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Zittau

Wie werden historische Städte attraktiver?

Damit haben sich Wissenschaftler aus Dresden befasst. Ergebnis sind konkrete Handlungsempfehlungen für Görlitz, Reichenbach, Zittau und Bautzen.

Zittau ist dabei bei den Strategieempfehlungen für Städte in Sachsen und Polen.
Zittau ist dabei bei den Strategieempfehlungen für Städte in Sachsen und Polen. ©  SZ-Archiv / Matthias Weber

Wie sich die historischen Teile der Städte Görlitz, Reichenbach, Zittau und Bautzen nutzen lassen, um Lebensqualität und Attraktivität der Ortschaften zu erhöhen, hat nun ein EU-Projekt unter Leitung des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung untersucht. Für die Region sowie die beteiligten vier sächsischen und sechs polnischen Städte liegen nun Strategieempfehlungen vor.

Im Zentrum stand die Frage: Welchen Beitrag kann das baukulturelle Erbe der Kommunen mit ihren historischen Stadtkernen zur Lebensqualität und auch zur nachhaltigen Entwicklung der grenzübergreifenden Region leisten? Mit den nun formulierten Strategieempfehlungen möchte das Projektteam dazu beitragen, dass die Städte dieses Potenzial auch aktivieren können, heißt es in einer Pressemitteilung des Leibniz-Instituts.

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"Allein die vielen Aktivitäten, die die beteiligten Städte im Laufe des Projektes von Oktober 2018 bis Dezember 2020 und trotz Corona-Beschränkungen entwickelt haben, lassen erahnen, aus welchem reichen Fundus sie eigentlich schöpfen könnten" sagt Projektleiter Prof. Dr. Robert Knippschild vom Leibniz-Institut. So habe jede der beteiligten Städte ein Pilotprojekt umgesetzt, um historische Gebäude oder alte Handwerkstraditionen für die eigene Bevölkerung und Gäste sicht- und erlebbar zu machen.

Fünf Thesen zur Bedeutung von baukulturellem Erbe

Die Wissenschaftler haben mit dem Internationalen Hochschulinstitut (IHI) Zittau, der Technischen Universität Dresden und dem polnischen Institut für Territoriale Entwicklung (IRT) zusammengearbeitet. Ihre Ergebnisse haben die Forscher nun in Strategieempfehlungen für die Region und jede einzelne der beteiligten Städte zusammengefasst. Heraus kamen fünf Thesen, die auf der Internetseite des Projekts nachzulesen sind. Die Wissenschaftler nahmen etwa an, dass die historische Bausubstanz der Städte wie auch Handwerkstraditionen zu ihrer Identität beitragen und das Heimatgefühl der Bewohner stärken.

Auch positive Wirkungen auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt, Kultur und Bildung, Stadtstruktur und öffentliche Räume oder für die lokale Wirtschaft werden dem baukulturellen Erbe in den Thesen zugeschrieben.

Ob die Thesen stimmen, haben die Wissenschaftler mit Akteuren vor Ort ergründet. In jeder Stadt gab es dazu Gruppengespräche und Ortsbegehungen. So wurden die Thesen mit lokalen Infos angereichert und für jede Stadt herausgearbeitet, wo man konkret anpacken muss. Auch für die Region als Gesamtheit hat das Projektteam solche Empfehlungen abgeleitet.

"Es wurde deutlich im Projekt, dass die Städte zum Teil mit sehr ähnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben", sagt Knippschild. "Hier können sie voneinander lernen und sollten auch gemeinsam zu Lösungen finden." Eine Rolle spielten dabei neben dem baulichen Zustand der historischen Innenstädte und den finanziellen Möglichkeiten der Kommunen auch das unterschiedlich ausgeprägte Interesse und Engagement sowie der Zusammenhalt in der Bevölkerung.

Themen, die alle vier deutschen Partnerstädte umtreiben, sind etwa der Spagat zwischen Denkmalschutz und Modernisierung bei historischen Gebäuden und die Fragen, wie sich die jüngere Generation für das kulturelle Erbe begeistern lässt und wie sich die Baukultur auch dazu nutzen ließe, den demografischen Wandel und die Abwanderung aus den Städten zu stoppen. (SZ)

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