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Apotheke nach Corona-Fällen geschlossen

Vier Mitarbeiter der Hirschfelder Apotheke sind positiv getestet worden, die anderen mussten in Quarantäne. Freitag geht's wieder los. Bestand Gefahr für Kunden?

Katrin Prechel will ihre Apotheke am Markt in Hirschfelde am Freitag wieder öffnen. Sie war mehr als eine Woche geschlossen.
Katrin Prechel will ihre Apotheke am Markt in Hirschfelde am Freitag wieder öffnen. Sie war mehr als eine Woche geschlossen. © Matthias Weber

Patienten, die in den vergangenen Tagen ein Rezept in der Hirschfelder Apotheke einlösen wollten, mussten unverrichteter Dinge wieder gehen. Die Apotheke am Markt war aus Quarantänegründen geschlossen. Apothekerin Katrin Prechel bestätigt der SZ, dass vier Mitarbeiter, darunter sie selbst, positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

Nachdem sich erste Symptome zeigten, habe sie sich zu ihrem Hausarzt geschleppt, der einen Abstrich genommen hatte. Noch am selben Abend erhielt sie den positiven Befund - so wie drei ihrer Mitarbeiterinnen. Die anderen Angestellten haben den Apotheken-Betrieb noch zwei Tage aufrecht gehalten. Dann allerdings ordnete die Gesundheitsbehörde auch für die restlichen Mitarbeiter Quarantäne an - aus Sicherheitsgründen. Seit Mittwoch voriger Woche war die Apotheke deshalb geschlossen.

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Den Ausgangspunkt der Infektionen kann Katrin Prechel nur vermuten. Wahrscheinlich sei, dass eine Mitarbeiterin erkrankt war und sich die anderen angesteckt haben. 

Mit diesem Aushang an der Eingangstür informierte Katrin Prechel ihre Kunden über die Schließung der Apotheke.
Mit diesem Aushang an der Eingangstür informierte Katrin Prechel ihre Kunden über die Schließung der Apotheke. © Matthias Weber

Keine Ansteckungsgefahr mehr

Nach eineinhalb Wochen in häuslicher Quarantäne geht es ihr und zwei Mitarbeiterinnen wieder besser, sie fühlen sich gesund. Da keine Ansteckungsgefahr mehr besteht und die verordnete Quarantäne am Donnerstag endete, wird die Hirschfelder Apotheke am heutigen Freitag ihren Betrieb wieder aufnehmen. 

Geöffnet ist erst einmal zu den üblichen Zeiten. Katrin Prechel will aber schauen, ob die betroffenen Mitarbeiterinnen schon wieder voll belastbar sind. Sie selbst hat entsprechende Erfahrungen - auch wenn sie als genesen gilt, sei ihre Belastungsfähigkeit noch nicht so wie vor der Erkrankung, sagt die Apothekerin.

Der Freitag soll so eine Art Testtag sein. Danach will sie entscheiden, ob die normalen Öffnungszeiten aufrecht erhalten oder verkürzt werden. Letzteres ist durch eine Verordnung der Apothekerkammer möglich. Demnach können Apotheken im Notfall auch nur vier Stunden am Tag öffnen.

Einige Tage ging es ihr richtig schlecht

Durch die Corona-Erkrankung ist sie demütiger geworden, meint Katrin Prechel. Auch wenn sie nicht ins Krankenhaus musste, ein paar Tage sei es ihr richtig schlecht gegangen. Wahnsinnige Kopfschmerzen und starke Gliederschmerzen machten ihr zu schaffen. "Ich kam nicht mehr vom Sofa hoch", erzählt sie und fügt hinzu, dass sie sich nicht mal was zu Essen und Trinken machen konnte. Das übernahm ihre Familie, die mit ihr in Quarantäne gegangen war. Ihr Mann habe zum Glück nur leichte Symptome gehabt. 

Corona ist keine einfache Grippe, lautet ihr Fazit nach den vergangenen Tagen. "Das ist weit weg davon." Damit tritt sie auch Argumenten von Corona-Kritikern entgegen, die immer wieder behaupten, dass Corona nicht gefährlicher als eine Grippe ist. Katrin Prechel kann beides gut vergleichen, denn sie musste vor einigen Jahren selbst eine Grippe auskurieren. Damals habe sie auch flachgelegen, aber die Symptome waren nach ihren Worten nicht so schlimm wie bei der jetzigen Corona-Erkrankung.

Die Corona-Infektion habe sie aber auch deshalb nachdenklicher gemacht, weil eine ihrer Mitarbeiterinnen nach wie vor schwer erkrankt ist und in der Klinik behandelt werden muss. Katrin Prechel hofft, dass auch sie die Krankheit gut übersteht.

Dass sich auch Kunden in der Apotheke angesteckt haben, hält sie für sehr unwahrscheinlich. Denn die vorgeschriebenen Hygiene-Standards seien alle eingehalten worden. Es werde ständig gelüftet, die Klinken und Handläufe desinfiziert und maximal zwei Kunden dürfen gleichzeitig die Apotheke betreten. Daran soll sich auch jetzt nichts ändern.

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