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Zeitplan für Flüchtlingsheime steht

Zuerst ziehen Asylbewerber in Löbtau ein. Ex-Hotels öffnen erst später. Dennoch sieht die Stadt keine Aufnahme-Probleme.

© Norbert Millauer

Von Lars Kühl

365 Tage für Patienten da

Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

Endlich gibt es Planungssicherheit. Am 2. Februar öffnet in Löbtau das erste von zwölf neuen Übergangsheimen, gab das Rathaus am Freitag bekannt. Ursprünglich sollten noch im Dezember in drei Einrichtungen Flüchtlinge einziehen. Der Zeitplan wurde aber nicht eingehalten. Kein Problem, erklärt das Rathaus, Dresden kommt seiner Pflicht, Asylbewerber aufzunehmen, trotzdem nach. Dazu wurden im Oktober 65 Wohnungen zusätzlich angemietet, vorher waren es bereits 235.

In der Tharandter Straße in Löbtau wird ein unscheinbares, ehemaliges Bürohaus zum ersten neuen Asylbewerberheim umgebaut. Im Februar könnten die neuen Bewohner einziehen. © Tobias Wolf
Die Umgestaltung des Heimes in Pappritz ist höchst umstritten. © Sven Ellger

„Nach aktueller Information wird uns die Landesdirektion Sachsen in den letzten Tagen des Jahres auch regulär keine weiteren Asylbewerber zuweisen“, teilt Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos) mit. Die Prognose hatte Zahlen zwischen 1 236 und 1 444 vorausgesagt. 1 333 hat Dresden dieses Jahr aufgenommen. Erstmals seit drei Jahren wurde die Maximalquote damit nicht ausgeschöpft. Nächstes Jahr rechnet die Stadt mit steigenden Zahlen, die Planungen gehen von 1 740 aus.

Der Westen: Altes Bürohaus wird bis zur Eröffnung umgebaut

Die ersten Neuankömmlinge könnten ab 2. Februar also in die Tharandter Straße 8 einziehen. Dort wird ein leer stehendes Bürohaus umgebaut. 40 Plätze sind geplant. Am 30. Januar veranstaltet die Stadt einen Tag der offenen Tür. Dabei wird das Sicherheitskonzept des Hauses erörtert. Der Betreiber stellt sich ebenfalls vor – bis auf Weiteres ist das die Human Care GmbH, die bereits auf der Bauhofstraße und der Leipziger Straße Wohnheime führt. Trotzdem schreibt das Rathaus die Betreibung demnächst ordnungsgemäß aus.

Als zweites Heim im Dresdner Westen soll das Hotel Lindenhof in Stetzsch in der Podemusstraße 9 trotz Bürgerprotesten umgebaut werden. Der Besitzer hatte es der Stadt angeboten. Einen Termin zur Eröffnung nannte die Stadt am Freitag trotz anderslautender Ankündigung nicht.

Der Osten: Klagen und Widersprüche gegen Umnutzung angekündigt

Nach dem Löbtauer Haus sollen in der Gustav-Hartmann-Straße 4 in Laubegast – für maximal 94 Flüchtlinge – und am Wachwitzer Höhenweg 1a in Pappritz – mit 60 Plätzen – bis Ende Februar die nächsten beiden Heime in Betrieb gehen. Dafür sind Umbauten an den ehemaligen Hotels notwendig. Besonders beim Pappritzer Heim muss der Brandschutz verbessert werden. Wie genau, wird noch in der Umnutzungsgenehmigung festgelegt. Doch gegen die haben Nachbarn bereits Klagen und Widersprüche angekündigt. Deshalb sei nicht auszuschließen, dass sich die Eröffnung nochmals verschiebt, sagt das Rathaus.

Der Süden: Wohnungen besonders für Familien geeignet

In Kürze beginnen die Umbauarbeiten an einem Mehrfamilienhaus in der Lockwitztalstraße 60. In dem Wohnheim sollen ab 1. Juli 75 Flüchtlinge einziehen. Der Mietvertrag zwischen der Stadt und dem Eigentümer wurde in dieser Woche unterschrieben. Zunächst muss das leer stehende, baufällige Haus saniert und ausgebaut werden. Die insgesamt 15 Wohnungen verfügen jeweils über eine Küche und ein Bad und seien deshalb vor allem für die Unterbringung von Familien geeignet.

Im April 2016 soll zudem ein Bürokomplex in der Heidenauer Straße 49 als sogenannte Clearingstelle genutzt werden. Um Konflikte zwischen den Bewohnern innerhalb der Unterkünfte zu vermeiden, werden dort die künftigen Bewohner zunächst geprüft, beispielsweise nach Herkunft, und dann auf Übergangswohnheime oder Wohnungen in der Stadt verteilt.

Der Norden: Keine weitere Umgestaltung geplant

In den Ortsamtsgebieten Pieschen und Neustadt gibt es bereits mehrere Asylbewerberheime. Weitere Objekte werden vorerst nicht umgestaltet.

Die Neubauten: Planungen beginnen zum Jahresbeginn

Neben der Umnutzung von bestehenden Gebäuden will die Stadt sechs Heime in Cotta, Naußlitz, Dobritz (zwei), Klotzsche und der Südvorstadt neu bauen. Dafür beginnen die Planungen im Januar.

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