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Zankapfel Ex-Arbeitsanstalt

Die Stadt will eine Ruine in der Neustadt verkaufen, ein Verein ein interkulturelles Zentrum schaffen. Als vierte Partei meldet sich die SPD zu Wort.

© Sven Ellger

Die Stadt will verkaufen, der Dresdner Verein Elixir hofft auf einen Erbpachtvertrag und will ein interkulturelles Zentrum schaffen und die Politik nutzt die Debatte als Plattform für ihre Botschaften: Die Verhandlungen um die einstige Arbeitsanstalt auf der Königsbrücker Straße 117/119a sind schwierig. Linke, Grüne und AfD haben sich bereits dazu geäußert. Nun meldet sich auch die SPD zu Wort: Die Stadtratsfraktion wird für den Verkauf des Grundstücks stimmen und sorgt so dafür, dass das interkulturelle Zentrum auf der Kippe steht.

Carsten Ungewitter (l.), Lisa Beyer und Felix Gutte wollen auf der Königsbrücker Straße ein Zentrum bauen, in dem Flüchtlinge und Dresdner zusammenwohnen. Dazu haben sie den Verein „Elixir“ gegründet.
Carsten Ungewitter (l.), Lisa Beyer und Felix Gutte wollen auf der Königsbrücker Straße ein Zentrum bauen, in dem Flüchtlinge und Dresdner zusammenwohnen. Dazu haben sie den Verein „Elixir“ gegründet. © Sven Ellger

„Niemand aus meiner Fraktion hat sich diese Entscheidung leicht gemacht“, versichert der Vorsitzende Christian Avenarius. „Von daher wäre der Schluss, die SPD-Stadträte würden die Dimension der Flüchtlingsthematik verkennen oder gar Finanzinteressen über bürgerliches Engagement stellen, wirklich nicht gerechtfertigt.“ Dennoch habe sich der Verein nicht an dem Bieterverfahren zum Grundstück beteiligt. „Vor diesem Hintergrund sind wir nach reiflicher Überlegung mehrheitlich zu dem Schluss gelangt, dass das Projekt zwar sympathisch und natürlich förderungsfähig ist, der Verkauf aber nicht abgebrochen werden soll“, so Avenarius.

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Das hatten kürzlich die Stadtratsfraktionen der Linken und Grünen in einem Antrag gefordert. Demnach sollte geprüft werden, ob das Gebäude nicht doch dem Verein überlassen werden kann.

Dieser will in einem Flügel Wohnungen für Flüchtlinge, Migranten und Dresdner schaffen. In einem anderen Bereich des Hauses sollen Gemeinschaftsräume entstehen, die auch von Kulturschaffenden genutzt werden können. Dafür müssten allerdings rund acht Millionen Euro investiert werden. Die sollen über Spenden, Fördermittel sowie die Gründung einer Genossenschaft zusammenkommen. Die Vereinsmitglieder sind über die Entscheidung der SPD verärgert: „Nach mehreren positiven Gesprächen sind wir überrascht, dass die Fraktion nun doch den Verkauf favorisiert“, sagt Vorstand Silke Pohl. „Aus unserer Sicht verspielt die SPD hier leichtfertig eine riesige Chance für die Stadt.“ Noch bleibt allerdings abzuwarten, wie sich der Stadtrat tatsächlich entscheidet. (SZ/sag)