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So sieht Pirnas neue gläserne Großküche aus

Die Firma "Knack Frisch" produziert nun in einem Neubau im Industriepark „An der Elbe“. Die Zahl der Mahlzeiten steigt stetig, Mitarbeiter werden noch gesucht.

Über 3.000 Portionen täglich: "Knack Frisch"-Küchenleiter Nino Stagge schüttet am neuen Arbeitsplatz Bohnen in einen Kochbehälter.
Über 3.000 Portionen täglich: "Knack Frisch"-Küchenleiter Nino Stagge schüttet am neuen Arbeitsplatz Bohnen in einen Kochbehälter. © Daniel Schäfer

Das Geschäft mit Töpfen und Pfannen, in denen Speisen heranköcheln, läuft bereits seit 25 Jahren. Mitarbeiter der Küche des Vereins "Lebenshilfe Pirna-Sebnitz-Freital" begannen 1996 im ehemaligen Gasthaus Wiesenhof in Pirna-Neundorf, die ersten Mahlzeiten zuzubereiten. Aus der Koch-Stätte, die anfangs nur für die Lebenshilfe-Einrichtungen produzierte, entwickelte sich ein Unternehmen, seit 1999 firmierte es unter dem Namen „GBS Wiesenhof“, der Name war dem historischen Lokal entliehen.

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Seit dieser Zeit versorgt der Betrieb Schulen, Kindertagesstätten, Seniorenheime, Firmen und auch private Einzelabnehmer mit warmen Mahlzeiten. Die Zahl der Portionen stieg stetig, was die Firma aber zunehmend vor ein Problem stellte. "Wir sind am bisherigen Standort platztechnisch allmählich an unsere Grenzen gestoßen", sagt Geschäftsführer Frank Thomas.

So stand irgendwann eine doppelte Veränderung an: Das Unternehmen verpasste sich mit "Knack Frisch" einen neuen Namen, hinzu kam ein Neubau im Pirnaer Gewerbegebiet "An der Elbe", in dem nun ausschließlich produziert wird. Sächsische.de stellt die Details vor.

Wo entstand die neue Großküche?

Der Neubau wurde auf einem Grundstück an der Ecke Kahrenweg/Kunstseidenstraße im Industriepark "An der Elbe" errichtet. Dort war ausreichend Platz für Haus mit Küche, Bistro und Parkplätze. Zudem wird das grau-weiß-grüne Haus dort stärker wahrgenommen als an dem etwas versteckten früheren Ort in Neundorf.

Warum war der Neubau nötig?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Bislang betrieb "Knack Frisch" die Küche in Alt-Neundorf sowie eine kleinere am Varkausring auf dem Sonnenstein – was aber aus logistischer Sicht als wenig sinnvoll erschien.

Zudem stieg die Zahl der täglich zubereiteten Gerichte stetig, so wurde in den bisherigen Küchen der Platz knapp. Auch die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten waren nicht mehr die besten. "In den vergangenen Jahren ist ein mächtiger Investitionsstau aufgelaufen", sagt Knack-Frisch-Geschäftsführer Frank Thomas.

So reiften schon vor sechs Jahren erste Pläne für einen Neubau. 2019 begannen schließlich die Arbeiten am neuen Haus. "Wir mussten diesen nächsten Schritt einfach gehen", sagt Thomas.

Was ist am Neubau besonders?

Entstanden ist ein moderner, zweigeschossiger Neubau. "Wir sind sehr froh über dieses repräsentative Gebäude", sagt der Geschäftsführer. Der neue Standort bietet für das Unternehmen und die Beschäftigten mehrere Vorzüge. Das Haus entspricht den neuesten Hygienevorschriften, die Räume wurden passend zu den Abläufen angeordnet, mit 1.000 Quadratmetern Nutzfläche bietet die Großküche ausreichend Platz.

Vieles ist nun einfacher. "Waren bisher die Mitarbeiter auf zwei Küchen verteilt, haben wir jetzt erstmals das gesamte Team vor Ort – und auch nur noch auf einer Ebene", sagt Knack-Frisch-Prokurist Chris Podavka. Unter Regie des Küchenleiters Nino Stagge sei das Geschäft in der Küche effektiver geworden, der Betrieb können täglich eine große Anzahl von Essen vorhalten.

Ebenfalls neu ist das Bistro, in dem man vor Ort speisen kann. Und neu ist auch die gläserne Produktion, vom Bistro aus kann man durch eine riesige Glasscheibe in die Küche schauen. "Wir wollen so transparent wie möglich für unsere Kunden sein", sagt Thomas. Anfangs seien die Mitarbeiter skeptisch gewesen, hinter einer großen Glasscheibe zu arbeiten. Inzwischen nähmen sie diese aber gar nicht mehr wahr.

Knack-Frisch-Geschäftsführer Frank Thomas, Prokurist Chris Podavka und Christian Müller, Geschäftsführer SIB Innovation- und Beteiligungsgesellschaft (v.l.), vor dem Neubau in Pirna: 2,5 Millionen Euro in eine moderne Großküche investiert.
Knack-Frisch-Geschäftsführer Frank Thomas, Prokurist Chris Podavka und Christian Müller, Geschäftsführer SIB Innovation- und Beteiligungsgesellschaft (v.l.), vor dem Neubau in Pirna: 2,5 Millionen Euro in eine moderne Großküche investiert. © Daniel Schäfer

Wann ist der Betrieb gestartet?

In der neuen Großküche schon vor einem Jahr, doch das ging in der Corona-Pandemie komplett unter. "Das war vielleicht auch nicht so verkehrt, so konnten wir die Portionen schrittweise steigern und die Arbeitsabläufe entsprechend anpassen", sagt Thomas.

Inzwischen ist auch das Bistro offen, nach einem sogenannten "slow opening", ein langsamer Öffnungsprozess, damit sich auch hier alles einspielen konnte. Inzwischen wird es gut besucht, die Nachfrage sei laut Podavka teils größer als erwartet. Schon mehrfach bildeten sich Schlangen am Ausgabetresen. "Wir sind froh, dass dieses Angebot so gut angenommen wird", sagt Thomas. Das Bistro ist montags bis freitags von 8 bis 14 Uhr geöffnet.

Wie viele Mahlzeiten werden zubereitet?

Die Produktion läuft täglich von 5 bis 15 Uhr, wegen der großen Nachfrage soll in Kürze eine zweite Schicht etabliert werden. Waren es in der Pandemie-Hochzeit unter 1.000 Essen am Tag, kocht "Knack Frisch" mittlerweile über 3.000 Essen täglich – das sind 20 Prozent mehr als an den alten Standorten.

Die Nachfrage ist erheblich gestiegen, viele Einzelkunden kamen hinzu, die Firma beliefert mittlerweile auch größere Einrichtungen in Heidenau und Dresden, in diesem Bereich sollen weitere Neukunden gewonnen werden. Die neue Küche ist für eine Kapazität von bis zu 5.000 Essen täglich ausgelegt. "Diese Menge wollen wir in zwei Jahren erreicht haben", sagt Thomas.

Wie viele Mitarbeiter gibt es?

Am neuen Standort sind es inzwischen 65. Und das Personal soll weiter aufgestockt werden. Gesucht werden vor allem Köche. Auch Ausliefer-Fahrer werden benötigt, in Zukunft möglicherweise auch zusätzliche Ausgabe-Kräfte. Sind einmal alle Stellen besetzt, werden es etwa 70 Beschäftigte sein.

Weil das Unternehmen aus der Lebenshilfe heraus entstand und der Verein auch weiterhin Gesellschafter ist, spielt bei „Knack Frisch“ das Thema Inklusion eine große Rolle. Laut des Geschäftsführers sollen künftig auch Menschen mit Handicap eingestellt werden. "Weitere Küchenhelfer aus dem Inklusionsbereich sind uns herzlich willkommen", sagt Thomas, "sie bekommen bei uns die bestmögliche Eingliederung ins Geschehen."

Wie viel kostete der Neubau?

Das Unternehmen investierte rund 2,5 Millionen Euro in den Neubau. Weil "Knack Frisch" aber wie anderen mittelständischen Unternehmen auch das notwendige Eigenkapital fehlte, holte sich die Firma Hilfe bei der SIB Innovations- und Beteiligungsgesellschaft, eine hundertprozentige Tochter der Ostsächsischen Sparkasse Dresden. Mit ihrem Geschäftsmodell sorgt die SIB quasi für das notwendige Eigenkapital beim Investor – und macht ihn damit auch erst in Größenordnungen kreditfähig.

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