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Wie es jetzt mit den Corona-Tests läuft

Corona-Tests sind jetzt für viele Menschen kostenpflichtig. Den Testzentren in der Region Löbau/Zittau geht bisher deswegen aber nicht die Arbeit aus.

Von Matthias Klaus & Markus van Appeldorn
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Seit einigen Tagen müssen die meisten Menschen für einen Corona-Test bezahlen.
Seit einigen Tagen müssen die meisten Menschen für einen Corona-Test bezahlen. © Symbolfoto/Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die Zeit der kostenlosen Corona-Bürgertests ist vorbei. Seit Montag vergangener Woche muss gezahlt werden. Die Preise im Landkreis Görlitz sind unterschiedlich, bewegen sich aber in einem relativ engen Rahmen. Nach SZ-Recherchen müssen für einen Test im Schnitt zwischen zehn und 15 Euro gezahlt werden. Wie stellt sich für die Testanbieter jetzt die Situation nach gut einer Woche dar? Kommen weniger Menschen zum Test? Wer muss nicht zahlen? Hier sind die wichtigsten Fragen und Antworten.

Lassen sich jetzt weniger Personen testen?

Die bisherigen Erfahrungen der Anbieter sind sehr unterschiedlich. Birgit Schleicher, Inhaberin der Alten Apotheke am Löbauer Altmarkt, sagt: "Es hat sich jetzt auf etwa 100 Tests pro Woche eingependelt, zur Hochzeit waren es mehr als das Doppelte." Im August seien viele Menschen wegen der Ferien gekommen, jetzt seien auch Menschen dabei, die etwa in Löbau zu Gast bei Verwandten sind. 12 Euro kostet hier ein Test. "Es gibt Menschen, die bewusst in Kauf nehmen, sich nicht impfen zu lassen und dann auch diese Kosten bewusst in Kauf nehmen", schildert die Apothekerin.

Uwe Hoffmann aus Zittau betreibt die Herz-Apotheke an der Bahnhofstraße und bietet dort Tests an. "Gefühlt sind es weniger. Zu Ferienbeginn waren es ein paar mehr", so seine Erfahrung. An die 25 Menschen lassen sich heute täglich bei ihm testen - früher seien es zwei- bis dreimal so viele gewesen. Kaum Kundschaft hat dagegen Silke Seeliger vom Deutschen Roten Kreuz in Löbau. "Es kommen vielleicht vier bis sechs Leute am Tag. Wir betreiben ja auch kein professionelles Testzentrum, sondern bieten das einfach mit an", sagt sie. Zwölf Euro kostet der Test beim Löbauer DRK. "Unter 20 bis 30 Euro macht das kein anderer DRK-Kreisverband in Sachsen", sagt sie. Am Flughafen in München würden etwa sogar 73 Euro fällig. "Aber wir wollen die Menschen ja nicht bestrafen", sagt Seeliger.

Warum lassen sich Menschen jetzt testen?

Uwe Hoffmann fragt nicht nach den Gründen - hört aber oft welche. "Meistens ist es wegen einer Urlaubsreise. Andere lassen sich testen, weil sie Angehörige in einem Heim besuchen wollen oder auch eine Sportveranstaltung. Manchmal auch bloß wegen eines Besuchs beim Friseur oder im Nagelstudio", sagt er. Ähnlich sieht es Silke Seeliger: "Krankenhausaufenthalte, Kur, Urlaub oder sonstige Privatvergnügen."

Gibt es Diskussionen um den Preis für die Tests?

Nein, sagt Birgit Schleicher. Debatten habe es bisher keine gegeben. Mit den zwölf Euro verlange sie auch nur den Betrag, den sie früher mit den Krankenkassen für die Tests abgerechnet hätte. Damit seien sowohl die Materialkosten als auch der Personal- und Zeitaufwand gedeckt. Auch Uwe Hoffmann musste noch keine Diskussionen führen. "Es gibt keine Beschwerden über den Preis an sich, vereinzelt aber darüber, dass der Test überhaupt etwas kostet", sagt er. Vereinzelt würden Kunden dann auch einen Test ablehnen. Nutzen tut ihnen das aber nichts, denn dort wo ein Test verlangt wird, wird nur der mit Testzertifikat anerkannt. Eigen-Schnelltests werden nicht akzeptiert.

Wer muss weiterhin nichts für den Test bezahlen?

Für bestimmte Personengruppen bleiben die Tests gratis, für manche aber wohl auch nur vorübergehend. Kostenfrei bleiben die Tests für Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Das muss mit einem ärztlichen Attest nachgewiesen werden. Auch für Kinder unter zwölf Jahren müssen die Eltern nicht zahlen - für sie gibt es keine Impfempfehlung.

Voraussichtlich bis zum Jahresende sind zudem Jugendliche bis einschließlich 17 Jahren von den Kosten befreit, ebenso Schwangere. Und: Nichts zahlen müssen auch Personen, die zum Beenden ihrer Quarantäne einen Test benötigen. Wer Symptome hat, die auf eine Corona-Infektion hinweisen, hat ebenfalls Anspruch auf einen kostenlosen Test bei seinem Arzt.

Wie wird der Test bei Studenten geregelt?

Allen Studierenden, die aus persönlichen Gründen ein Impfangebot nicht annehmen oder einen Nachweis über eine überstandene Infektion nicht erbringen können, unterbreitet die Hochschule Zittau/Görlitz ein Angebot zur kostenlosen, beaufsichtigten Selbsttestung, heißt es auf der Internetseite der Bildungseinrichtung, Stand 11. Oktober. Der Beleg über einen negativen Selbsttest gelte ausschließlich für den Aufenthalt in der Hochschule und in den Räumlichkeiten des Studentenwerkes Dresden und für maximal 72 Stunden. Das Angebot gibt es in Zittau und in Görlitz.