SZ + Zittau
Merken

Bauhof-Brand: Warum stand ein Privat-Auto im Gebäude?

Bei dem Feuer wurde der Bauhof in Jonsdorf weitgehend zerstört. Von wo der Brand ausging, ist klar - und gibt dennoch Rätsel auf.

Von Markus van Appeldorn
 3 Min.
Teilen
Folgen
Der Bauhof Jonsdorf
am Tag nach dem Brand.
Der Bauhof Jonsdorf am Tag nach dem Brand. © Matthias Weber/photoweber.de

Am Donnerstagnachmittag, dem 28. Oktober, zerstörte ein Brand große Teile des Bauhof-Gebäudes in Jonsdorf. Noch die ganze Nacht musste die Feuerwehr Brandwache halten, weil sich auch Glutnester in der Zwischendecke gebildet hatten. Am Tag nach dem verheerenden Feuer besichtigte Jonsdorfs Bürgermeisterin Kati Wenzel (Freie Wähler) den Brandort. Schon jetzt ist klar: Der Schaden ist höher als anfangs vermutet. Und es gibt ein Rätsel um das in dem Gebäude abgestellte Auto, von dem der Brand ausgegangen war.

"Das Gebäude ist nicht mehr nutzbar", sagt Bürgermeisterin Wenzel. Das Feuer hat den Aufenthaltsraum zerstört sowie die Umkleiden und Sanitäranlagen. Auch viele in dem Gebäude untergebrachten Werkzeuge und Geräte verbrannten. "Von der Kettensäge über Rasenmäher bis zum Schneeschieber. Wir sind noch beim Auflisten", sagt Wenzel. Der Schaden werde weit über die 100.000 Euro hinausgehen, die am Donnerstag zunächst geschätzt worden waren. "Möglicherweise wird sich ein Statiker das Gebäude anschauen müssen und es ist nicht ausgeschlossen, dass wir abreißen und neu bauen müssen, was wegen des bevorstehenden Winters natürlich schwierig ist", so die Bürgermeisterin.

Winterdienst gesichert

Das Wichtigste aber sei: "Der Bauhof ist arbeitsfähig", sagt Wenzel. Die großen Fahrzeuge des Bauhofs seien nicht in Mitleidenschaft gezogen worden, weil sie zur Brandzeit entweder unterwegs oder draußen abgestellt waren. "Der Winterdienst kann ausrücken", sagt Kati Wenzel. Außerdem habe Jonsdorf von zahlreichen Nachbargemeinden Hilfsangebote erhalten. Als Remisen würde der Bauhof in der nächsten Zukunft einige gemeindeeigene Scheunen benutzen sowie das alte Feuerwehrdepot. Das Personal zieht provisorisch ins Gemeindeamt. "Wir haben dort schon mit dem Umräumen begonnen", sagt Wenzel.

Die Brandursache ist noch nicht geklärt. Erwiesen ist lediglich, dass der Brand von einem im Bauhofgebäude abgestellten Fahrzeug ausging. Und dieses Auto gibt ein Rätsel auf. "Das Fahrzeug gehörte nicht zum Fuhrpark des Bauhofs, sondern war ein Privatfahrzeug", bestätigt Wenzel auf SZ-Nachfrage. Wem dieses Auto gehörte, ob also möglicherweise einem Mitarbeiter des Bauhofs, wollte Wenzel nicht sagen. Jedenfalls sei es nicht üblich, dass dieses Fahrzeug dort stand und eigentlich auch nicht vorgesehen. Nach Angaben der Polizei gehörte der Citroën Berlingo einem 53-Jährigen, der ihn kurz zuvor dort abgestellt hatte. Der Mann hat den Brand auch entdeckt und musste neben einem 59-Jährigen an der Brandstelle von Rettungskräften behandelt werden.