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1,7 Millionen Euro für Olbersdorfer Kita

Der Gemeinde ist ein großer Coup gelungen: mit Beharrlichkeit, Überzeugungskraft und unschlagbaren Argumenten.

Das Integrative Kinderhaus "Spielkiste" in Olbersdorf wird energetisch saniert - ein Gründach inklusive.
Das Integrative Kinderhaus "Spielkiste" in Olbersdorf wird energetisch saniert - ein Gründach inklusive. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Die kleine Sensation kam vor wenigen Tagen ganz ohne großes Brimborium. Sie steckte im Briefkasten der Olbersdorfer Gemeindeverwaltung. Auf dem fünfseitigen Schreiben aus der Infrastrukturabteilung der Sächsischen Aufbaubank steht nur schlicht: "Änderungsbescheid". Dabei geht es um eine Änderung, die es in sich hat.

Nicht - wie ursprünglich zugesagt - Fördermittel in Höhe von knapp 430.000 Euro, sondern sage und schreibe die mehr als vierfache Summe wird der Gemeinde Olbersdorf jetzt für die energetische Sanierung der kommunalen, integrativen Kindertagesstätte "Spielkiste" zur Verfügung gestellt. "Wir freuen uns sehr für Sie", haben die beiden Bearbeiterinnen mit der Hand unter den förmlichen Bescheid geschrieben.

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Auch diese kleine Geste per Handschrift zeigt: Das hier ist etwas sehr Besonderes. "Ist es auch", bestätigt Olbersdorfs Bürgermeister Andreas Förster (FDP). Er sagt das mit einigem Stolz. "Die Bemühungen der Gemeinde, allen voran die unseres Bauamtsleiters Michael Noack, hatten Erfolg", freut sich Förster.

Ursprünglich nämlich hatte die Gemeinde im vorigen Jahr einen Zuwendungsbescheid über knapp 430.000 Euro für die energetische Sanierung der Kita erhalten. Mit dem Geld sollte für eine bessere Wärmedämmung und neue Sonnenschutzeinrichtungen gesorgt werden, erklärt der Bürgermeister.

Förderung deckt 80 Prozent der Kosten

Zwischenzeitlich aber hatte die Gemeinde den Sanierungsbedarf an der Kita untersuchen lassen, und der Gemeinderat war zu der Überzeugung gelangt, dass man - wenn schon - das Projekt doch gleich richtig anpacken sollte. Auch unter der Maßgabe eines zukunftsorientierten Kita-Konzepts für den gesamten Ort. Der Bauamtsleiter wurde beauftragt, eine umfassende energetische Sanierung zu planen - und genügend gute Argumente anzuführen, die die Fördermittelgeber überzeugen könnten.

Und das konnten die Argumente aus Olbersdorf. Der geänderte Fördermittelbescheid spricht der Gemeinde nun eine Summe von 1,74 Millionen Euro aus dem EU-Fonds für integrierte Stadtentwicklungsprojekte zu. Ein gewaltiger Batzen Geld. Damit kann die Gemeinde jetzt neben dem Wärmedämmverbundsystem und den Sonnenschutzeinrichtungen auch die Strangsanierung und die Errichtung eines Gründachs realisieren.

Aber auch Olbersdorf selbst muss für das Projekt jetzt mehr Geld als ursprünglich geplant in die Hand nehmen. Denn die Fördermittel decken nur 80 Prozent der insgesamt veranschlagten Baukosten von mehr als zwei Millionen Euro. Bürgermeister Andreas Förster aber ist da sehr optimistisch: "Wir sind gut vorbereitet", sagt er.

So hatte die Gemeinde beispielsweise beantragt, nicht verbrauchte Haushaltsmittel aus dem Jahr 2019 ins Jahr 2020 übertragen zu können. Außerdem soll ein Teil des benötigten Eigenanteils durch Mittel aus der Städtebauförderung aufgebracht werden. "Die Verwaltung wird nun die neue Situation detailliert be- und auswerten und in den Entwurf des nächsten Doppelhaushaltes einpflegen", sagt der Bürgermeister. Schon im kommenden Jahr soll es losgehen.

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