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Zehn kleine Helferlein im Auto

Skoda setzt schon lange auf clevere Ausstattung, die sonst niemand hat. Doch auch andere Marken werden erfinderischer.

Cool bleiben: In die MegaBox des Ford Mustang Mach-E lässt sich auch das zerstoßene Eis für die nächste Werkstattparty füllen.
Cool bleiben: In die MegaBox des Ford Mustang Mach-E lässt sich auch das zerstoßene Eis für die nächste Werkstattparty füllen. © Ford/dpa

Von Thomas Geiger

Hätte er keinen Job beim englischen Geheimdienst, dann würde „Q“ wahrscheinlich bei Skoda anheuern. Denn so, wie James Bonds Werkstattmeister die Dienstwagen des Doppelnull-Agenten mit nützlichen Kleinigkeiten ausrüstet, so leben auch die Skoda-Modelle von ihren pfiffigen Details. Allerdings sind sie dort eher am Alltag orientiert als an den Abenteuern von 007. „Simply Clever“ ist jedoch kein Alleinstellungsmerkmal der tschechischen VW-Tochter. Andere Hersteller erfinden ebenfalls clevere Dinge, die das Autofahrerleben leichter machen. Unsere Top 10.

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1. Eiskratzer in der Tankklappe

Es war das erste und ist bis heute das prominenteste Detail aus Skodas cleverem Sammelsurium – und findet sich mittlerweile in allen Modellen der Tschechen. Wenn jetzt allerdings der Enyaq als vollelektrisches Sports Utility Vehicle (SUV) ohne klassische Tankklappe kommt, markiert das nicht das Ende: Der Eiskratzer zieht kurzerhand um und wandert in einen Einschub in der Heckklappe.

Bekanntes Feature neu interpretiert: Dort wo es wie im elektrischen Enyaq keinen klassischen Tankdeckel gibt, wo Skoda einen Eiskratzer darreichen kann, wandert er in die Heckklappe.
Bekanntes Feature neu interpretiert: Dort wo es wie im elektrischen Enyaq keinen klassischen Tankdeckel gibt, wo Skoda einen Eiskratzer darreichen kann, wandert er in die Heckklappe. © Skoda/dpa

2. Kofferraum vorn

Abgesehen von Sportwagen wie dem Porsche 911 ist das Beladen von Autos durch eine Heckklappe seit über 100 Jahren gängige Praxis. Doch was ändert sich, wenn das Auto gar keinen konventionellen Motor mehr hat und der Antrieb direkt an die Achsen wandert? Tesla hat diesen Raumgewinn bei seinen Elektroautos als erster sinnvoll genutzt und den „Frunk“ erfunden. Dieser „Front Trunk“, also der vordere Kofferraum, nimmt beim Model S und anderen Tesla-Baureihen locker zwei weitere Reisetaschen auf und dient zumindest noch als leicht zugänglicher Stauraum – zum Beispiel für das Ladekabel.

3. Klappsitze wie im Kino

So schafft Honda im Kleinwagen Jazz zusätzliche Transportkapazitäten für sperrige Ladegüter. Wer mal Stehlampen oder Topfpflanzen von A nach B karren muss, kann einfach die Sitzpolster der „Magic Seats“ aufstellen und gewinnt so rund 50 Zentimeter lichte Höhe. Dafür braucht es allerdings nicht nur eine spezielle Konstruktion der Rückbank, sondern zudem einen eigenen Unterboden. Während bei den meisten Fahrzeugen unter der Rückbank der Tank montiert ist und der Raum für solche Lösungen fehlt, hat Honda diesen unter den Fahrersitz verlegt.

4. Regenschirm in der Tür

Wer Rolls-Royce fährt, steht auf der Sonnenseite des Lebens. Doch auch dort kann es mal regnen. Deshalb haben die Briten bei ihren Luxuslinern einen Regenschirm in den Türen integriert. Den zieht der Chauffeur einfach heraus, spannt ihn auf und muss seine Fahrgäste dann auch beim Aussteigen nicht im Regen stehen lassen. Diese Idee haben mittlerweile auch Marken wie Skoda übernommen und ein bisschen weiterentwickelt. Im neuen Octavia gibt es als Alternative zum Schirm speziell für den Winter einen Schneebesen.

5. Integrierter Staubsauger

Kekskrümel oder der Sand vom Spielplatz – wer mit kleinen Kindern unterwegs ist, sitzt eigentlich immer in einem schmutzigen Auto. Bei Honda ist das ein paar Entwicklern offenbar derart sauer aufgestoßen, dass sie eine einzigartige Lösung für mehr Sauberkeit auf der Straße entwickelt und den Odyssey mit einem integrierten Staubsauger ausgestattet haben. Im Heck des Familienvans integriert, liefert er auch über das 12-Volt-Netz genügend Saugkraft, um all die Abfälle des Alltags spurlos zu entfernen. Leider gibt es den Odyssey mit diesem Extra nur auf dem US-Markt. In Europa existiert zumindest für Trucker eine vergleichbare Lösung: MAN oder Mercedes legen auf Wunsch Druckluftschläuche in die Kabine, mit denen man Baustellendreck nach Feierabend rausblasen kann.

6. Wanne mit Abfluss

Ebenfalls als saubere Sache feiert Ford die Mega Box im Kofferraum des neuen Puma. Denn diese rund 45 Zentimeter tiefe Wanne unter dem Ladeboden schafft nicht nur zusätzlichen Stauraum, sondern verfügt, wie eine Badewanne auch, über einen Abfluss. Wer darin also Blumenerde oder schmutziges Schuhwerk chauffiert, kann die Transportbox danach einfach ausspritzen. Auch die Fahrt zur Fischzucht war nie so unkompliziert. Beim elektrischen Geländewagen Mustang Mach-E hat Ford die Idee weiterentwickelt und die Mega Box im Bug eingebaut: Mit reichlich Eis gefüllt, inszenieren die Amerikaner das Fach auf Werbefotos gern als mobilen Kühlschrank.

7. Sitz auf (langen) Schienen

Ein Vorteil von Elektroautos ist neben dem sauberen Antrieb ihr üppiges Platzangebot. Weil der Antrieb in der Regel im Wagenboden verbaut ist und es im Bug keinen Motor mehr gibt, haben die Passagiere bei gleichem Radstand deutlich mehr Beinfreiheit. Das mag die meisten Mitfahrer freuen, stellt aber vor allem Eltern vor Probleme. Denn der Nachwuchs auf dem Rücksitz ist für sie kaum mehr erreichbar. Der chinesische Hersteller Nio löst das Problem mit besonders langen Sitzschienen für die erste Reihe. Im Geländewagen ES8 etwa kann man den Beifahrersitz beim Ampelstopp mit einem Handgriff aushaken und komplett bis zur Rückbank schieben, dem Baby wieder den Schnuller in den Mund stecken und vor dem Losfahren wieder vorne sein. Das ist nicht das einzige pfiffige Detail: In der Mittelkonsole ist Platz für eine Handtasche, und unterm Handschuhfach lässt sich für mehr Entspannung auf langen Fahrten eine Fußablage ausklappen.

Flexibles Sitzmobiliar: In Autos der chinesischen Marke Nio lässt sich der Beifahrersitz besonders weit nach hinten schieben oder um eine Fußablage bereichern.
Flexibles Sitzmobiliar: In Autos der chinesischen Marke Nio lässt sich der Beifahrersitz besonders weit nach hinten schieben oder um eine Fußablage bereichern. © Nio/dpa

8. Aktiver Türkantenschutz

Gegen Kratzer an den Flanken des Stellplatznachbarn haben Ford und Skoda den aktiven Türkantenschutz erfunden. Öffnet man bei Modellen wie Fiesta oder Kamiq eine entsprechend ausgerüstete Tür, schiebt sich aus dem Falz eine Kunststoffblende vor die Metallkante und schützt so den Lack beider Fahrzeuge.

9. Belüftung mit Beduftung

Heute bieten zahlreiche Autohersteller eigene Innenraum-Parfüms an. Die werden natürlich nicht einfach so verspritzt, sondern zum Teil mit hohem technischem Aufwand in die Fahrzeugbelüftung integriert. Dafür allerdings steigt der Preis. Während es einen Duftbaum für wenige Euro gibt, muss man für solche Systeme mindestens dreistellige Aufpreise einplanen. Allerdings lässt sich dafür die Intensität des Duftes, anders als beim Wunderbaum, variieren – wem es stinkt, der schaltet das System einfach aus.

10. Kofferraum an der Flanke

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