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Zittau

Spektakuläre Flugschau mitten in Zittau

Ein Hubschrauber setzte vor 50 Jahren einen neuen Fahnenmast auf das Rathaus, weil der alte abgeknickt war.

Mächtig Staub aufgewirbelt wurde vor dem Zittauer Rathaus, als der Interflughubschrauber 1970 einen neuen Fahnenmast montierte.
Mächtig Staub aufgewirbelt wurde vor dem Zittauer Rathaus, als der Interflughubschrauber 1970 einen neuen Fahnenmast montierte. © Christian-Weise-Bibliothek, Altbestand

Es war zweifellos DAS Ereignis des Jahres 1970 für Zittau und Umgebung. Am 4. September wurde der neue, 14 Meter lange und 1,1 Tonnen schwere Fahnenmast auf dem 46 Meter hohen Rathausturm befestigt. Auf spektakuläre Art! Hunderte Zuschauer beobachteten, wie der Mast an einem Hubschrauber der Interflug gehängt wurde. Und das mitten auf dem Marktplatz, begleitet von einer Druckwelle und ziemlich viel Staub. Man hatte sich für diese spektakuläre Montage entschieden, weil sie schneller und billiger war als eine ansonsten nötige komplette Einrüstung des Turmes.

Notwendig geworden war die Aktion, weil am 26. Juni 1967 ein Unwetter den damals 12 Meter hohen Fahnenmast abgeknickt hatte. Eigentlich sollte der Ersatz bereits 1968 erfolgen. Aber offensichtlich hatte man die Komplexität unterschätzt.

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An jenem Freitagmittag vor 50 Jahren ging es dann aber ganz schnell. Zuerst verlas Bürgermeister Sperlich ein Dokument, das „vom fleißigen Schaffen der Zittauer Bevölkerung und von ihrem Willen kündet, den Frieden allzeit zu erhalten und die Freundschaft mit unseren sozialistischen Nachbarn ständig zu vertiefen“. Dieses Papier wurde in die goldene Turmkugel eingeschlossen.

Dann kam der Hubschrauber. Exakt punkt 13 Uhr stand er über der Turmspitze und musste eine filigrane Aufgabe lösen: Nur einen Zentimeter breiter als der Mast-Durchmesser war die Hülse, in die der Mast einzufädeln war. Was wohl kaum jemand für möglich hielt, trat ein: In sechs Minuten (!) war die Aktion erfolgreich beendet. Unter Beifall verließ der Hubschrauber den Schauplatz. Zu jener Zeit hieß der Marktplatz übrigens „Platz der Jugend“, wenngleich er nicht jugendlich frisch, sondern eher trist und grau aussah.

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