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Im Beiwagen an die Ostsee

Ein Paar aus Wittgendorf fiel mit seinem Gefährt überall auf. Und es war nicht die letzte große Tour.

Heike Wunderlich und Yves Hennig waren mit einer guten alten ETZ an der Ostsee.
Heike Wunderlich und Yves Hennig waren mit einer guten alten ETZ an der Ostsee. © Matthias Weber/photoweber.de

Eigentlich sollte der Kurz-Trip von Zittau bis an die Ostsee für Heike Wunderlich und ihren Lebenspartner Yves Hennig ganz anders aussehen. "Ursprünglich wollte ich mit ihm mit dem Fahrrad den Oder-Neiße-Radweg bis nach Usedom fahren", gesteht die 49-Jährige. Vor etwa zehn Jahren war Heike Wunderlich schon einmal mit dem Fahrrad bis auf Rügen gefahren.

Yves Hennig mit Heike Wunderlich und seinem ETZ-Gespann am Strand vom Ostseebad Ahlbeck auf Usedom.
Yves Hennig mit Heike Wunderlich und seinem ETZ-Gespann am Strand vom Ostseebad Ahlbeck auf Usedom. © privat
Yves Hennig in Wittgendorf mit seiner 32 Jahre alten ETZ. 
Yves Hennig in Wittgendorf mit seiner 32 Jahre alten ETZ.  © Matthias Weber/photoweber.de

Nur diesmal spielte ihr Lebenspartner nicht so richtig mit. Aber der 45-Jährige hatte auch einen ebenso tollen Gegenvorschlag. Und der reizte Heike Wunderlich genauso. Yves Hennig ist Fan von DDR-Fahrzeugen. Vor etwa vier Jahren hat er sich eine ETZ 250 gekauft. Als Gespann-Maschine hat das 32 Jahre alte MZ-Motorrad seinen besonderen Reiz.

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Also starteten die Wittgendorfer mit der MZ nach Usedom. Heike Wunderlich saß natürlich im Beiwagen. Am vergangenen Sonntag ging es los. Zwei Tage später wollten sie an der Ostsee sein. Doch so einfach wie gedacht, war es nicht. "Wir wollten auch erst, wie das Bruno-Team aus Oberseifersdorf mit ihrem Barkas, die B96 bis nach Usedom fahren. Doch das haben wir unterwegs aufgegeben", schildert sie.

Bei ständigen Umleitungen wegen Baustellen machte das Fahren keinen Spaß.  Schlimmer ist aber gewesen, dass sie mit ihrem Motorrad schon nach etwa 200 Kilometern strandeten. Die ETZ hatte Zündungsprobleme. Aber hier zeigte sich, was sie später auf der ganzen Tour erlebten. Überall gab es nette und hilfsbereite Menschen.

Heike Wunderlich und Yves Hennig sind ins Blaue gefahren und hatten nirgendwo vorgebucht. Und schon nach 200 Kilometern übernachten, das wollten sie eigentlich nicht. Am Großen Mochowsee - etwas südlich vom bekannteren Schwielochsee - bekamen sie dann einen Bungalow. Die Vermieter kannten auch gleich eine Werkstatt, die ihre Maschine am nächsten Tag wieder flott machen konnte.

Mit eigener Kraft in die Werkstatt geschleppt

Zum Glück schaffte die gute alte ETZ aus eigener Kraft die etwa 30 Kilometer zur Werkstatt nach Lübben. "Wenn sie kalt war, sprang sie an und fuhr dann auch eine Weile", erzählt Heike Wunderlich. Und der Schlosser wusste sofort, woran es lag. Schließlich war es mal zu DDR-Zeiten eine MZ-Werkstatt gewesen.

Statt auf der B96 ging es dann allerdings auf der B109 ab Berlin bis an die Ostsee. Ohne Zwischenfälle sind sie am Dienstagabend auf Usedom angekommen. Heike Wunderlich hatte ihren Spaß im Beiwagen. So eine große Strecke war sie darin noch nie gefahren. Unterhalten ist unterwegs natürlich nicht so einfach. Und wenn Heike Wunderlich das mit Yves Hennig trotzdem wollte, wusste sie sich schon zu helfen. "Manchmal habe ich ihn in die Seite gekniffen und gefragt: Schläfst du schon", erzählt sie lachend.

Yves Hennigs ETZ lief jetzt wie geschmiert. "Wir haben auf Usedom lange nach einer Unterkunft gesucht", schildert Heike Wunderlich. Sie wollten ja nicht lange bleiben und hatten nur eine Woche für die Tour eingeplant.

"Die Leute kamen gleich auf uns zu"

In Bansin bekamen sie schließlich ein Hotel-Zimmer. "Egal wo wir auf Usedom hinkamen, überall erregten wir mit unserem Oldtimer Aufmerksamkeit. Die Leute kamen gleich auf uns zu. Vor allem die Älteren kannten ja das Motorrad", erzählt die Wittgendorferin.

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Am Mittwoch ging es schon wieder zurück. Und dann waren sie schneller wieder zu Hause, als gedacht. Weil sie am Schwielochsee keine Übernachtung bekamen, schlug Yves Hennig vor: "Lass uns doch gleich heimfahren." Und so haben sie es dann auch gemacht.

Heike Wunderlich ist sich sicher, dass das nicht ihre letzte große Tour im Beiwagen war. "Es hat Spaß gemacht", sagt sie.

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