ausstellungsraum mit neuen, oft auch anderen Eindrücken verlässt, als er sie beim Eintritt hatte", betont sie. Was erwartet die Besucher nun?

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Die während der Oktobertage geschaffenen Werke umfassen ein breites Spektrum. Die Palette reicht vom Gemälde bis zur Skulptur, von der Collage bis zum textilen Objekt, von der Assamblage bis zur Installation, von der seriellen Gestaltung über die bearbeitete Fotografie bis hin zum Landschaftsbild. 

„In Bewegung“ heißt diese Arbeit aus Alu-Platten, Acrylfarben, Chinatusche und Noppenfolie, die vom Österreicher J. F. Sochurek geschaffen wurde. © Rolf Hill

Einen beeindruckenden Blick vom Berg Oybin bis hinüber auf die Silhouette der Stadt Zittau zeigt der Italiener Alessio Russo. Bettina Böhme aus Neusalza-Spremberg erfasst Zittau wie einen Stadtplan, besonders deutlich beim Stadtring. Während Elke Noßky aus Eckartsberg in ihrer Collage alte Zittauer Architektur darstellt, zeigt der Löbauer Walter Piroch gelungene Stadtansichten, beispielsweise Neustadt und Salzhaus. Immer wieder tauchen bei der Motivwahl die beiden Fastentücher auf, deren Darstellungen aber ebenfalls sehr stark voneinander abweichen. 

Besonders beeindruckt vom Stollschen Haus am Markt zeigte sich Katarina Spacal. Sie widmete ihm ein Triptychon, dessen Gestaltungselemente aus Baumwollstoff sie selbst gewebt und zusammengenäht hat. Besonders beachtenswert ist dabei der im Inneren verborgene Markuslöwe, ein eindeutiger Hinweis darauf, dass der einstige Bürgermeister Christian von Hartig Besitzer des Markusordens war. 

Bekannte Zittauer Ansichten bietet die einheimische Malerin Gabriele Watterott. Dazu gehören der Jungbrunnen und das Stadtbad. Den wohl auf Gorbatschow zurückgehenden Ausspruch: „Die Grenzen sind offen“ nimmt der Großschönauer Frank Hiller zum Anlass, um zu fragen, was wir daraus gemacht haben. Mit seiner Skulptur beantwortet er diese Frage selbst: „Ja, wir gehen aufeinander zu.“ 

Die Malerin Gabriele Watterott widmet sich bekannten Motiven aus ihrer Heimatstadt Zittau. © Rolf Hill

Recht deutlich zeige die Exposition, auf welch vielfältige Art und Weise die im Dreiländereck vorhandenen Kunstschätze, auch durch Außenstehende, wahrgenommen und interpretiert werden, erklärt der Direktor der Städtischen Museen, Peter Knüvener.

Schon mit dem Pleinair im vergangenen Jahr sei durch die Organisatoren vom Landratsamt über den Oberlausitzer Kunstverein, die Stadt Zittau und die Regionalgalerie Liberec (Reichenberg) eine reizvolle Auseinandersetzung mit dem bedeutenden heimischen Kulturerbe in Gang gesetzt worden. Diese werde nun öffentlich fortgesetzt. In diesem Sinne hoffe er, dass sich viele Besucher daran beteiligen und am Ende manche unserer Schätze mit anderen Augen sehen und neu für sich entdecken.

Eindrücke von der Vernissage

Mehr Lokales unter:

www.sächsische.de/ort/loebau

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