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Wo die Simsons fliegen

Star, Habicht, Schwalbe oder Essi – die Fans lieben ihre alten DDR-Mopeds. Mancher unterschätzt ihren Wert.

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© Egbert Kamprath

Von Franz Herz

An alten Mopeds hängen Erinnerungen. Wer ist nicht als Jugendlicher mit einem Essi über die Feldwege gefahren, mit einer S50 zum Tanzen oder hat Schwester Agnes mit ihrer Schwalbe im Fernsehen gesehen? Die Fahrzeuge kamen alle aus dem Simson-Werk in Suhl. Und diesem Thema haben die Organisatoren Rainer Sonntag und Christian Ziesche beim Oldtimertreffen im Dippser Ortsteil Seifersdorf am Wochenende eine Sonderschau gewidmet.

Gute alte Stücke

Das seltene Versehrtenfahrzeug Ein Duo von Simson galt in der DDR als Versehrtenfahrzeug. Das bekam man nur mit dem entsprechenden Ausweis. Die Zweisitzer waren also früher schon selten. Daher freute sich der Freitaler Marcus Beuthner, als er vor zweieinhalb Jahren über Ebay ein solches Stück in Dresden kaufen konnte. Damals war es ein wenig verbastelt. „Es war in Richtung Bierkutsche für Herrentagspartien umgebaut worden“, erzählt der Tischler. Er bemüht sich seitdem wieder darum, es möglichst in den Originalzustand zu versetzen und zeigte es bei der Simson-Sonderschau in Seifersdorf.
Das seltene Versehrtenfahrzeug Ein Duo von Simson galt in der DDR als Versehrtenfahrzeug. Das bekam man nur mit dem entsprechenden Ausweis. Die Zweisitzer waren also früher schon selten. Daher freute sich der Freitaler Marcus Beuthner, als er vor zweieinhalb Jahren über Ebay ein solches Stück in Dresden kaufen konnte. Damals war es ein wenig verbastelt. „Es war in Richtung Bierkutsche für Herrentagspartien umgebaut worden“, erzählt der Tischler. Er bemüht sich seitdem wieder darum, es möglichst in den Originalzustand zu versetzen und zeigte es bei der Simson-Sonderschau in Seifersdorf.
Das Stück Automobilgeschichte Erst vor Kurzem hat sich Andreas Rechenberger aus Freital diesen DKW F9 aus dem Jahr 1955 gekauft. Der ist aber erst 1958 zugelassen worden. „Wo der in der Zwischenzeit gelaufen ist, weiß ich nicht, vielleicht bei den bewaffneten Organen. Ich hoffe, hier auf dem Oldtimertreffen in Seifersdorf jemand zu treffen, der mir bei dieser Frage weiterhelfen kann“, sagt Rechenberger. Der gleiche Motor wie bei dem F9 wurde auch in einen DKW der Auto Union in Westdeutschland eingebaut und den späteren Wartburg 311. Diese drei Autos standen in Seifersdorf nebeneinander. Das ist Automobilgeschichte.
Das Stück Automobilgeschichte Erst vor Kurzem hat sich Andreas Rechenberger aus Freital diesen DKW F9 aus dem Jahr 1955 gekauft. Der ist aber erst 1958 zugelassen worden. „Wo der in der Zwischenzeit gelaufen ist, weiß ich nicht, vielleicht bei den bewaffneten Organen. Ich hoffe, hier auf dem Oldtimertreffen in Seifersdorf jemand zu treffen, der mir bei dieser Frage weiterhelfen kann“, sagt Rechenberger. Der gleiche Motor wie bei dem F9 wurde auch in einen DKW der Auto Union in Westdeutschland eingebaut und den späteren Wartburg 311. Diese drei Autos standen in Seifersdorf nebeneinander. Das ist Automobilgeschichte.
Das stilechte Gespann Julia Claußnitzer im Beiwagen und Uwe Oehme aus Dorfhain sind mit ihrem Awo-Gespann ein Blickfang. Der Fahrer trägt Knickerbocker und das Kleid der Beifahrerin ist auf die gelben Streifen des Motorrads abgestimmt. Die Maschine ist eine der allerersten Awos, die bei Simson hergestellt wurden. Sie wurde 1951 produziert, 1959 stillgelegt und stand seitdem in einer Scheune. „Sie hat noch nicht viel von der Welt gesehen“, sagt Uwe Oehme. „Aber seitdem ich sie 2006 gekauft habe, kommt sie mehr herum.“ Nächste Woche will er damit an der Höckendorfer Oldtimerrallye teilnehmen.
Das stilechte Gespann Julia Claußnitzer im Beiwagen und Uwe Oehme aus Dorfhain sind mit ihrem Awo-Gespann ein Blickfang. Der Fahrer trägt Knickerbocker und das Kleid der Beifahrerin ist auf die gelben Streifen des Motorrads abgestimmt. Die Maschine ist eine der allerersten Awos, die bei Simson hergestellt wurden. Sie wurde 1951 produziert, 1959 stillgelegt und stand seitdem in einer Scheune. „Sie hat noch nicht viel von der Welt gesehen“, sagt Uwe Oehme. „Aber seitdem ich sie 2006 gekauft habe, kommt sie mehr herum.“ Nächste Woche will er damit an der Höckendorfer Oldtimerrallye teilnehmen.

Dafür sprachen sie gezielt Teilnehmer von früheren Oldtimertreffen an, die dort mit einem Simson-Zweirad gewesen sind, und haben auch über ein Internetforum für DDR-Mopedfreunde um Teilnehmer geworben. „Und es ist jetzt ein schöner Überblick über die Modellgeschichte von Simson geworden“, sagte Ziesche am Sonnabendmittag.

Die meisten Teilnehmer kamen aus der Region zwischen Wilsdruff, Dresden und Altenberg, einzelne auch aus Leipzig oder sogar aus Baden-Württemberg.

Torsten Rössel aus dem benachbarten Ruppendorf ist mit einem Hänger vorgefahren, von dem er drei Essis abgeladen hat. Zu dieser Sammlung kam er durch Zufall. Eigentlich fuhr er schon immer alte Motorräder. Dann hat sein Schwiegervater eine SR2 vererbt, und er dachte, dass er so mit seiner Freundin gemeinsam ausfahren kann.

„Aber Moped und Motorrad, das passte einfach nicht zusammen“, erinnert er sich. So hat er sich auch ein Essi gekauft und einen Winter lang wiederaufgebaut. Es glänzt jetzt kirschrot und elfenbeinfarben. „Dieses Modell gab es in Deutschland nicht. Es wurde nur für den Export nach Schweden produziert“, hat er sich kundig gemacht. Und das dritte Moped ist ein Vorgängermodell, eine SR1. Diese wird er über den kommenden Winter wiederaufbauen. Das ist nicht nur mit Zeitaufwand verbunden. Wer dafür einen Originalsattel sucht, muss um die 400 Euro bezahlen, einen Benzinhahn gibt es kaum unter 100 Euro. „Mancher denkt, so etwas ist ein Haufen Schrott. Aber da steckt mehr Wert drin, als mancher denkt“, sagt Rössel.