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Super-Ente: Dreimal Küken in einem Jahr

Das gibt es extrem selten: Eine Kapente aus Leutersdorf hat gleich mehrfach Mutterglück. Zum Staunen ihres Züchters.

Zwei der sechs erst wenige Tage alten Kapenten von Geflügelzüchter Gerd Helle in Leutersdorf. Die Entenmutter hat jetzt das Phänomen vollbracht, dreimal in einem Jahr Nachwuchs zu bekommen.
Zwei der sechs erst wenige Tage alten Kapenten von Geflügelzüchter Gerd Helle in Leutersdorf. Die Entenmutter hat jetzt das Phänomen vollbracht, dreimal in einem Jahr Nachwuchs zu bekommen. © Matthias Weber

Sie sind flink. Sie sind niedlich. Und sie sind eine große Seltenheit. Gerd Helle hat schon viele Entenküken gesehen. Aber über die sechs Küken, die sich da jetzt partout nicht für ein Foto in der Zeitung einfangen lassen wollen, hat der Leutersdorfer schon bei ihrer Geburt den Kopf geschüttelt. Dabei hat das Wunder eigentlich ihre Entenmutter vollbracht.

Die sechs Küken sind bereits ihr dritter Nachwuchs in diesem Jahr. Und das kommt nur ganz selten vor. "Dreimal Junge in einem Jahr zu bekommen, ist bei Zierenten wirklich eine große Seltenheit", bestätigt Wolfram John. Der Langhennersdorfer ist der erste Vorsitzende des Sächsischen Rassegeflügelzüchterverbandes.

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Die stolze Mama ist eine Kapente und stammt ursprünglich aus Afrika. "Ich züchte nun schon so lange Zierenten. Aber das habe ich noch nie erlebt oder gehört", erzählt er.

Gerd Helles Kapente mit ihren sechs Küken.  
Gerd Helles Kapente mit ihren sechs Küken.   © Matthias Weber
Geflügelzüchter Gerd Helle an einem seiner Teiche in Leutersdorf. 
Geflügelzüchter Gerd Helle an einem seiner Teiche in Leutersdorf.  © Matthias Weber
16 Zierenten- und drei Gänsearten züchtet Gerd Helle in Leutersdorf. 
16 Zierenten- und drei Gänsearten züchtet Gerd Helle in Leutersdorf.  © Matthias Weber

Die zweijährige Kapente hatte am 14. März das erste Mal in diesem Jahr vier Junge. Am 26. Mai legte sie dann noch mal sechs Eier und am 22. September ist sie nun wieder Mama von sechs Küken geworden. 

Da sie erst wenige Tage alt sind, hält sie Gerd Helle noch in einer seiner Boxen mit Freigehege. Typisch laufen sie immer ihrer Mutter hinterher oder kuscheln sich an ihr an. Gerd Helle gelingt es auf die Schnelle nicht, sie alle sechs in ein Körbchen für das SZ-Foto zu bringen. Eines springt immer wieder raus.

Leutersdorfer hat mehr Enten-Arten als der Leipziger Zoo

Als zehnjähriger Junge hatte er einst von seinem Großvater sein erstes Entenpaar bekommen. Das waren Mandarinenten, die in Ostasien beheimatet sind. Das war 1956. Bis heute ist die Entenzucht sein großes Hobby geblieben. Seine Entenarten vertreten die halbe Welt. "Ich habe mal im Leipziger Zoo die Entenarten gezählt. Die haben nicht so viele", erzählt er schmunzelnd.

Noch vor zwei Jahren hatte Gerd Helle 18 Enten- und drei Gänsearten. Heute sind es zwei weniger. "Ich will ein bisschen kürzer treten", sagt der 74-Jährige. Obwohl man sich das nicht so richtig vorstellen kann. Wenn er mal einen Besucher zu seinen Teichen auf dem 4.000 Quadratmeter Grundstück führt, fängt er automatisch zu erzählen an. Über Zierenten macht ihn so schnell keiner was vor.

Auf seinen vier Teichen tummeln sich unter anderem Braut-, Zimt-, Amazona- und Baikalenten genauso wie Moor-, Büffelkopf-, Rotschulter- und Krickente sowie  Zwergsäger - insgesamt immer noch 16 Entenarten. Damit sie der Habicht nicht holt, hat er über die Teiche riesige Netze gespannt. Und auch der Fuchs hat keine Chance. Dennoch gelingt es einigen Gästen hier einzudringen.

Tierische Besucher nicht ausgeschlossen

Auf einem der Entenhäuser im Teich fühlen sich auch gerade sechs Tauben wohl. "Wenn der Habicht sie jagt, finden sie ein paar Schlupflöcher in den Netzen", sagt Gerd Helle. Sogar eine Brieftaube aus Polen ist diesmal dabei, wie man an ihrer Beringung erkennen kann. Und auch eine Stockente, die gerade eine Runde auf einem der Teiche dreht, ist nur zu Besuch da.

"Wenn Sie in ein paar Wochen wiederkommen, sind die Kapenten-Küken fast so groß wie ihre Mutter", berichtet Gerd Helle. Namen vergibt er seinen Lieblingen nicht. Dafür sind es zu viele. Dennoch kennt er sie alle. Und nur wenn er zu ihnen kommt, fliegen sie nicht weg.

Im Garten liegt bereits wieder Baumaterial. "Ich will im Winterquartier noch was bauen", sagt er. Mit Winterquartier bezeichnet er einen großen Teich, der seinem Wohnhaus am nächsten ist. Kaum zu glauben, dass Gerd Helle kürzer treten will.

Übrigens: Gerd Helles Enten landen nicht im Kochtopf. Er verkauft sie an einen Händler bei Weißenberg, wo er auch Enten-Futter bezieht. Die Jungtiere selber an andere Züchter zu verkaufen, ist zu aufwändig und zu kostspielig. 

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