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Oderwitz: Preisgekrönter Fliesenleger

Den Award sollte die Firma bei einer Fachmesse in München erhalten. Die fiel wegen Corona aus. Dennoch baut Patrick Tschotow seinen Betrieb aus.

Patrick Tschotow hat einen begehrten Award bekommen.
Patrick Tschotow hat einen begehrten Award bekommen. © Matthias Weber/photoweber.de

Patrick Tschotow hat einen Award bekommen. Der wird eigentlich aller zwei Jahre bei der Fachmesse "Bau" in München vergeben. Mit 250.000 Besuchern in sechs Tagen und 2.250 Ausstellern verbuchte sie zuletzt 2019 Rekordzahlen. 85.000 ausländische Besucher sind damals aus über 150 Ländern angereist und untermauerten den Stellenwert der "Bau" als Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme.

Weil die 2021 nicht stattfinden konnte, kam das Unternehmen "Schlüter Systems" nun nach Oderwitz, um Patrick Tschotow für seinen Fliesen- und Innausbaubetrieb den Award von der Iserloher Firma zu überreichen. "Verliehen für exzellente, fachliche hochqualifizierte Arbeiten im Fliesen- und Platten-Handwerk" steht darauf.

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"Patrick Tschotow steht mit seinem Unternehmen für Kompetenz, Kreativität und er traut sich an Sachen ran, die nicht alltäglich sind", begründet Verkaufsleiter Jörg Hinze die Preisvergabe. Er meint damit dünnschichtige Fußbodenheizungen, das Verlegen von großformatigen Fliesen und Platten im Innen- und Außenbereich und LED-Lichtdesign in Bädern und Wohnräumen.

Die Auftragslage der Oderwitzer Firma ist super. Deshalb baut der 35-jährige Geschäftsführer seinen Standort im Gewerbegebiet "Am Spitzberg" stetig aus. Erst vor drei Jahren hatte er den Unternehmenssitz der ehemaligen Dachdeckerei Drößler gekauft und angefangen, den Betrieb auszubauen.

Geschäftsführer Patrick Tschotow mit Mitarbeitern in der neuen Lagerhalle.
Geschäftsführer Patrick Tschotow mit Mitarbeitern in der neuen Lagerhalle. © Matthias Weber/photoweber.de
Die letzten neuen Maschinen werden in der Holzmanufaktur des Oderwitzer Fliesenverlegebetriebes Patrick Tschotow gerade eingerichtet.
Die letzten neuen Maschinen werden in der Holzmanufaktur des Oderwitzer Fliesenverlegebetriebes Patrick Tschotow gerade eingerichtet. © Matthias Weber/photoweber.de
Die neue Halle.
Die neue Halle. © Matthias Weber/photoweber.de
Die Sekretärinnen Heidi Roggenkamp (links) und Claudia Uhlemann im neuen Showroom.
Die Sekretärinnen Heidi Roggenkamp (links) und Claudia Uhlemann im neuen Showroom. © Matthias Weber/photoweber.de

Um die Abläufe in der Firma optimieren zu können und mehr Lagerkapazität zu schaffen, baute er 2020 neben dem Firmengebäude mit der Bestandshalle eine neue größere Lagerhalle. Die ist über 500 Quadratmeter groß und die Hochregale darin über sechs Meter hoch. Zudem gibt die umgebaute Bestandshalle in einem Teilbereich dem Handwerksbetrieb die Möglichkeit, das Fliesensortiment und die Angebote zu präsentieren.

Inzwischen ist die neue Halle über einen Zwischenbau, der komplett mit Zirbenholz ausgebaut wurde, mit dem Firmengebäude verbunden. "Unsere Kunden können so trockenen Fußes in alle unsere Teilbereiche gelangen", berichtet Patrick Tschotow. Und die werden gerade völlig neu gestaltet.

Der Showroom des Unternehmens ist fast fertig. Hier gewinnt der Kunde einen Eindruck, wie man Wände und Fußböden mit großformatigen Fliesen und Platten gestalten kann. Die größten Fliesen sind 3,50 mal 1,50 Meter groß. Tschotows Firma hat sich auch auf einen altersgerechten Umbau von Bädern und ebenerdigen Duschen spezialisiert. Damit die Kunden sehen, was er einbaut, zeigt er im Showroom einen Querschnitt einer Dusche, beheizte Sitzbänke und geflieste Waschtische.

Ein paar Meter weiter sieht der Kunde, was in der Holzmanufaktur gleich nebenan alles hergestellt wird. Die Bretter für Wandverkleidungen und für einen Teil der Möbel werden nicht gesägt, sondern gehackt. "Die rustikalen und extravaganten Raumgestaltungen in einem speziellen Holzflair sind einzigartig in der Region und passen gut in unsere schöne Oberlausitz", sagt er.

Das dafür benötigte Material bezieht er aus dem Alpländischen Raum. Ein von der Firma entworfenes Bett hängt frei schwebend an der Wand. "Wir haben die Zulassung, dass wir unsere Idee so umsetzen können", erklärt er. Zudem ist der Zuspruch für die bis ins Detail geplanten Waschtische sehr groß. Elf Stück sind derzeit beauftragt und werden gebaut.

Beim Einrichten der Firmenbereiche haben ihm jetzt sein Bruder und dessen Frau geholfen. Wegen der Corona-Maßnahmen hatte der Ton-Ingenieur und Veranstaltungstechniker keine Aufträge. Und so gibt es jetzt quer durch alle Räume des Handwerkbetriebs ein auf jeden Raum abgestimmtes amerikanisches Soundsystem und IT-Infrastruktur. Somit werden die Kunden beim Bemustern ihrer Bauvorhaben in allen Firmen-Bereichen von dezenter einheitlicher Musik begleitet.

Als Ein-Mann-Betrieb angefangen

Vor sieben Jahren hatte der 35-Jährige als Ein-Mann-Betrieb angefangen. Mittlerweile arbeiten bei ihm 16 fest angestellte Mitarbeiter als Fliesenleger, Heizung-Sanitär-Installateure, Trocken- und Betonbauer, Tischler sowie Projektleiter für Raumgestaltung und Innendesign. Auch zwei Fliesenleger-Lehrlinge bildet er aus.

Auch dieses Jahr möchte er einen Lehrling zur Ausbildung nehmen, einen Anwärter gibt es schon. Mit zehn Fahrzeugen sind die Beschäftigten zu den Baustellen unterwegs. Die befinden sich hauptsächlich in der Region.

Patrick Tschotow legt auch Wert auf ein gutes äußeres Erscheinungsbild der Firma. Die Farbe Orange auf schwarz-anthrazitfarbigen Hintergrund leuchtet an der Fassade ebenso wie auf allen Fahrzeugen, der Bekleidung der Mitarbeiter und vielen anderen Details. Sogar die neuen Maschinen für die Holzmanufaktur, von denen die letzten gerade eingerichtet werden, tragen diese Farbkombination und wurden sonder-lackiert.

Der Jung-Unternehmer ist mit seinen Plänen längst nicht fertig. Eine Spielecke für Kinder mit einem Touchscreen-Monitor will er in der "Zirbenstube" noch errichten. Hier sollen sie sich vordergründig aber nicht mit Computerspielen beschäftigen, sondern je nach Alter Aufgaben lösen.

Damit ihre Eltern während der Beratungen in den Bereichen trotzdem wissen, was ihre Kinder gerade tun, erhalten sie ein I-Pad, mit dem sie per Kamera ihre Kinder sehen können. Von der Spielecke soll man auch bald über die Terrasse zum Firmeneigenen Spielplatz gelangen. "Wir wollen, dass sich alle Altersgruppen, die mit uns bauen möchten, von Anfang an bei uns wohlfühlen", sagt Tschotow.

Die Gemeinderäte von Oderwitz haben seinem Antrag zugestimmt, dass Grundstück gegenüber seiner Firma zu kaufen. Es ist fast 8.000 Quadratmeter groß. Hier soll ein Mitarbeiter-Parkplatz entstehen, damit die Kunden ins Firmengelände fahren können. Ein Teil wird als Zwischenlagerfläche für Container, Estrichsand und Baumaterial gebraucht. "Dabei soll es aber ordentlich aussehen", betont er.

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