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Der älteste aktive HSG-Leichtathlet ist tot

Rudolf Bühler starb am Freitag im Alter von 86 Jahren. Im vergangenen Jahr hat der Wahl-Zittauer noch erfolgreich an Wettkämpfen teilgenommen.

Rudolf Bühler in seinem zweiten Wohnzimmer - dem Weinauparkstadion in Zittau..
Rudolf Bühler in seinem zweiten Wohnzimmer - dem Weinauparkstadion in Zittau.. ©  Thomas Eichler (Archiv)

Rudolf Bühler wird nicht nur Sachsens Leichtathletik-Szene fehlen. Mit ihm hat Zittau jetzt einen Menschen verloren, der bis ins hohe Alter für den Sport, aber vor allem für die Leichtathletik brannte. Der gebürtige Thüringer starb am Freitag im Alter von 86 Jahren. "Ein Freund ist von uns gegangen und wird eine Lücke hinterlassen", schildert sein Trainer bei der HSG Turbine Zittau, Mario Renner.

"Er hat sich von seiner Krankheit nichts anmerken lassen. Er war ein Freund, der von seinen Erfahrungen gern anderen Tipps gab und half", sagt Mario Renner. Anfang 2020 hat er bei den Leichtathletik-Senioren noch Maßstäbe gesetzt. Bei den Landesmeisterschaften in Chemnitz gewann er in der Altersklasse (M85) fünf Medaillen - darunter zweimal Gold mit Landesrekorden im Dreisprung (5,60 Meter) und Hochsprung (1 Meter).

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Rudolf Bühler beim Hochsprung.
Rudolf Bühler beim Hochsprung. © Verein
Auch im Weitsprung feierte er viele Erfolge.
Auch im Weitsprung feierte er viele Erfolge. © Verein
Konzentriert ging er jeden Wettkampf an.
Konzentriert ging er jeden Wettkampf an. © Verein

Das bedeutete 2019 die Nominierung für die deutschen Senioren-Hallenmeisterschaften in Erfurt. Hier gewann er Gold, Silber und Bronze. Mit 85 Jahren sprang er noch im Dreisprung 5,51 Meter, 1,04 Meter hoch und 2,36 weit.

Zwar war der Arnstädter und Sportlehrer Rudolf Bühler schon als Jugendlicher ein guter Leichtathlet, legte dann aber in Zittau eine lange Pause beim aktiven Sport ein. 1961 bestritt er seinen letzten Wettkampf bei der Einweihung des Stadions in Hirschfelde. Erst in den 1990er Jahren kam er zur Leichtathletik zurück. Der Grund dafür war sein Enkel, den er als talentierten Werfer erkannte und trainierte, schildert Mario Renner.

Die HSG Turbine Zittau ist für ihn zu einer zweiten Heimat geworden. "Zaghaft begann er 1998 wieder mit den Stoß- und Wurfdisziplinen", erinnert sich sein Trainer.

Als Senior schaffte es Rudolf Bühler zu vielen Erfolgen. In 21 aktiven Jahren errang er 150 Medaillen bei Landesmeisterschaften in zehn verschiedenen Einzeldisziplinen, in verschiedenen Staffeln und Mannschaftswettkämpfen mit der LG Neiße. Allein 29 sammelte er im Weitsprung und 25 im Hochsprung. Die neben dem Dreisprung seine Lieblingsdisziplinen waren. Als 70-Jähriger nahm er 2004 erstmals an Deutschen Meisterschaften teil und belegte im Zittauer Weinaustadion im Hochsprung Platz 8.

2020 erstmals Deutscher Meister im Dreisprung

Lange musste er auf die erste Medaille bei den deutschen Meisterschaften warten. 2014 schaffte er es dann in Erfurt mit Bronze im Dreisprung. Seine Medaillensammlung bei diesen Titelkämpfen krönte er voriges Jahr – ebenfalls in Erfurt – mit dem Gewinn seiner ersten Deutschen Meisterschaft - wieder im Dreisprung, schildert Mario Renner.

Insgesamt holte er neun Deutsche Medaillen. Zweifellos war die erfolgreiche Teilnahme an den Europameisterschaften der Senioren in Zittau 2012 der sportliche Höhepunkt in seinem Leben. Im Hochsprung wurde er Siebenter und im Dreisprung Achter.

"Rudolf Bühler trug zur Weiterentwicklung des Seniorensports in Sachsen bei", sagt Mario Renner. Bühler stellte zwischen 2003 und 2020 insgesamt 35 Landesrekorde, 49 Kreisrekorde und unglaubliche 120 Regionalrekorde auf.

Olympia-Buch herausgebracht

Mehrmals gehörte er auch zu den Kandidaten der Sportlerumfrage der Sächsischen Zeitung. Bei der Umfrage 2015 wurde Rudolf Bühler mit 3.635 Stimmen sogar zum Sportler des Jahres gewählt.

Und als 2018 neun Zittauer Sportler sich als Auszeichnung für ihre hervorragenden Leistungen in das Goldene Buch des Sports der Stadt eintragen durften, gehörte Rudolf Bühler dazu.

Rudolf Bühler hat aber auch einen bemerkenswerten Beitrag zur Sportgeschichte des Altkreises Löbau-Zittau geleistet. Nach fast 20-jähriger Recherchearbeit brachte er eine 67-seitige Broschüre über die Olympioniken aus Löbau-Zittau von 1896 bis 2004 heraus.

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