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Zittau: Abriss im Armeegebiet gestartet

Nach 2020 werden die nächsten beiden Gebäude zurückgebaut. Früher residierten darin unter anderem kaiserliche Soldaten und Pioniere.

Stück für Stück verschwindet seit heute der Villingenring 4 in Zittau
Stück für Stück verschwindet seit heute der Villingenring 4 in Zittau © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Der nächste Abriss im Zittauer Armeegebiet ist gestartet: Nachdem am Montag und Dienstag die Vorbereitungen begonnen hatten, reißt der Bagger seit heute den Villingenring 4 weg. Die Arbeiten im Wert von 250.000 Euro werden von zwei Zittauer Firmen ausgeführt. Der Abriss soll in etwa acht Wochen dauern. Endgültig abgeschlossen wird er mit der Gestaltung der Fläche im Frühjahr.

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Beim Villingenring 4 handelt es sich um den ehemaligen Block 15 des Armeegeländes. Er wurde höchstwahrscheinlich zwischen 1900 und 1902 erbaut und mit der Einweihung der König-Ludwig-Kaserne 1902 zur Nutzung übergeben. Damals zogen die Soldaten des Königlich-Sächsischen 3. Infanterie-Regiments Nr. 102 „Prinz-Regent Luitpold von Bayern“ ein. Zu Zeiten der Nationalen Volksarmee der DDR residierte in dem Gebäude die Abteilung zur Sicherstellung der Ausbildung, Sektion 06, Pioniere. Sowohl die Dienstzimmer der Vorgesetzten als auch die Unterkünfte der Unteroffiziere und Soldaten befanden sich in dem Gebäude. Außerdem waren darin Soldaten des Verpflegungs- und des Wirtschaftszuges untergebracht.

Die Stadt will die ungenutzten Gebäude, die seit vielen Jahren leer stehen, verfallen und zunehmend zu einem Sicherheitsproblem werden, nach und nach abreißen. Dafür bekommt sie Fördermittel. 2020 wurde der Villingenring 2 geschliffen, ab 1. September soll die ehemalige Mensa am Pistoiaer Weg fallen. Weitere Abrisse sind vorgesehen, aber wegen der finanziellen Probleme der Stadt noch nicht beschlossen.

Die Mensa entstand in den 70er Jahren, als die Kaserne deutlich erweitert und dafür die angrenzende Kleingartenanlage „Fichte“ liquidiert wurde. Dabei wurden nicht nur neue Unterkünfte, sondern auch neue Versorgungseinrichtungen geschaffen. Dazu zählten neben der Mensa unter anderem eine Medizinische Einrichtung samt Bettenstation. Im Keller des neuen Versorgungsgebäudes, des sogenannten "Komplexes 95", befanden sich die verschiedensten Verpflegungslager, getrennt nach Trocken- und Frischprodukten mit entsprechenden Kühlmöglichkeiten. Den Kern der beiden oberen Etagen bildeten die Küchen und die Speisesäle. Außerdem gab es Diensträume für den Verpflegungsoffizier und die Küchenleiter. (SZ/tm, rc)

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