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Das neue, bunte Café von Zittau

Im "Café Solidarité" treffen sich Gäste verschiedener Nationen. Auch mit den Nachbarn wollen die Organisatoren zusammenarbeiten.

Das neue "Café Solidarité" in der Reichenberger Straße ist ein Treffpunkt des "Augen auf"-Vereins.
Das neue "Café Solidarité" in der Reichenberger Straße ist ein Treffpunkt des "Augen auf"-Vereins. © Matthias Weber/photoweber.de

Genuss, Gastfreundschaft und gute Unterhaltung verspricht das Plakat im Schaufenster vom "Café Solidarité" in Zittau. Wer hierher kommt, landet nicht in einem typischen Café. Es handelt sich um eine Begegnungsstätte für ausländische und deutsche Mitbürger. Zweimal in der Woche - immer mittwochs und freitags - öffnet sich die Tür vom "Café Solidarité" in der Reichenberger Straße 49. Dann wird gespielt und geredet, am Computer gearbeitet oder werden Hausaufgaben gemacht.

Katja Schreier und Armin Pietsch, die das "Café Solidarité" betreuen, sind voller Ideen. Eine Kochecke soll entstehen, um Gerichte und arabischen Kaffee zubereiten zu können. Die kann man zum Beispiel bei einem Filmabend genießen.

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Bei der Vermittlung von Sprachkursen oder Jobs wollen sie ebenso helfen, und damit die Integration unterstützen. Auch bei anderen Problemen können sich Ausländer an das "Café Solidarité" wenden. Das Café ist keine offizielle Beratungsstelle. Es soll vielmehr, so Katja Schreier, Hilfe zur Selbsthilfe sein. Flüchtlingsbetreuer und Migrantenberater sehen darin den richtigen Weg: Hilfe zur Selbsthilfe habe sich gut bewährt.

Die Gäste sollen sich untereinander vernetzen. Katja Schreier und Armin Pietsch haben dafür erste Kontakte zu Vereinen geknüpft - und erste Nägel mit Köpfen gemacht: Mit dem Weltladen auf der Reichenberger Straße ist ein Länderabend geplant.

Lange nach passenden Räumen gesucht

Das Konzept des "Café Solidarité" ist nicht neu. Ein Café gleichen Namens gibt es in Löbau. Es wird auch vom Verein "Augen auf" betrieben. Der Zittauer Treffpunkt sollte schon im Sommer 2020 öffnen. Doch dann grätschte Corona dem Verein dazwischen.

Nicht ganz einfach war es, Räume für das "Café Solidarité" zu finden. Katja Schreier und Armin Pietsch sind nach eigener Aussage viel durch Zittau gelaufen. Die Schwierigkeit ist dabei nicht gewesen, dass das Projekt auf Ablehnung stößt. Mühsamer war vielmehr, die jeweiligen Vermieter von leerstehenden Geschäften ausfindig zu machen. War der Kontakt dann hergestellt, hatten die Eigentümer oft Mietvorstellungen, die sich der Verein nicht leisten kann. In der Reichenberger Straße 49 fanden sich schließlich die passenden Räume. "Wir fühlen uns hier sehr wohl, mit dem Weltladen in der Nähe", sagt Katja Schreier. Die nahe Post bringe ebenso Publikumsverkehr, fügt sie hinzu.

Genauso bunt wie das Konzept ist auch die Einrichtung. In der einen Ecke steht ein schwarzes Sofa, daneben Stühle mit gelben und roten Stoffbezügen, das meiste davon in DDR-Optik. Ein Bekannter hatte die Möbelstücke nach dem Mauerfall gerettet und erhalten. "Für die Couch wurden wir schon beneidet", meint Katja Schreier. Es gab auch schon Leute, die ins Café kamen und wissen wollten, ob sie die Möbel kaufen können. In dem Geschäft befand sich früher ein Antiquariat.

Noch werden verschiedene Gegenstände wie Küchen- und Hängeschränke, eine Doppelherdplatte, Bücherregale, Beistelltische, auch Spiele wie Schach oder Malsachen gesucht. Wer die gesuchten Dinge spenden möchte, kann sie mittwochs zwischen 14 und 19 Uhr oder freitags von 15 bis 20 Uhr zu den Öffnungszeiten des Cafés vorbeibringen.

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