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Corona-Schutzverordnung: Lausche-Lift bleibt vorerst zu

Ab dem Wochenende erlaubt Sachsen den Betrieb von Skiliften mit Einschränkungen. Warum der Skiverein in Waltersdorf trotzdem keine Wahl hat.

Von Jana Ulbrich
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Der Skilift an der Lausche bleibt ausgeschaltet. Der Betreiberverein kann sich kein Risiko leisten.
Der Skilift an der Lausche bleibt ausgeschaltet. Der Betreiberverein kann sich kein Risiko leisten. © Matthias Weber/photoweber.de

Eigentlich sollte das die langersehnte gute Nachricht für den Alpinen Skiverein an der Lausche werden: Die Skigebiete im Freistaat dürfen ab dem Wochenende endlich öffnen. Sachsen war das einzige Bundesland, das den Betrieb von Skiliften bisher als Corona-Schutzmaßnahme untersagt hatte - während sich die Skifahrer im benachbarten Tschechien, in Bayern oder Thüringen schon seit Saisonbeginn tummeln können.

Doch Waltersdorfs Vereinsvorsitzender Tilo Knöbel hat bei der Verkündung der neuen Corona-Schutzverordnung am vergangenen Freitag nicht gejubelt: Denn die Bedingungen, unter denen ein Liftbetrieb überhaupt nur möglich wäre, machen ihn für den kleinen Skiverein auch schon wieder unmöglich. Knöbels zähneknirschendes Fazit: Der Skilift an der Lausche bleibt weiterhin außer Betrieb.

"Es wäre für uns ein wirtschaftliches Risiko, das wir einfach nicht mehr tragen können", erklärt der Vereinschef. "Wir müssten jetzt Schnee produzieren, würden Personal für den Liftbetrieb brauchen. Das wären Kosten, von denen wir absolut nicht wissen, ob wir sie überhaupt wieder refinanziert bekommen." Denn die neue Corona-Schutzverordnung gibt dem Verein keinerlei Planungssicherheit.

Die Öffnung der Skigebiete ist an die Inzidenz und den Krankenhaus-Betten-Indikator geknüpft. "Es kann uns demzufolge jederzeit passieren, dass wir wieder schließen müssen", erklärt Knöbel. "Wir werden also kein Geld in eine Schneeproduktion verbrennen, wenn das am Ende vielleicht alles umsonst war." Hinzu kommt die vom Freistaat geforderte 2G-Regel. Nur Skifahrer mit aktuell gültigem Impf- oder Genesenen-Status dürften den Lift benutzen. Würde bei wieder steigenden Infektionszahlen ein erneutes Beherbergungsverbot ausgesprochen, würden dem Skigebiet auch die Winterurlaubs- und Wochenendgäste fehlen, die traditionell vor allem aus Berlin und Brandenburg ins Zittauer Gebirge kommen.

"Das ist für uns einfach alles zu unsicher", ärgert sich Knöbel. Und diese Situation sei mehr als unbefriedigend. "Ich weiß nicht, wie die sich das in Dresden vorstellen", sagt er. "Man kann doch ein Skigebiet nicht einfach mal an- und ausschalten. Da gehört doch eine große Vorbereitung dazu, vor allem, wenn - wie derzeit - mit Schneekanonen nachgeholfen werden müsste."

Eventuell Wochenendbetrieb bei ausreichend Schnee

Höchstens der Wettergott könnte an der unbefriedigenden Situation noch etwas ändern: Denn sollte es wie im vergangenen Winter noch einmal ausreichend schneien, dann könnte sich Tilo Knöbel vorstellen, den Skilift mit ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern zumindest am Wochenende oder bei Flutlichtabenden zu betreiben. "Da schlägt ja dann auch das Skifahrerherz", sagt der Vereinsvorsitzende.

Für den bisherigen und künftigen finanziellen Ausfall in der Skisaison dieses Winters hofft Tilo Knöbel auf staatliche Überbrückungshilfen, um wenigstens die Versicherungen und laufenden Fixkosten an der Liftanlage decken zu können. Schon im vergangenen Jahr hatte die Landesregierung den Liftbetrieb als Corona-Schutzmaßnahme untersagt.