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Wo man singt, da mache ruhig Picknick

Das Musikfest „Riesa singt“ erlebt gestern im Riesaer Stadtpark erfolgreich seine zweite Auflage.

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© Klaus-Dieter Brühl

Von Klaus-Dieter Brühl

Riesa. Das Wandern ist des Müllers Lust“ schallt es am Sonntagnachmittag aus 1 000 Kehlen über die Riesaer Stadtparkwiesen. Und natürlich singt auch Riesas Oberbürgermeister Marcus Müller kräftig mit. Und freut sich in seiner Begrüßung, dass so viele Akteure und Besucher zur zweiten Auflage von „Riesa singt“ in den Park gekommen sind. Möglich wurde das Musikfest durch die Initiative von Birgit Böhm und Antje Kauffenstein. Die beiden Frauen von der Bürgerbewegung „Initiative für Riesa“ hatten das vorjährige Event organisiert und daraufhin sehr viel positives Feedback erhalten. „Das hat uns ermutigt, es auch in diesem Jahr wieder zu versuchen“, sagt Antje Kauffenstein.

Die DRK-Angestellte hat gemeinsam mit ihrer Mitstreiterin, der Lehrerin Birgit Böhm und vielen Ehrenamtlichen und Helfern ein Fest auf die Beine – besser gesagt auf die zwei Bühnen – gestellt, das sich sehen lassen kann. Und vor allem hören. „Es ist eine Mischung aus Picknick, Konzert und Singefest“, erklärt Birgit Böhm. Und was man auf den Parkwiesen und auf der Freitreppe und davor erlebt, bestätigt genau das. Da stehen Chorsänger vom Kleinkind bis zu den Alten in verschiedenen Gruppen und sind gerade beim Einsingen, so heißt das Warm-up bei den Chorsängern. Bläser vom Posaunenchor sorgen gerade für eine Zwischenmusik; Leute sitzen auf Decken im Gras und haben Kaffee und Kuchen dabei; Kinder spielen dahinter Ball; dazwischen immer wieder Spaziergänger. Auf einer Decke afghanische Männer und Frauen, die sich das Treiben noch etwas reserviert anschauen. Und deren Kinder, die schon recht gut übersetzen können, so dass man sich nicht mit mühsamem Englisch oder Händen und Füßen verständlich machen muss. Etwas ganz Exotisches ist die Ukulelen-Kapelle aus Peritz. Die Frauen mit den etwas seltsam wirkenden Minigitarren haben es sich auf der Wiese bequem gemacht und stimmen gerade ihre Instrumente.

Gleich daneben bereitet sich der Chor von der Riesaer Kirschberg-Kita auf seinen Auftritt auf der Freitreppen-Bühne vor. Da ist man ziemlich aufgeregt, das ist immer so vor dem großen Auftritt. Na gut, noch ein paar Bilder für den Reporter, dann wird weiter probiert. „Immerhin sind wir eine Einrichtung mit musikalischem Profil, da ist ein Auftritt bei „Riesa singt“ für uns selbstverständlich“, sagt Kita-Chefin Gabriela Mentzer. „Schließlich haben wir auch einen Erzieherchor. Und wir waren im vorigen Jahr dabei!“. Und damit wendet sie sich ihren Sängern zu.

Antje Kauffenstein und Birgit Böhm halten sich derweil im Hintergrund. Sie freuen sich jetzt einfach nur, dass alles so gut läuft. Und dass das Wetter trotz drohenden Gewölks am Firmament nun also doch mitgespielt hat. „Aber das hat alles sehr, sehr viel Arbeit und Nerven gekostet. Gut, dass so viele mitgeholfen haben“, seufzt Birgit Böhm erleichtert. „Wir sind jetzt im Nachhinein selber beeindruckt, wie man mit so wenig Geld so viel bewegen kann“, ergänzt ihre Mitstreiterin. Denn Sponsoren gibt es nicht, lediglich die „Linke“ hat etwas gegeben. Und die Stadt hat das Fest unterstützt mit Toiletten, der Stromver- und der Müllentsorgung. Etwa 2 000 Menschen waren beim musikalischen Picknick dabei - ob als Akteure oder als Zuhörer. Die meisten als beides.

Jetzt stehen die Knirpse vom Kirschberg mit ihren Erziehern auf der Parkfreitreppe und singen: „Wenn Du glücklich bist, dann klatsche in die Hand!“ Offenbar macht, wenn man so in die Runde schaut, zumindest in Riesa das Singen sehr glücklich.