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Bufdis sind gerade jetzt wichtig beim THW

Zwei gibt es derzeit beim Technischen Hilfswerk in Zittau, das beim Hochwasser am Wochenende in Spitzkunnersdorf geholfen hat. Fünf könnten es sein.

Rebekka Schönfelder und Tim Matzke (im Hintergrund) sind Bufdis beim THW in Zittau. Ihre Arbeit ist gerade jetzt nach den Hochwasserkatastrophen um so wichtiger.
Rebekka Schönfelder und Tim Matzke (im Hintergrund) sind Bufdis beim THW in Zittau. Ihre Arbeit ist gerade jetzt nach den Hochwasserkatastrophen um so wichtiger. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Aufmerksam verfolgen Rebekka Schönfelder und Tim Matzke die Nachrichten aus den Hochwasserkatastrophengebieten in Deutschland. Die beiden 19- und 20-Jährigen machen gerade ihren Bundesfreiwilligendienst beim Technischen Hilfswerk (THW) in Zittau. Sie sind Bufdis. Viele THW-Helfer sind im ganzen Land schon im Einsatz. Aus Sachsen wurden bereits einige in die Flutgebiete zur Hilfe angefordert. Auch der Zittauer Ortsverband ist jederzeit einsatzbereit.

Rebekka Schönfelder und Tim Matzke werden zwar mit Sicherheit nicht mit Ausrücken, aber mit ihrer Arbeit als Bufdis halten sie den anderen freiwilligen Helfern im Zittauer THW den Rücken frei.

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Rebekka Schönfelders Traum-Job ist Rettungssanitäter. Nach ihrer einjährigen Bufdi-Zeit macht die Görlitzerin aber erst einmal eine Ausbildung zur Krankenpflegerin. Anderen helfen, ist ihr Ding. Schon jetzt ist sie gleichzeitig aktiv beim DRK-Katastrophenschutz im Einsatz.

"Unsere Bufdis nehmen uns viel Arbeit ab", sagt Ronald Szczuka. Als Bürosachbearbeiter für den Bundesfreiwilligendienst kümmert er sich beim THW in Zittau um die Bufdis. Die erledigen hier die unterschiedlichsten Aufgaben. Dazu gehören die Unterstützung bei der Einsatzabrechnung, Hilfe bei der Liegenschaftspflege, bei logistischen Aufgaben helfen und auch viel Verwaltungsarbeit.

Als das THW Ende 2020 und danach beispielsweise beim Aufbau zum Bekämpfen der Schweinepest im Norden des Landkreises Zäune aufbaute, gehörten Rebekka Schönfelder und Tim Matzke zu den vielen Unterstützern im Hintergrund. Hier halfen sie bei der Ausgabe und dem Erfassen der Ersatzbekleidung für die Helfer im Einsatz. Ebenso sind die beiden als Amtshilfe für das Landratsamt im Einsatz gewesen und ermittelten telefonisch von an Corona-Erkrankten die Kontaktpersonen und sprachen Quarantänen aus.

Tim Matzke will später an der Polizeihochschule studieren. Auch, wenn man als Bufdi nicht viel verdient, macht der Job ihnen hier Spaß. Diese Arbeit ist wichtig, wird gebraucht und hilft Jugendlichen Zeit bis zu ihrer Ausbildung zu überbrücken.

"Als Bufdi kann man auch Erfahrungen sammeln, die man später im Leben immer gebrauchen kann", berichtet Carolin Havemann von der THW-Regionalstelle Dresden. Mit fünf Bufdi-Stellen ist der Ortsverband Zittau beim THW gut aufgestellt. Sachsenweit gibt es davon nämlich derzeit nur insgesamt 30 Bundesfreiwilligendienstleistende.

"Mit dem Bundesfreiwilligendienst geben wir noch unentschlossenen Jugendlichen eine Möglichkeit ihre Stärken und Interessen auszuloten und dabei einen ersten Kontakt mit einem geregelten Arbeitsalltag zu erhalten", berichtet Ronald Szczuka. Gleichzeitig wird dabei das Ehrenamt im Zivil- und Katastrophenschutz in der Region entlastet.

Und Tim Matzke ist froh, dass von ihm als Bufdi auch handwerkliche Fähigkeiten gefragt sind. Zusammen mit Rebekka Schönfelder hat er beispielsweise nach seinen Entwürfen eine große Sitzbank mit Garderobe für das Umkleidezimmer hergestellt. Sehen lassen kann sich auch ihre hölzerne Trennwand im Jugendgruppenraum. Ihr aktuelles Projekt, die Planung und Erstellung von Rollcontainern zum Verladen der Ausstattung, könnte sogar als Pilotprojekt für andere Bereiche im THW werden.

Diese große Sitzbank mit Garderobe aus Holz für das Umkleidezimmer hat Tim Matzke entworfen und zusammen mit Rebekka Schönfelder hergestellt.
Diese große Sitzbank mit Garderobe aus Holz für das Umkleidezimmer hat Tim Matzke entworfen und zusammen mit Rebekka Schönfelder hergestellt. © Holger Gutte

Insgesamt 52 aktive Mitglieder hat die Zittauer Ortsgruppe des Technischen Hilfswerkes. Sie alle arbeiten ehrenamtlich. Ihre Aufgaben sind vielschichtig. Sie reichen von Hilfeleistungen mit ihrer Technik und Helfern bei Hochwassereinsätzen bis hin zu Einsätzen wie beispielsweise im März dieses Jahres beim Schneechaos auf der A4. Dort gingen Helfer vom THW unter anderem von Lkw zu Lkw und weckten die Fahrer, als es wieder weiter ging.

Wieder geht gerade ein Schuljahr dem Ende entgegen und die Absolventen stellen gerade die Weichen für ihre Zukunft. "Wir würden uns freuen, wenn sie für ein Jahr zu uns für einen Bundesfreiwilligendienst kommen", sagt Ronald Szczuka.

Denn wenn, wie gerade jetzt in der Nacht zum Sonntag geschehen, das THW vom Einsatz in Spitzkunnersdorf zurückkommt, braucht es Leute wie die Bufdis Rebekka Schönfelder und Tim Matzke, die die ehrenamtlichen Helfer beim Wiederherstellen der Einsatzbereitschaft unterstützen. Bewerben kann man sich übrigens über die Homepage des THW Zittau.

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