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Frauenverein löst sich auf

"Frauen helfen Frauen" hat sich in Zittau fast 30 Jahre für das weibliche Geschlecht eingesetzt. Nun mussten die Mitglieder eine schwere Entscheidung treffen.

Im Töpferberg 8 in Zittau hatte der Verein "Frauen helfen Frauen" zuletzt seinen Sitz. Birgit Brincker war viele Jahre Vorstandsfrau und muss nun den Verein liquidieren.
Im Töpferberg 8 in Zittau hatte der Verein "Frauen helfen Frauen" zuletzt seinen Sitz. Birgit Brincker war viele Jahre Vorstandsfrau und muss nun den Verein liquidieren. © Matthias Weber

Dieses Jahr hätte der Verein eigentlich sein 30-jähriges Bestehen feiern können. Doch dazu kommt es nun nicht mehr. "Frauen helfen Frauen" löst sich auf. Das haben die Vereinsfrauen im Dezember beschlossen. "Leider können wir die finanzielle und personelle Basis, die für ein weiteres Wirken des Vereins in der Region unabdingbar ist, nicht mehr absichern", schreiben die Vorstandsfrauen Birgit Brincker und Gudrun Dornig, die nun zu den Liquidatorinnen des Frauenvereins bestimmt wurden.

Mit "Frauen helfen Frauen" streicht einer der ältesten und zeitweise aktivsten Frauenvereine in Zittau seine Segel. Er hatte sich 1991 gegründet. Damals machten zahlreiche Betriebe dicht, viele Frauen wurden arbeitslos und waren dadurch vor völlig neue Lebenssituationen gestellt.

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Der Verein half die soziale Isolation von Frauen zu beseitigen. Angeboten wurde ein breites Spektrum an kulturellen Angeboten wie beispielsweise das Frauencafé und der Frauensalon. Schon 1992 hatte der Frauenverein ein Frauen- und Kinderschutzhaus ins Leben gerufen, das er viele Jahre betrieben hat.

Auch der Weltladen ist ein "Kind" des Vereins

Auch der Weltladen Gaia hat seine Wurzeln bei "Frauen helfen Frauen". Sie hatten ihn 1991 gegründet, damals war er noch in der Friedensstraße 8 - einem inzwischen abgerissenen Haus - ansässig. Mehr als zehn Jahre später wurde der Weltladen, der fair gehandelte Produkte anbietet, in die Hände eines eigenen Vereins übergeben und ist inzwischen in der Reichenberger Straße 16 zu finden.

Mit Schwierigkeiten musste der Zittauer Frauenverein immer leben. 2003 konnte die evangelisch-methodistische Kirche den Verein nicht mehr finanziell unterstützen. Die Gemeinde war neun Jahre lang der Hauptsponsor von "Frauen helfen Frauen". Auch die Zuschüsse vom Landkreis und der Stadt Zittau wurden über die Jahre weniger. Der Frauenverein kündigte deshalb damals seinen hauptamtlichen Mitarbeitern und setzte seine Arbeit rein ehrenamtlich fort.

Eine Folge der schwierigen finanziellen Situation war auch der Umzug vom Töpferberg 4 ein paar Häuser weiter in die Nummer 8. Bei den Veranstaltungen und Angeboten gab es ebenfalls ein klares Umdenken. Seinerzeit trennte sich der Frauenverein auch vom Weltladen und vom Euroregionalen Geschichtsarchiv, auch ein "Kind" von "Frauen helfen Frauen".

"Wir sind auf das Erreichte stolz"

Damals gab es sogar Überlegungen, den Verein aufzulösen. Birgit Brincker, die für ihr Engagement den Zivita-Bürgerpreis erhielt, setzte sich für den weiteren Bestand ein und sorgte dafür, dass die Mitfrauenversammlung dies so auch beschloss.

In den Folgejahren kämpfte der Verein immer wieder ums Überleben, da die Fördermöglichkeiten für Frauenarbeit sehr begrenzt waren. "Wir blicken auf eine über 29-jährige erfolgreiche Arbeit zurück und sind auf das das Erreichte stolz", ziehen Birgit Brincker und Gudrun Dornig Bilanz.

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