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Schon wieder die Neiße-Brücke

Unbekannte haben Signalkabel auf die Gleise bei Hirschfelde gelegt, ein Zug fuhr drüber, die Technik fiel aus. Hilft die Aufklärungskampagne der Bundespolizei?

Blick auf die Bahnbrücke bei Hirschfelde.
Blick auf die Bahnbrücke bei Hirschfelde. © Bundespolizei

Die Neiße-Bahnbrücke bei Hirschfelde ist nach langer Zeit wieder einmal zum Tatort geworden: Unbekannte haben am Mittwoch das dort verlegte Kupfer-Signalkabel auf die Schienen gelegt, obwohl dort seit Kurzem auf Plakaten daneben in deutsch und polnisch vor dem Aufenthalt im Gleis gewarnt wird mit dem Satz "Tödliche Abkürzung". Wie die Notfallleitstelle der DB Netz AG gegen 17.30 Uhr mitteilte, überfuhr eine Regionalbahn das Kabel und durchtrennte es. "Die Signale fielen zwar aus, aber der Bahnverkehr lief mit Fahren auf Sicht weiter", berichtet Bundespolizei-Sprecher Alfred Klaner. Angaben zur Schadenshöhe können zurzeit noch nicht gemacht werden.

"Für gewöhnlich treiben sich Buntmetalldiebe auf und nahe der grenzüberschreitenden Bahnbrücke rum", sagt er. Jahrelang hätten sie hier meterweise wertvolle Signalkabel aus dem Boden und den Kabelschächten geschnitten. "Aber seitdem die Bahn dünnes fast wertloses Ersatzkabel neben den Schienen verlegte, ist es uninteressant für die Diebe geworden." Allerdings erlauben sie sich manchmal einen schlechten Scherz und lösen ein Stück Kabel, um es dann von einem Zug überfahren zu lassen - laut Alfred Klaner stecken dahinter vermutlich Kinder. "Was als Streich gedacht ist, stört den Eisenbahnbetrieb." Eine besondere Gefahr für Fahrgäste ergebe sich jedoch nicht. Die Bundespolizei ermittelt nun und nimmt Hinweise unter 03586 76020 entgegen. 

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Gespräch mit Kindern und Jugendlichen

Wie der Fall in Hirschfelde zeige, habe die aktuelle Aufklärungskampagne der Bundespolizei seine Berechtigung, meint der Sprecher. Seine Kollegin Polizeihauptmeisterin und Präventionsbeauftragte Jessica Große war erst diese Woche in der Ebersbacher Andert-Oberschule und hat in je drei Klassen der Stufen 5 und 6 über die Gefahren berichtet. "Auch am nahe gelegenen Neugersdorfer Bahnhaltepunkt werden immer wieder mal Bürger beobachtet, die die Gleise unbefugt überschreiten", sagt er.

Mit Kindern und Jugendlichen einer sozialpädagogischen Wohngruppe in Ebersbach haben die Beamten bereits Anfang Juli über das richtige Verhalten auf Bahnanlagen diskutiert - für die Bundespolizei sind die Gespräche "eine "Herzensangelegenheit" . Am 30. September war Jessica Große wieder dort, dieses Mal mit ihrem Chef, Polizeihauptkommissar Patrick Gibron. Bei den nach eigenen Angaben offenen und teils emotionalen Gesprächen mit den 12- bis 17-Jährigen ging es um die Themen Gewalt und Zivilcourage. Ende des Jahres will sie nochmal vorbeikommen. Da soll es um illegale Pyrotechnik gehen.

Jessica Große hat vor Kurzem ein Warnplakat am Bahnhof Ebersbach aufgehängt.
Jessica Große hat vor Kurzem ein Warnplakat am Bahnhof Ebersbach aufgehängt. © Bundespolizei

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