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Anwohner ärgern sich über Falschparker

Auf einem Zittauer Parkplatz steht seit Monaten ein Auto, dessen Halter keinen Stellplatz angemietet hat. Das wollen sich die anderen nicht mehr gefallen lassen.

Diana Noack vor dem Mietparkplatz, auf dem es immer wieder Ärger mit Falschparkern gibt.
Diana Noack vor dem Mietparkplatz, auf dem es immer wieder Ärger mit Falschparkern gibt. © Matthias Weber/photoweber.de

Einige Zeit haben Diana Noack und ihre Nachbarn dem Treiben zugeschaut. Nun reicht es ihnen langsam. Seit Monaten steht ein Pkw auf dem Mietparkplatz an der Zeichenstraße in Zittau, ohne das dessen Halter einen Stellplatz gemietet hat. "Er belegt immer und immer wieder fremde Parkplätze", ärgert sich Diana Noack.

Obwohl die Anwohner 20 Euro im Monat für ihren Stellplatz bezahlen, ist dieser immer wieder belegt und sie müssen notgedrungen auf einem anderen parken. Die Mieter schreiben sich dann Zettel, wenn sie auf einem anderen Stellplatz stehen müssen, sagt die junge Zittauerin. Den Fremdparker wollen sie nicht länger dulden.

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Diana Noack sprach den Fahrer jetzt persönlich an. "Ich habe ihn gefragt, ob er Analphabet ist", sagt sie. An der Einfahrt zu den Pkw-Stellplätzen steht ein Schild mit der Aufschrift "Mietparkplatz". Er sei um keine Ausrede verlegen gewesen und habe sich selber mehrfach widersprochen, meint die Zittauerin. So habe der Fahrer ihr gegenüber behauptet, dass er den Parkplatz mit der Nummer 17 gemietet hat.

Dieser Aussage schenkt Diana Noack keinen Glauben. Das Auto stehe auf verschiedenen Parkplätzen. In letzter Zeit belegte der Nissan oft die Stellplätze 16 bis 18. Er stand auch schon auf der Nummer 11, weiß die Anwohnerin. Der ist hundertprozentig belegt, ist sie sich sicher. Am Donnerstag war der Wagen auf der Nummer 14 geparkt, wie die SZ vor Ort feststellen konnte. Der besagte Mietparkplatz verfügt über insgesamt 19 Stellplätze.

An der Scheibe des Nissan klemmte immer ein Zettel, wenn sie nachmittags den Parkplatz befahren hat, erzählt Diana Noack. Diese Zettel hinterlassen betroffene Mieter, wenn deren eigener Parkplatz mal wieder besetzt ist.

Auf den Hinweis, dass eine Sperre installiert werden könnte, und er dann schauen muss, wie er sein Auto wegbekommt, meinte der Fremdparker, dass er die Sperre dann rausreißt. "Das wäre ja Sachbeschädigung", findet Diana Noack. "Er hat darüber gelacht, dass das Ordnungsamt hier nix machen kann und falls sein Auto abgeschleppt wird, würde es ja vor Gericht landen", beschreibt sie den weiteren Verlauf des Gesprächs.

Eigenes Schild angebracht

Auch gegenüber anderen Mietern, die den Nissan-Fahrer auf sein Fehlverhalten hingewiesen haben, sei er unfreundlich gewesen, weiß die 27-Jährige, die seit vorigem Jahr unweit des Mietparkplatzes wohnt.

Seit sie nach Zittau gezogen war, gab es regelmäßig Ärger mit unberechtigt parkenden Fahrzeugen. Ihr Stellplatz Nummer 19 war anfangs immer wieder von fremden Autos belegt. Diana Noack half sich deshalb selbst und brachte neben der Stellplatz-Nummer ein weiteres Schild "Parken verboten. Nicht 3 Minuten, nicht 10 Sekunden, nicht mit Parkscheibe, Gaaar Niiicht!" an. Bei ihr half es. Dafür belegen die Falschparker nun die anderen Stellplätze.

Dieses Schild hat Diana Noack an ihrem Stellplatz zusätzlich angebracht.
Dieses Schild hat Diana Noack an ihrem Stellplatz zusätzlich angebracht. © Foto: Jan Lange

Eigentümer des Mietparkplatzes ist die Zittauer Wohnbaugesellschaft (WBG). Deren Geschäftsführerin Uta-Sylke Standke bestätigt, dass sie vor einigen Tagen die Info bekommen hat, dass ein Falschparker die direkt zu Mietern zugeordneten Parkplätze benutzt. Dabei wurde der WBG auch das Kennzeichen des Nissans übermittelt.

Da der Nutzungsvertrag aber generell auf den Namen eines Mieters und nicht auf das Autokennzeichen abgeschlossen wird, hat die Wohnbaugesellschaft eine Halterabfrage bei der Zulassungsbehörde des Landkreises Görlitz gestellt. Erst wenn diese beantwortet sei, könne die WBG reagieren, teilt Uta-Sylke Standke mit. "Eventuell könnte es sich wirklich um einen Falschparker handeln", erklärt die WBG-Geschäftsführerin. "Dies ist sehr wahrscheinlich, da zumindest ein Parkplatz dieser Anlage noch frei ist."

Die Thematik Falschparker beschäftigt die WBG immer mal wieder. "Leider sind auch hier die moralischen Wertvorstellungen nicht mehr so hoch und Bürger nehmen sich raus, wo sie meinen – es steht ihnen zu", sagt Uta-Sylke Standke.

Eine Sperre zu installieren, ist für die Wohnbaugesellschaft keine Option. So wurde die Errichtung von Schranken verworfen. Das habe mehrere Gründe, unter anderem Vandalismus und Schlüsselverlust. Mit Pollern sicherte die WBG viele Jahre Parkplätze gegen Fremdparker. "Nun bauen wir sie zurück, teilweise auf Mieterwunsch", erklärt die WBG-Chefin. Viele Mieter wollen nicht ständig ein- und aussteigen, um den Poller herunterzulegen oder aufzustellen. Zudem habe es teilweise Autobeschädigungen durch Überfahren mit tiefer gelegten Autos gegeben, teilweise auch durch beschädigte Poller.

"Ich habe leider kein Rezept gegen diese Art des Vandalismus einiger Bürger. Es ist in meinen Augen ein Teilbereich des Vandalismus, wenn unsere Mieter legitim einen Parkplatz anmieten und auch dafür das Geld bezahlen und andere meinen, sie müssten dies nicht. Es ärgert mich persönlich", sagt die WBG-Chefin.

Das Abschleppen der möglicherweise falsch parkenden Autos ist eine Option, aber erst nach der Klärung, ob es sich tatsächlich um einen Falschparker handelt. So lange müssen Diana Noack und ihre Nachbarn vorerst noch mit dem Fremdparker leben.

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