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Corona: Wann öffnen Tanzschulen wieder?

Karina Matzke-Burghart und Thomas Matzke kämpfen um ihre Standorte Zittau, Görlitz und Niesky. Und haben nun mit anderen einen Teilerfolg erzielt.

Karina Matzke-Burghart und Thomas Matzke haben 2014 das 20-jährige Bestehen ihrer Tanzschulen gefeiert.
Karina Matzke-Burghart und Thomas Matzke haben 2014 das 20-jährige Bestehen ihrer Tanzschulen gefeiert. © Nikolai Schmidt (Archiv)

Karina Matzke-Burghart und ihr Mann Thomas Matzke können wieder hoffen. Wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind und die aktuellen Corona-Regeln eingehalten werden, dürfen sie ihre Tanzschulen in Zittau, Görlitz und Niesky öffnen. Für sie ein Schritt in die richtige Richtung. Noch im Frühling war das nicht unbedingt abzusehen und die langfristige Schließung für die Tanzlehrer aus dem Landkreis Görlitz und anderswo in Sachsen ein Alarmsignal. "Wir haben befürchtet, einfach vergessen zu werden", sagen die beiden.

Um das zu vermeiden, gründeten Ende April landesweit über 130 Betreiber von Tanzschulen, -studios, -vereinen, -clubs und anderer -institutionen die "Interessengemeinschaft Tanzen in Sachsen". Diese soll ein Sprachrohr sein gegenüber der Politik, der Gesellschaft und den Tanzlehrern, schreiben sie in einer Mitteilung. Das sei deutschlandweit einmalig.

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Ihr wichtigstes Ziel: Perspektiven finden. So führten sie Gespräche mit der sächsischen Staatskanzlei, um zu erreichen, dass Tanzanbieter in die neue Corona-Schutzverordnung ab dem 9. Mai aufgenommen werden. "Das war ein zäher Prozess, der viel Energie gekostet hat", berichten Karina Matzke-Burghart und Thomas Matzke. Selbst die Durchführung von Privatunterricht war ihnen unter Androhung von Strafen zunächst untersagt - trotz schlüssiger Hygienekonzepte, genügend Platz, Einhaltung sämtlicher geltender Corona-Regeln und der Vergleichbarkeit mit anderen Branchen. Das sei nur schwer zu verstehen gewesen.

Ganztätiges Online-Festival

Vor allem, weil die beiden neben den Zukunftssorgen für sich und ihre sechs Mitarbeiter immer auch an ihre Kunden denken. "Unsere Tanzfamilie", wie sie liebevoll sagen. Die begleite und trage sie seit mittlerweile einem Jahr durch alle Höhen und Tiefen. Die Mitglieder sprächen Mut zu, böten praktische Hilfe an und würden auch schon mal einen Kuchen für das Tanzschulteam backen. "Es bedrückt sie sehr, dass sie kaum etwas zurückgeben können", sagen Karina Matzke-Burghart und Thomas Matzke.

Das war auch für andere Tanzlehrer nur schwer zu ertragen. Deshalb stellten sie in nur zwölf Tagen in ihrer Interessengemeinschaft ein ganztägiges Online-Tanzfestival auf die Beine. Am 1. Mai – anlässlich des Welttages des Tanzes am 29. April – sendeten die Teilnehmer aus sieben Zentren in ganz Sachsen die unterschiedlichsten Workshops, Präsentationen und Showeinlagen live in die Wohnzimmer ihrer Schüler. Etwa 100.000 Menschen schalteten sich dazu. Als Abschluss gab's eine Tanzparty am Abend. Dieses großartige Erlebnis habe ihnen gezeigt, dass die Menschen weiterhin gemeinsam tanzen und gesellige Stunden verbringen wollen, sagen die Organisatoren. Dieses große Interesse bestärkte sie darin, weiter zu kämpfen.

Inzwischen hat die Interessengemeinschaft Tanzen in Sachsen einen Teilerfolg erreichen können. Laut der aktuellen Corona-Schutzverordnung zählen sie zur "Bildung" und dürfen unter Einhaltung der vorgeschriebenen Maßnahmen wenigstens Einzelunterricht anbieten, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz den Schwellenwert von 165 an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unterschreitet. Bei einer stabilen Inzidenz von weniger als 100 dürfen sie weitere Bereiche öffnen.

Doch davon ist der Landkreis Görlitz noch weit entfernt. Auch geht der Kampf für Karina Matzke-Burghart und Thomas Matzke weiter. Der Grund: Zu einer Tanzstunde gehören immer auch die Abschlussbälle, bei denen man das Gelernte in schöner Atmosphäre zeigen und anwenden kann. Das ist für die Jugendlichen in den Tanzstunden der 9. Klassen bis hin zu den Kursen für Erwachsene eine schöne Tradition, sagen die beiden Tanzlehrer. Sie gehörten zu einem normalen Betrieb einer ADTV-Tanzschule zwingend dazu und sind daher ihr nächstes Ziel.

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