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Wieder da: Schnee-Porno in Radeberg

Schon seit mehreren Jahren formen Unbekannte frivole Skulpturen. Jetzt griffen sie wieder zur Schaufel.

Die Radeberger Schneekünstler formten jetzt wieder frivolen Figuren. © Christian Essler

Radeberg. Heiße Liebe im kalten Schnee: In Radeberg haben die Eiskünstler wieder zur Schaufel gegriffen. Diesmal ist ein Liebespaar entstanden. Beide liegen recht unverfänglich Kopf an Kopf und küssen sich. Für Aufregung und eine kontroverse Diskussion dürfte in den nächsten Tagen der Riesenphallus neben ihnen sorgen. Mehr als einen Meter ragt der in die Höhe. Wie in den vergangenen Jahren auch sind die Skulpturen nachts entstanden, offenbar unbemerkt von Anwohnern.

Genügend Baumaterial hatten die unbekannten Künstler ja. Am gestrigen Mittwoch schneite es in Radeberg ausreichend. Der Schnee ist sehr nass und eignet sich ausgezeichnet für Skulpturen dieser Art. Inzwischen hat Neuschnee das Liebespaar überzuckert und die Konturen etwas verwischt. Für den heutigen Tag sagen die Meteorologen Temperaturen um den Gefrierpunk voraus. Da werden sie sich noch wohlfühlen. Das Wochenende dürften die Liebenden aber nicht überstehen. Dann klettert nach den Vorhersagen die Quecksilbersäule tagsüber bis auf fünf Grad. Dazu soll es Regen geben. Eventuell stehen, beziehungsweise liegen die beiden ja auch dem Schneeräumdienst im Weg. Dann sind sie schon eher Schnee von gestern.

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Begonnen vor sechs Jahren

Nicht allen gefällt das Treiben der unbekannten Künstler. Immer wieder wurden Rufe nach einem Verbot laut. Doch OB Gerhard Lemm (SPD) ist da zurückhaltend. „Für ein städtisches Verbot gibt es keine Rechtsgrundlage. Theoretisch könnte man prüfen, ob dafür die Polizeiverordnung der Stadt überarbeitet werden kann. Da wäre dann aber die Kunstfreiheit zu berücksichtigen. Persönlich halte ich das nicht für wichtig genug, diese umfangreiche Rechtsprüfung vorzunehmen“, sagt er und fügt hinzu: „Man ist ja nicht gezwungen hinzusehen und völlig vermeiden kann man den Anblick von Nacktheit etwa zum Schutz von Kindern ohnehin nicht.“

Begonnen hatte alles vor nunmehr gut sechs Jahren, als die Unbekannten mit dem Bau eines riesigen Schnee-Penis im Kreisverkehr an der Pillnitzer Straße für Aufsehen sorgten. Es gab viele fröhliche Kommentare, deshalb machten die Unbekannten weiter. In diesem Winter hatten die Fans schon auf die neuen Kreationen gewartet.