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Zeitreise nach Zittau

Jutta Reimann war in der Mandaustadt auf Spurensuche ihrer Familie, die hier einige Zeit lebte. Und die 94-Jährige war begeistert.

Jutta Reimann (2. von rechts) besuchte mit ihrer Familie Zittau. In der Mandaustadt lebte früher ihr Vater und hier wurde auch die Schwester geboren. ©  privat

Sie wollen ein Stück ihrer Familiengeschichte in Zittau erkunden: Die 94-jährige Jutta Reimann und ihre beiden Kinder Karen und Robert. Frau Reimanns Vater war Journalist, zwischen 1920 und 1924 wohnte und arbeitete er in Zittau. In diese Zeit fällt auch die Geburt von Ulla Rüsch, der älteren Schwester von Jutta Reimann. 1922 erblickte sie in der Mandaustadt das Licht der Welt. Nun wollte die alte Dame noch etwas mehr über die damalige Geschichte erfahren. Bei ihrer Spurensuche erhielt Frau Reimann Unterstützung von Cornelia Marter. Die Zittauer Maklerin sichtete im Archiv stundenlang Mikrofilme und wälzte historische Adressbücher, um den einen oder anderen Hinweis über Familie Rüsch in Zittau zu finden. Sie erfuhr, dass die Familie damals in der Bahnhofstraße 6 wohnte und der Vater bei der "Zittauer Morgen-Zeitung" beschäftigt war. Mit diesen Informationen konnte sich die 94-jährige Nachfahrin jetzt auf den Weg in die Oberlausitz machen. Sie konnte dort das ehemalige Wohnhaus der Eltern und die früheren Gebäude der "Zittauer Morgen-Zeitung" besichtigen. Sie selbst erinnert sich noch an die vielen schönen Urlaube der Familie in Oybin in den 1930-er Jahren. Ihre Schwester Ulla hat sich in der Kindheit immer wieder darüber lustig gemacht, das Jutta auf dem Werkshof der großelterlichen Tuchfabrik bei Forst geboren wurde, worauf Jutta nur antworten musste: „Dafür bist Du in SACHSEN geboren“. Dann war Ruhe, da schon damals die Sachsen für den komischen Dialekt belächelt wurden.

Nach vielen Stationen in Ihrer Kindheit und Jugend ging sie 1955 für das Bundesfinanzministerium nach New York. Dort lernte sie ihren späteren Mann, Günter Reimann-Steinicke, bei einem Nebenjob in dessen Agentur „International Reports“ kennen. Kurz darauf heirateten die beiden. Das Familienglück wurde durch die Geburt der zwei Kinder in den Jahren 1962 und 1965 vervollständigt. Durch die familiäre Bindung und das politische Engagement ihres Mannes kam die Familie immer wieder nach Deutschland und eine Rückkehr in die alte Heimat war irgendwann mal geplant. Juttas Mann war 1933 als verfolgter Kommunist vor den Nazis aus Deutschland geflohen und veröffentliche mehrere Bücher über Politik und Wirtschaft. So erhielt er beispielsweise das Bundesverdienstkreuz erster Klasse für das Mitwirken an der deutsch-jüdischen Aussöhnung. Nach dem Tod ihres Mannes 2005 zog Jutta Reimann vor neun Jahren zur Tochter, die in Dresden lebt. Kurz darauf lernte ihr Sohn Robert seine spätere Frau Anna in Dresden kennen und zog ebenfalls in die Elbmetropole. Nach 60 Jahren war die Familie also wieder in Deutschland zusammengekommen und das in Sachsen.

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Leider kann Jutta Reimann ihrer Schwester Ulla nicht mehr sagen, dass sie recht hatte. Zittau war der bessere Geburtsort als der großelterliche Werkshof in Forst. Besonders findet die hochbetagte Seniorin heute die Schönheit der Stadt Zittau und der Umgebung, fernab vom Massentourismus. Sie will - trotz ihres hohen Alters, bald wieder hierher kommen, verspricht Jutta Reimann zum Abschluss ihres kurzen Aufenthalts in der Mandaustadt.

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