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Mit Klimaschutz die Rampe hoch

Die Hochschule Zittau/Görlitz will neue Skatepark-Elemente entwickeln, die in der Anlage in Zittau-Ost eingebaut werden. Die Jugendlichen sind dabei eingebunden.

Von Jan Lange
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Die Skatebahn in Zittau-Ost dient als Modellanlage.
Die Skatebahn in Zittau-Ost dient als Modellanlage. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Wie kann der CO2-Ausstoß reduziert werden? Diese Frage beschäftigt Politik, Wirtschaft und Wissenschaft schon länger. Meist ist eine Verringerung mit Verboten und Einschränkungen verbunden wie zum Beispiel Tempolimit oder weniger fliegen.

Bei einem neuen Projekt der Hochschule Zittau/Görlitz soll die CO2-Reduzierung Spaß machen. Jugendliche bringen sich im Projekt „CO2Create2Skate“ für die Prototypen-Entwicklung von kohlenstoffspeichernden Skatepark-Elementen für den Zittauer Skatepark ein. Sie haben weiter Spaß beim Skaten, rollen aber auf innovativen Platten.

Bislang werden die Skatepark-Elemente aus Stahl oder Beton produziert. Bei beiden ist die Herstellung CO2-intensiv, es wird also sehr viel Kohlenstoffdioxid ausgestoßen. Ziel ist es, Skatepark-Elemente aus kohlenstoffspeichernden Materialien zu entwickeln. Jakob Hildebrandt, Professor für betrieblichen Umweltschutz und Nachhaltigkeit an der Hochschule Zittau/Görlitz und Projektleiter, denkt dabei zum Beispiel an Naturfaser-basierte Werkstoffe und Pflanzenkohle-basierten Beton.

Pflanzenkohle kommt bereits in der Landwirtschaft zum Einsatz - und sorgt für positive Effekte. Pflanzenkohle hat die Eigenschaft, CO2 aus der Atmosphäre zu entziehen. Das aufgenommene CO2 wird als reiner Kohlenstoff gespeichert und reduziert dadurch den globalen Treibhauseffekt.

Projektidee erhielt eku Zukunftspreis 2021

Davon soll in Zukunft auch die Baubranche profitieren. "In der Baustoffindustrie wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten viel passieren", glaubt der Zittauer Professor. Das Projekt „CO2Create2Skate“ soll dazu einen kleinen Beitrag leisten.

"Die große Klimalösung steckt nicht in Skateparks", ist sich Hildebrandt bewusst. "Aber", fügt er hinzu, "engagierte Jugendliche, die in ihrem späteren Berufsleben begeistert dazu beitragen den Gebäudesektor klimaneutral umzubauen, würden uns in Anbetracht des prognostizierten Baustoffbedarfs für das globale Städtewachstum und für die Sanierung im Bestand der großen Klimalösung schon näher bringen".

Der Professor erhielt für die Projektidee den eku Zukunftspreis 2021 des sächsischen Umweltministeriums. Mit dem Preisgeld von 20.000 Euro soll das Projekt in diesem und im nächsten Jahr umgesetzt werden.

Im ersten Teil erfolgen konzeptionelle Vorbereitungen. So werden Treibhausgasbilanzen für die einzelnen Materialien erhoben sowie Varianten definiert. Mindestziel ist es, zwei bis drei Prototypen für kohlenstoffspeichernde Skatepark-Elemente zu entwickeln. Diese werden Bestandteil des Zittauer Skateparks, der so aktiv zum Klimaschutz beiträgt.

Welche Elemente entstehen, wird mit den jugendlichen Skatern in einem Ko-Kreationsprozess abgestimmt. Durch die Fortentwicklung des Skateparks können die Jugendlichen so den Einsatz für Klimaschutz mit der Begeisterung für ihre Sport- und Freizeitaktivitäten kreativ verknüpfen.

Bei dem erst 2021 generalüberholten Skatepark in Zittau-Ost, der nun vom Verein O-See Sports betrieben wird, ist nicht angedacht, die damals eingebauten Elemente wieder auszutauschen. Vielmehr können neue, bisher nicht vorhandene Elemente integriert oder Elemente, die durch starke Belastung schnell abgenutzt sind, erneuert werden. Das soll im zweiten Projektschritt 2023 erfolgen.

Während in den Zittauer Skatepark erst mal nur zwei bis drei Prototypen integriert werden sollen, wird es auch konzeptionelle Überlegungen für eine erweiterte Variante und sogar einen komplett mit den innovativen Elementen errichteten Skatepark geben.