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Ehre für Ostritz von ganz oben

Die Deutsche Bischofskonferenz zeichnet das Friedensfest-Team aus. Die Freude der Initiatoren ist groß - nicht nur über das Preisgeld.

Eine Menschenkette bei einem der Friedenfeste, die die Ostritzer schon sieben Mal auf dem Marktplatz veranstaltet haben - als Gegenpol zu den rechtsextremen Treffen am Stadtrand.
Eine Menschenkette bei einem der Friedenfeste, die die Ostritzer schon sieben Mal auf dem Marktplatz veranstaltet haben - als Gegenpol zu den rechtsextremen Treffen am Stadtrand. © Matthias Weber

Der Anruf im Ostritzer Pfarramt kommt am Dienstag. Und zuerst, so muss Gemeindereferent Stephan Kupka zugeben, ist er sprachlos. Wann ruft schon mal das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz aus Bonn in der kleinen Gemeindekirche an der Neiße an. Und noch sprachloser ist Kupka dann, als die Mitarbeiterin ihm am Telefon erklärt, was sie von ihm will: Fotos für die Presseinformation, die am nächsten Tag bundesweit herausgegeben werden soll.

Die Initiative "Ostritzer Friedensfest" erhält in diesem Jahr die mit 5.000 Euro dotierte Hauptauszeichnung des Katholischen Preises gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). Gewürdigt wird damit das Engagement des Ostritzer Friedensfestteams, das seit 2018 inzwischen bereits sieben "Friedensfeste" auf dem Marktplatz der kleinen Stadt organisiert hat, um damit gegen die auf dem privaten Gelände des Hotels Neißeblick regelmäßig stattfindenden rechtsextremen Musikfestivals zu demonstrieren - und den Platz nicht den Rechtsextremen zu überlassen.

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"Wir freuen uns alle sehr", sagt Stephan Kupka. Vor allem für ihn als Referent der katholischen Kirchgemeinde sei diese hohe Auszeichnung von ganz oben eine große Ehre. "Es ist für mich auch eine Bestärkung, dass Kirche eben nicht nur für die Gemeindemitglieder und Gottesdienste da ist, sondern sich auch mit den Menschen in der Zivilgesellschaft engagiert und für humanistische Werte einsetzt", sagt er.

So sieht es auch die Jury: Das Thema sei aktueller denn je, sagt Hamburgs Erzbischof Stefan Heße. "In den vergangenen Jahren wurde unsere Gesellschaft von rechtem Terror erschüttert; erst vor wenigen Wochen haben wir der Ermordeten von Hanau gedacht."

Der Preis der katholischen Kirche ist nicht der einzige, den die Ostritzer für ihre beherzten Reaktionen auf die rechtsextremen Veranstaltungen am Rande ihrer Stadt erhalten haben. 2019 wurden sie unter anderem mit dem ebenfalls bundesweiten Deutschen Engagement-Preis für Toleranz und Weltoffenheit ausgezeichnet. Bürgermeisterin Marion Prange (parteilos) hatte im vorigen Jahr den renommierten Helene-Weber-Preis der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft erhalten. Ein Schweizer Online-Magazin hatte den Ostritzern 2019 den "Preis der Republik" verliehen.

Der Preis der deutschen Bischöfe wird im Juni in Köln feierlich verliehen. Wie das Preisgeld verwendet wird, werde auch diesmal wieder gemeinsam beraten, kündigt Stephan Kupka an.

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