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Ungewöhnliche Gäste im Wohnheim

Turmfalken nisten derzeit in der Zittauer Lehrlingsunterkunft an der Komturstraße. Deren Betreiber vermuten, dass das an der besonderen Umgebung liegt.

Turmfalken haben sich im Wohnheim an der Komturstraße in Zittau eingenistet.
Turmfalken haben sich im Wohnheim an der Komturstraße in Zittau eingenistet. © Matthias Weber/photoweber.de

In dem über 100 Jahre alten Gebäude an der Zittauer Komturstraße sind normalerweise Schüler und Auszubildende verschiedener Bildungseinrichtungen untergebracht. Momentan gibt es in dem Wohnheim aber ungewöhnliche Gäste: Auf dem Dachboden haben sich Turmfalken eingenistet und brüten.

Turmfalken - in Deutschland Vogel des Jahres 2007 - nisten oft auf alten Bäumen, nutzen aber auch Masten von Starkstromleitungen als Nistplatz. Sie haben sich ebenso Gebäude in Städten wie beispielsweise Kirchen als Nistmöglichkeit erobert. Durch den Einbau von Nisthilfen wird das gestützt.

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Auch im Zittauer Wohnheim der Kultur- und Weiterbildungsgesellschaft (KuWeit) hat Hausmeister Domenico Spaziani einen Falkenkasten eingebaut. "Früher hatten wir hier eine Taubenplage", berichtet er. Die Vögel haben überall ihren Kot hinterlassen - zum Ärger des Wohnheimbetreibers wie auch der Nachbarn.

Domenico Spaziani, der abwechselnd im KuWeit-Wohnheim und im Zittauer Salzhaus tätig ist, überlegte, wie er der Taubenplage Herr werden konnte und kam auf den Gedanken, einen Falkenkasten zu bauen. Vor Falken nehmen Tauben Reißaus. "Wir wussten natürlich nicht, ob die Falken die Nistmöglichkeit annehmen", sagt der Hausmeister. Lange warten mussten sie nicht - der Brutplatz war kaum fertig, da zogen Turmfalken ein. Und mit ihnen waren auch die Tauben weg.

Besondere Umgebung zum Nisten

Selbst die Vertreter des Naturschutzbundes (Nabu) waren überrascht, wie schnell der Nistplatz von den Turmfalken angenommen wurde. Das komme eher selten vor. Domenico Spaziani vermutet, dass es mit der besonderen Umgebung zusammenhängt. Das Wohnheim befindet sich am Stadtrand, ist von einem größeren Garten mit vielen Bäumen umgeben und in der Nähe befinden sich Felder, auf denen die Falken reichlich Nahrung finden.

Zudem wird der Dachboden des Wohnheimes kaum genutzt, die Falken können hier also in Ruhe brüten. Turmfalken brüten in der Regel ab Mitte April, die Jungen schlüpfen nach etwa einem Monat. Bereits im Vorjahr haben die Turmfalken für Nachwuchs gesorgt, derzeit brüten sie wieder Junge aus. "Im vorigen Herbst hatten sie noch mal Eier gelegt, diese aber nicht ausgebrütet", berichtet der Hausmeister.

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