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Neuer Wirt auf dem Oybin gesucht

Der Mietvertrag mit dem Betreiber des Berggasthofs läuft Ende des Jahres aus. Es gibt zwei neue Bewerber. Die müssen sich jetzt allerdings etwas einfallen lassen.

Der Berggasthof auf dem Oybin muss grundhaft saniert werden. Eine Bewirtung soll es aber auch während der Bauzeit geben.
Der Berggasthof auf dem Oybin muss grundhaft saniert werden. Eine Bewirtung soll es aber auch während der Bauzeit geben. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Hans-Jürgen Brüx ist raus. Der Mietvertrag mit dem langjährigen Betreiber des Berggasthofs auf dem Oybin läuft zum Jahresende aus. Und der Gemeinderat ist sich mehrheitlich einig: Er wird auch nicht mehr verlängert.

Schon länger hatte Brüx sein Engagement auf dem Oybin zurückgefahren. Die Unstimmigkeiten zwischen dem Gastwirt und der Gemeinde, die die prestigeträchtige Burg- und Klosteranlage betreibt und Erbbaupächter des Berggasthofs ist, scheinen mittlerweile unüberbrückbar.

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Sie hängen vor allem auch mit dem baulichen Zustand des Berggasthofs zusammen. Schon seit Jahren besteht am Gebäude dringender Sanierungsbedarf in Größenordnungen: Vor allem die Wasserversorgung und die Abwasserentsorgung müssen dringend erneuert und die feuchten Grundmauern trockengelegt werden.

Nach jahrelangem Verfall zu DDR-Zeiten waren nach der Wende lediglich eine neue Küche eingebaut und die Heizung auf eine Nachtstromanlage umgestellt worden. Die Nachtstromheizung ist heute viel zu teuer und erweist sich bei Kälte als derart ungeeignet, dass der Gasthof den ganzen Winter über geschlossen bleiben muss. 

Insgesamt ist der Sanierungsbedarf mittlerweile so groß, dass ein Student ihn im vergangenen Jahr in einer extra beauftragten Diplomarbeit mit bis zu drei Millionen Euro beziffert. In der Summe steckt auch der Bau eines neuen Aufzugs, der ebenso dringend notwendig ist. Der alte Lastenaufzug, der vom Oybiner Hausgrund direkt in die Baude führt, ist ebenso baufällig. 

Bürgermeister ist für die große Lösung

Oybins Bürgermeister Tobias Steiner (SPD) will nun "Nägel mit Köpfen machen", wie er es ausdrückt. "Wenn wir das Projekt angehen, dann muss es eins im Ganzen sein", sagt er und hat in dieser Frage auch den Gemeinderat auf seiner Seite. Dann müsse auch die Chance ergriffen werden, statt eines neuen Lastenaufzugs gleich einen richtigen Personenaufzug zu bauen. Alles andere bringe keinen Sinn. 

Im Frühjahr hatte der Gemeinderat das Zittauer Planungsbüro Risch mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt, die nun zuerst einmal aufzeigen soll, was zu welchem Preis überhaupt machbar ist. Bis zum Jahresende soll die Studie vorliegen.

Danach, sagt der Bürgermeister, wolle sich die Gemeinde so schnell wie möglich um Fördermittel für das Großprojekt bemühen. Steiner rechnet damit, verschiedene Fördertöpfe von Bund und Land anzapfen zu können. Immerhin sei der Oybin - zu dessen Komplex auch der Berggasthof gehört - ein Kulturdenkmal von europäischem Rang.

Gastronomisches Angebot mit Charme

Steiner ist optimistisch, dass noch im kommenden Jahr die ersten, notwendigen Sicherungsarbeiten beginnen können. Eine Bewirtung soll es auf dem Oybin aber auch während der Bauzeit geben. Deswegen hatte die Gemeinde im Spätsommer eine ungewöhnliche Ausschreibung auf den Weg gebracht.

Gesucht wird ein Betreiber mit einem gastronomischen Konzept für eine Übergangszeit während der Sanierung. Zwei Bewerber haben ihre Ideen in der jüngsten, nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung vorgetragen. Hans-Jürgen Brüx hat sich nicht beworben.

Dem Bürgermeister haben die Vorschläge gefallen. "Es wird etwas ganz Neues sein", so viel verrät er vorab. "Ein gastronomisches Angebot mit Charme, das gut in das Flair der Burg- und Klosteranlage passt." In ihrer Sitzung im November müssen die Gemeinderäte entscheiden, welchem der beiden Bewerber sie den Zuschlag für die künftige Bewirtung auf dem Oybin erteilen. 

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