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Corona bremst die alte Lotte aus

Aber Sachsen gibt 2021 der "alten Dame" den Zukunftspreis und damit mehr Geld für das älteste Haus in Eckartsberg.

Jetzt hat die Scheune der alten Lotte auch zwei Rolltore und einen neuen Fußboden. Vereinsvorsitzender Henry Stuff (rechts), Projekt-Koordinator Bert Salomo und die anderen Mitglieder vom Förder- und Historikverein der Feuerwehr Eckartsberg/Radgendorf.
Jetzt hat die Scheune der alten Lotte auch zwei Rolltore und einen neuen Fußboden. Vereinsvorsitzender Henry Stuff (rechts), Projekt-Koordinator Bert Salomo und die anderen Mitglieder vom Förder- und Historikverein der Feuerwehr Eckartsberg/Radgendorf. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Wie mag erst die alte Lotto - das älteste Haus in Eckartsberg in ein paar Jahren aussehen, wenn daneben jetzt schon die noch vor einem Jahr verfallene Scheune ein Schmuckstück wird? Das fragen sich immer mehr Leute, wenn sie sehen, wie der Förder- und Historikverein der Feuerwehr Eckartsberg/Radgendorf hier ranklotzt.

Fast punktgenau vor dem Teil-Lockdown haben die Vereinsmitglieder jetzt zwei große Rolltore in die Scheune eingebaut und andere Arbeiten erledigt, für die sie Fördermittel erhielten. Die knapp 4.000 Euro waren an eine Fertigstellungs-Frist geknüpft. "Wir haben manchmal bis in den späten Abend gearbeitet ", schildert Vereinsvorsitzender Henry Stuff.

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Anerkennend brachten Nachbarn etwas zu Trinken vorbei. Eine Nachbarin schmiert sogar Stullen für sie. "Sie schaut kurz bei uns rein, fragt wie viele Leute wir sind und kommt mit etwas zu Essen zurück", erzählt er.

Mit der Scheune und im Hintergrund dem Umgebindehaus "alte Lotte" saniert der Förder- und Historikverein der Feuerwehr Eckartsberg/Radgendorf das älteste Gebäude im Dorf.
Mit der Scheune und im Hintergrund dem Umgebindehaus "alte Lotte" saniert der Förder- und Historikverein der Feuerwehr Eckartsberg/Radgendorf das älteste Gebäude im Dorf. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
Die Trockenbauarbeiten auf dem Dachboden der Scheune sind schon weit fortgeschritten.
Die Trockenbauarbeiten auf dem Dachboden der Scheune sind schon weit fortgeschritten. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Henry Stuff , Projekt-Koordinator Bert Salomo und die anderen Vereinsmitglieder würden gern weiter loslegen. Aber wegen der Corona-Maßnahmen ist das nicht so einfach. Vieles ist nicht möglich. 2020 mussten alle Projekte für die Kinder- und Jugendarbeit bis hin zum Feuerwehrfest, dem größten Fest im Ort, ausfallen. Die geplanten Einnahmen fehlen nun. Um trotzdem die laufenden Kosten für Versicherung und anderes aufzubringen, haben die Mitglieder mehr als nur ihren Vereinsbeitrag gezahlt.

Genau zur rechten Zeit haben sie jetzt einen Preis gewonnen. Der Verein hatte sich beim Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft um den "eku Zukunftspreis idee 2020" beworben. "Vom Kohlehandel zum Solarstromproduzent" nennen sie ihr Projekt. "Die Motivation der Vereinsmitglieder etwas für den Erhalt biologischer Vielfalt, Ressourcenschonung, regionale Wertschöpfung, Gewässerbelebung, Klimaschutz und Klimaanpassung in Sachsen zu leisten, hat das Fachgremium überzeugt", berichtet das Staatsministerium. 9.000 Euro gibt es dafür. Im Mai 2021 wird das Projekt in Dresden gewürdigt.

Vom Kohlehandel zum Solarstromproduzent

Das Projekt spielt auf die Geschichte der alten Lotte an. Das um 1750 gebaute Haus war mal ein Kohlehandel. Schon bald soll die Scheune daneben eine Photovoltaik-Anlage erhalten. Mit einer Wärmepumpe, gekoppelt mit Wärmespeichern und einer intelligenten Steuerung wird so für das künftige Dorfgemeinschaftszentrum "Lotte" ein Referenzobjekt für CO2-arme Wärmeversorgung geschaffen.

"Wir hoffen, dass wir schon im nächsten Jahr mit den Arbeiten im Umgebindehaus beginnen können", sagt Bert Salomo. Trotz Corona haben sie 2020 in der Scheune viel geschafft. Noch vor einem Jahr war ihr Dach keines mehr, vieles andere ebenso baufällig. Jetzt sind Dachstuhl und Dach komplett neu. Gut erhaltene Fenster konnten die Mitglieder einbauen. Wie so vieles, sind sie gespendet worden.

Der Verein saniert zuerst die Scheune, weil die finanziellen Mittel dafür überschaubar sind. Das Gebäude wird dringend gebraucht. Als Lager beispielsweise. Aber vor allem für die Kinder- und Jugendarbeit im Verein. In der Scheune soll bei den Jugendlichen das Interesse an technischen Berufen geweckt werden. Und zwar nicht nur theoretisch, sondern ebenso praktisch mit dem Aufarbeiten und Pflegen alter Feuerwehrtechnik.

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"Wir danken allen Spendern und Helfern", sagt Henry Stuff. Ohne sie könnten sie sich das Material für ihre Arbeiten nicht leisten. Über ein Crowdfunding-Projekt von Volksbank Löbau-Zittau und Sächsischer Zeitung hat der Verein erst jetzt wieder reichlich 1.000 Euro durch Spenden erhalten. Mit dem Geld wurde die Elektrik in der Scheune installiert.

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