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Wolf auf der Ziegraer Dorfstraße

Mehrere Bewohner haben das Tier gesehen. Aber ist es wirklich ein Wolf oder doch etwas anderes?

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© Symbolfoto/dpa

Von Jens Hoyer

Döbeln. Andreas Jentzsch aus Ziegra ist sich sicher: Jetzt hat er den Wolf auch gesehen. Andere Leute aus Ziegra hatten ihn gesichtet, auch die Nachbarn, als sie mit ihrem Schäferhund unterwegs waren. Jentzsch hat ihn vom Fenster seiner Wohnung aus gesehen, nachts gegen 23.30 Uhr auf der Dorfstraße. „Ich bin nach der Kamera gerannt. Aber da war er schon wieder weg“, erzählt er. Das Tier sei größer als ein Schäferhund gewesen.

Wolf oder nicht Wolf? Jäger Lutz Grundmann aus Ziegra ist sich da sicher: Es ist ein Hund, der sein Unwesen treibt. Ein Wolf würde wahrscheinlich auch nicht bis in den Ort kommen, meint er. Grundmann hatte ihn im Februar zum ersten Mal gesehen. Dann war er verschwunden. Jetzt ist er wieder da. „Es ist die Mischung zwischen einem Schäferhund und noch etwas größerem“, sagt er. Der Hund scheint immer draußen zu sein. Und er wildert unter den Beständen an Rehen und Hasen. Besonders die Kitze seien gefährdet. „Die findet er nicht so einfach im hohen Gras. Der Hund folgt aber der Fährte der Mutter.“ Er habe das Tier schon mit einem gewilderten Kitz im Maul gesehen. Die Unruhe, die der Räuber verbreitet, sei zu spüren. „Von einigen Stellen haben sich die Rehe zurückgezogen. Selbst die Wildschweine sind nicht mehr im Raps.“

„Den Hund hat jemand ausgesetzt“, glaubt der Jäger. Nachforschungen nach einem möglichen Besitzer hatten nichts ergeben. Das Tier ist schwarz, bräunlich und grau. „Vielleicht kennt jemand den Besitzer?“, sagt der Jäger. Am liebsten wäre es Grundmann, wenn das Tierheim ihn einfängt. Noch habe er nichts in die Wege geleitet. Den wildernden Hund schießen, das will der Jäger eigentlich nicht. Darf er auch nicht. „Dazu brauche ich eine Genehmigung der Unteren Jagdbehörde.“